Nach Kitz folgt Wien für Dominic Thiem

Sport / 27.10.2019 • 20:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach einer Woche war das Ziel erreicht: Die Siegertrophäe des Wiener 500er-Turniers.GEPA
Nach einer Woche war das Ziel erreicht: Die Siegertrophäe des Wiener 500er-Turniers.GEPA

Der 26-Jährige siegt nach Kitzbühel auch in der Stadthalle und schreibt somit österreichische Tennis-Geschichte.

WIEN Er ist jahrelang guten Ergebnissen bei den Heimturnieren in Kitzbühel und Wien nachgelaufen. Nun hat Dominic Thiem beide ATP-Events im gleichen Jahr gewonnen. Er schrieb am Sonntag ein Stück österreichische Tennis-Geschichte. Der 26-jährige Weltgranglisten-Fünfte ist damit der erste Österreicher, dem dieses Double gelungen ist. Thiem besiegte Diego Schwartz­man nach 2:25 Stunden mit 3:6, 6:4 und 6:3.

„Ich kann es gar nicht fassen im Moment. Es ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen“, freute sich Thiem vor neuerlich ausverkaufter Halle noch auf dem Platz. „Ich bin seit 20 Jahren in der Halle, zuerst als Zuschauer, dann mit 17 in der Quali gespielt, dann gegen Tom (Muster) 2011, gegen Tsonga 2013. Und jetzt dieses Turnier zu gewinnen, das ist echt ein absoluter Traum.“

Thiem ist nun auch der einzige Spieler auf der ATP-Tour, der 2019 schon fünf Titel gewonnen hat. Zuvor hatte er in Indian Wells, Barcelona, Kitzbühel und Peking den Siegerscheck geholt. Vor Thiem hatten Horst Skoff (1988) und Jürgen Melzer (2009, 2010) in Wien gewonnen. Thomas Muster hatte zwar in Kitzbühel (1993) gewonnen, war in Wien aber dreimal im Endspiel (1988, 1993, 1995) gescheitert.

Drei Sätze mussten herhalten

Wie schon im Achtelfinale und im Semifinale musste Thiem den ersten Satz abgeben, doch dem Lokalmatador gelang neuerlich der Turnaround. Schwartzman schaffte gleich im Auftakt-Spiel das erste Break, das Thiem zwar postwendend zu null zurückholte. Der im ersten Durchgang nahezu fehlerlos agierende Argentinier nahm dem favorisierten Österreicher aber zum 3:2 erneut das Service ab und nach 42 Minuten sogar ein drittes Mal zum 6:3. Auch Thiems Vater Wolfgang war zu diesem Zeitpunkt „überrascht wie fehlerlos Schwartzman spielt.“ Zudem müsse sein Sohn versuchen, für den Gegner weniger durchsichtig zu spielen. Doch im zweiten Satz sah es zunächst lange so aus, als würde Thiem kein Mittel gegen den Südamerikaner finden. Fast buchstäblich im letzten Moment gelang Thiem aber das erste Break des zweiten Durchgangs zum 5:4. Unter dem Jubel der Fans servierte Thiem zum 1:1 in Sätzen aus.

Und Thiem gelang es, das Momentum in die Entscheidung mitzunehmen. Mit der dritten Chance holte der Lichtenwörther gleich im Auftaktgame das Break. Thiem ging in der Folge mit 3:1 in Führung. Schwartzman blieb zwar immer dran, aber ein Break ließ Thiem nicht mehr zu. Nach dem zweiten Matchball ließ sich Thiem auf den Rücken fallen – „1000 Dank an jeden hier in der Stadthalle“, hieß es später bei der Siegerehrung. Und auch an seine Familie richtete er Dankesworte: „Immer ein Wahnsinn, in der Heimat zu gewinnen, weil so viel wichtige Leute für mich dabei sind.“

„Ich habe nie geglaubt, dass die Stimmung hier in der Stadthalle noch besser werden kann.“