Clippers oder Lakers?

Sport / 21.10.2019 • 20:58 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Österreichs Basketballexport Jakob Pöltl möchte mit den Antonio Spurs eine Play-off-Rekordmarke brechen. ap
Österreichs Basketballexport Jakob Pöltl möchte mit den Antonio Spurs eine Play-off-Rekordmarke brechen. ap

Die Buchmacher sehen vor der 74. Saison in der NBA die Teams von Los Angeles in der Favoritenrolle.

New York Erstmals seit dem Titelgewinn 2015 starten nicht die Golden State Warriors als Topfavorit in die in der Nacht auf Mittwoch beginnende 74. Saison der National Basketball Association (NBA). Nach der Verpflichtung von Kawhi Leonard und Paul George gelten die Los Angeles Clippers für die Buchmacher als erster Anwärter auf die Larry O‘Brien Championship Trophy, knapp gefolgt von den Los Angeles Lakers.

Auch für Österreichs NBA-Pionier Jakob Pöltl sind die Clippers „am Papier“ der Favorit. „Alleine von den Spielern, die sie haben, kann es schon ein sehr starkes Team sein. Sie haben aber noch kein einziges reguläres Saisonspiel miteinander gespielt. Man muss erst sehen, wie sie zusammenspielen“, gab der 24-jährige Wiener jedoch zu bedenken.

Transfers für drei Milliarden

Das gilt ebenso für andere Titelkandidaten nach den zahlreichen Spielerwechseln im Sommer. Bereits in den ersten Stunden nach Öffnen des Transferfensters wurden Verträge von in Summe mehr als drei Milliarden Dollar fixiert. Die Lakers hatten da schon längst eine Einigung mit den New Orleans Pelicans erzielt, um sich im Zuge eines Tauschgeschäfts die Dienste von Superstar Anthony Davis zu sichern.

Der 2,08 Meter große Forward-Center soll nun gemeinsam mit NBA-Ikone LeBron James den 17. Titel für „Purple & Gold“ perfekt machen. Mit diesem würden die Lakers mit Rekordchampion Boston Celtics gleichziehen. „Wenn wir nicht die Meisterschaft gewinnen, können wir diese Saison nicht als Erfolg werten“, sprach General Manager Rob Pelinka Klartext und nährte damit die Hoffnungen der leidgeplagten Fans. Denn die letzte Play-off-Teilnahme datiert aus dem Jahr 2013.

Schon in der Eröffnungsnacht kommt es zum ersten Duell zwischen den beiden Clubs aus L.A., wobei die Clippers noch ohne George auskommen müssen. Der 29-jährige Small Forward hatte sich im Sommer an beiden Schultern operieren lassen, weshalb er erst im November sein Comeback geben kann. Doch auch ohne den All-Star werden die Clippers schon ein Prüfstein für die Lakers sein.

Bei den Golden State Warriors, die fünf Mal en suite im NBA-Finale standen und dabei dreimal den Titel (2015, 2017 und 2018) holten, ist dagegen vor allem „Scharfschütze“ Stephen Curry gefordert. Denn sein „Splash Brother“ Klay Thompson wird nach einem im sechsten Endspiel gegen Toronto erlittenen Kreuzbandriss zumindest bis Februar ausfallen, sollte aber rechtzeitig zum Play-off-Start am 18. April wieder topfit sein.

Nach dem Abgang von Kevin Durant, der sich nach seinem Achillessehnenriss im Sommer den Brooklyn Nets angeschlossen hat, verfügen die von Oakland nach San Francisco übersiedelten „Dubs“ noch über vier All-Stars: Neben Thompson wurde auch Defensivanker Draymond Green bis 2024 verpflichtet, während Aufbauspieler D‘Angelo Russell (zuvor Brooklyn) neu bei Golden State ist und vor allem Kapitän Curry entlasten soll.

„Wir haben noch immer genug Spieler, die den Unterschied ausmachen können“, ist Curry überzeugt, dass Golden State auch ohne Durant den Titel holen kann. „Über Jahre wurden wir gejagt, nun können wir selbst wieder auf die Jagd gehen.“

Weil die Warriors wie die Clippers und Lakers in der Pacific Division spielen, kommt es im Grunddurchgang gleich zu jeweils vier direkten Vergleichen dieser Topteams. Und auch die Houston Rockets wollen im Westen ganz vorne mitmischen, wobei Topscorer James Harden nun anstelle von Chris Paul sein ehemaliger Oklahoma-City-Thunder-Kollege Russell Westbrook zur Seite steht. In der Eastern Conference gelten hingegen die Milwaukee Bucks um „MVP“ Giannis Antetokounmpo als klarer Favorit.

Auf Rekordjagd

Für den Pöltl-Club San Antonio Spurs wäre dagegen schon das Erreichen der Play-offs ein Erfolg und gleichbedeutend mit einer historischen Bestmarke: Das Team von Trainerlegende Gregg Popovich hätte dann mit 23 Postseason-Teilnahmen en suite den Rekord der Philadelphia 76ers (bis 1963 Syracuse), die von 1950 bis 1971 22-mal in Serie im Play-off gestanden waren, übertroffen.