„Ein wunderbarer Start“

Sport / 27.10.2019 • 19:59 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Alexis Pinturault war wie 2016 beim Weltcupauftakt in Sölden der Dominator.ap
Alexis Pinturault war wie 2016 beim Weltcupauftakt in Sölden der Dominator.ap

Alexis Pinturault gewann wie 2016 den Sölden-Riesentorlauf, Manuel Feller als 12. bester ÖSV-Läufer.

Sölden Alexis Pinturault bleibt die Nummer eins von Sölden. Der 2016-Sieger setzte sich im Auftakt-Riesentorlauf 0,54 Sekunden vor seinem französischen Landsmann Mathieu Faivre durch, der Slowene Zan Krancjec wurde Dritter. Die ÖSV-Herren lieferten im ersten Rennen ohne Marcel Hirscher das schlechteste Sölden-Ergebnis überhaupt ab. Manuel Feller wurde mit Schmerzen als 12. bester Österreicher.

Dabei war der Tiroler zur Halbzeit noch unmittelbar hinter Landsmann Stefan Brennsteiner Achter gewesen. Den zweiten Lauf verpatzte Feller, der am Vortag im Training heftig gestürzt war und für das Rennen fit gemacht werden musste, aber deutlich. Brennsteiner fiel im Finale überhaupt aus.

„Ein Doppelsieg ist immer cool“

Nachdem das Sölden-Herrenrennen in den vergangenen zwei Jahren wetterbedingt ausgefallen war, traf sich die Riesentorlauf-Elite erstmals auf dem Gletscher ohne den vor der Saison zurückgetretenen Hirscher. Wie schon vor drei Jahren und zuletzt beim Saisonfinale in Soldeu war aber wieder Pinturault der Beste.

Schlecht lief es bei prächtigem Wetter und vor 14.000 Zuschauen hingegen für Weltmeister Henrik Kristoffersen. Der Norweger verzeichnete als 18. einen Saison-Fehlstart. Schon im ersten Durchgang hatte Kristoffersen trotz Startnummer eins aber nur Platz zehn belegt, verpatzte dann das Rennen mit einem Innenskifehler komplett.

„Ich bin schon enttäuscht. Aber wenn man Rückstand hat, muss man etwas riskieren“, sagte Kristoffersen, der zusammen mit Pinturault als potenzieller Hirscher-Nachfolger gehandelt wird. „Es war nur das erste Rennen, es kommen noch viele“, tröstete sich der Weltmeister.

Pinturault hat damit den letzten Sölden-Riesentorlauf mit und nun auch den ersten ohne Hirscher gewonnen. Nach dem Ausfall der vergangenen zwei Auflagen gewann der Franzose wie 2016 nach Halbzeit-Führung und erneut mit Startnummer fünf. „Marcel ist nicht mehr da, wir haben jetzt alle noch mehr Druck als vorher. Aber das ist natürlich ein wunderbarer Start“, freute sich der Franzose über seinen 24. Weltcupsieg, seinen 12. im Riesentorlauf. „Ein Doppelsieg ist besonders cool.“

Vier von acht Österreichern hatten es ins Finale geschafft. Zufrieden durften am Ende aber eher zwei Außenseiter sein. Der zweifache Speed-Olympiasieger Matthias Mayer schlug sich als 15. und damit noch vor Kristoffersen beachtlich. Der Kärntner wird nun fix auch den Riesentorlauf in Beaver Creek bestreiten. Der nach mehreren Verletzungen zurückgefallene 2017-Vizeweltmeister Roland Leitinger belegte trotz hoher Startnummer 53 Platz 19. „Ein erster Schritt in die richtige Richtung“, wusste Leitinger.

Bester Österreicher wurde nicht unerwartet Manuel Feller. Allerdings kam der Tiroler trotz Platz acht zur Rennhalbzeit über Endrang 12 nicht hinaus. Feller hatte allerdings nach einem heftigen Trainings-Sturz am Vortag intensiv behandelt und erst für das Rennen fit gemacht werden müssen. „Es war meine größte Brez’n die ich bisher gerissen habe“, gestand der Tiroler nach seinem „Highsider“, nach dem er in eine Trainergruppe gekracht war. Slalom-Coach Marko Pfeifer sprach von einer „Riesen-Schrecksekunde“. Man hätte schon Schlimmstes befürchtet.

Im Rennen sei es zunächst dank viel Adrenalin okay gewesen, versicherte Feller. Für das Finale hatte der werdende Vater aber dann aber nicht mehr ausreichend Energie. „Im Steilhang habe ich überhaupt keinen Rhythmus gefunden“, erklärte Feller seinen Rückfall. „Wir wollten im zweiten Durchgang die Kohlen aus dem Feuer holen, das Thema Marcel heute gleich abschließen“, gestand er. „Es hat nicht funktioniert.“

Warten auf die Belohnung

Brennsteiner ist schon durch zahlreiche Verletzungen gegangen und hatte sich auch beim davor letzten Sölden-Rennen 2016 einen Kreuzbandriss zugezogen. Er hätte nach einem soliden ersten Lauf und Platz sieben viel gutmachen können. „Es ist ziemlich schnell dahingegangen dort, und ich habe einen Schlag auf den Innenski bekommen“, schilderte Brennsteiner den Grund seines Ausfalls. „Ich bin ein Kämpfer und mache weiter. Irgendwann werde ich dafür belohnt werden.“ Sein Aus fixierte das schlechteste Sölden-Ergebnis der ÖSV-Herren aller Zeiten und das schlechteste im Riesentorlauf seit zwölf Jahren.

Die drei Vorarlberger konnten ihr Ziel nicht umsetzen. Johannes Strolz (46.), Magnus Walch (47.) und Patrick Feurstein (52.) verpassten den zweiten Durchgang.

Grund zur Freude gab es für den Kennelbacher Skihersteller Head, auf den ersten fünf Plätzen viermal vertreten. „Ein Superauftakt für uns“, freute sich Rennsportleiter Rainer Salzgeber.

„Wir wollten das Thema Marcel heute gleich abschließen. Es hat nicht funktioniert.“