Anlass zur Sorge

Sport / 15.10.2019 • 17:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es reicht! Blauäugig sind diejenigen, die noch immer davon reden, dass sich Sport und Politik trennen lassen. Spätestens seit dem Skandalabend in der Qualifikation für die EURO 2020 müssen alle Tagträumer aufgewacht sein. Der Fußball rückt nämlich dann in den Hintergrund, wenn Rassismus in den Stadien toleriert wird oder Fußballer, wie zuletzt zweimal geschehen, den Torjubel zu einem Militärgruß verunglimpfen. Wegschauen wäre das falsche Signal. Ja, die UEFA wird Strafen aussprechen, das Grundübel einer globalisierten Welt, in der Länderspiele schwelende politische, aber auch soziale Konflikte ungefiltert in alle Haushalte projizieren, wird dadurch nicht angepackt. Die Gefahr von nationaler Symbolik ist jedoch längst nicht mehr schönzureden.
So lange sich der Fußball als weltweit populärste und medienwirksamste Sportart als Plattform missbrauchen lässt, werden Verwarnungen kein Allheilmittel sein. Die UEFA allein wird die Problematik nicht stemmen, zumal man sich als Verband zu sehr dem Finanzdruck ausgeliefert hat. Paris und Sofia waren jetzt Wiederholungs-Schauplätze, daran mögen auch die erneut anstehenden Disziplinarverfahren nichts ändern. Und wieder wird Zeit verstreichen, werden rigorose Strafen wohl ausbleiben und wird vieles in Vergessenheit geraten. Das kann und darf nicht mehr der Lösungsansatz sein. Was bleibt, sind Fragen: Warum musste das CL-Finale nach Istanbul vergeben werden? Was wäre geschehen, wenn die Engländer abgetreten wären? Die Antworten darauf muss nun die UEFA liefern.