Schuhfirma ziert sich, Liensberger in der Nachdenkphase

Sport / 29.10.2019 • 22:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit Dalbello-Schuhen aufs Podest: Sölden-Siegerin Alice Robinson.gepa
Mit Dalbello-Schuhen aufs Podest: Sölden-Siegerin Alice Robinson.gepa

Im Materialzwist gibt es zwischen den Beteiligten keine Annäherung.

Schwarzach „Die Partner müssen sich einigen. Wir werden gegen den Österreichischen Skiverband nichts tun.“ Michael Mangold, Leiter der Entwicklung bei Schuhhersteller Dalbello, macht im Materialstreit um Katharina Liensberger der Läuferin nur wenig Hoffnung auf einen Skischuh aus seinem Hause und einem Start beim Slalom in Levi. Der Schuhhersteller hatte vor rund drei Wochen argumentiert, man könne in dieser kurzen Zeit bis zum Weltcupstart in Sölden der Läuferin kein konkurrenzfähiges Produkt zur Verfügung stellen.

Der Schuh stünde grundsätzlich für Liensberger bereit. „Es ist natürlich auch eine Frage der Vorlaufzeit“, sagt Mangold. „Man muss auf jeden Fall unseren Schuh mit dem Kästle-Ski testen. Es muss nicht sein, dass dieses Paket sofort passt. Wenn z.B. der Vorlagewinkel nicht stimmt, wäre das ein längeres Prozedere.“ Gepasst hat es für Dalbello in Sölden: Alice Robinson gewann mit dem Dalbello-Material den Riesentorlauf, Mina Fürst Holtmann wurde Vierte.

Der Ausrüstervertag zwischen Kästle und Liensberger ist weiter aufrecht. Der Skiverband beharrt im Fall der 22-Jährigen allerdings auf eine Rückkehr zu Rossignol. „Der ÖSV wäre eigentlich verpflichtet, der Athletin beim Material eine Wahlfreiheit zu geben“, meint Alexander Lotschak, Rennsportleiter bei Kästle. „Warum fühlt sich Rossignol zu einem Vertrag mit Liensberger legitimiert? Da frage ich mich schon, wozu es befristete Verträge gibt.“

Nachdenkpause und Notbremse

Liensberger müsste bis 15. November einen neuen Vertrag bei Rossignol unterschreiben. „Sonst wird sie gesperrt“, sagte Skipoolchef Reinhold Zitz zuletzt in Sölden. Eine Ansage, die für Lotschak nicht nachvollziehbar ist: „Ihr Vertrag mit Rossignol ist mit 30. April ausgelaufen. Es ist allein die Logik des Skipools, dass ein Athlet ohne Ausrüstervertrag aufs alte Material zurückgreifen muss. Eine Regel dazu gibt es nicht.“

Liensberger und ihr Umfeld befinden sich in einer Nachdenkphase. „Wäre ich der Vater von Liensberger, würde ich die Notbremse ziehen“, sagt Mangold. „Katharina ist ein großes Talent, es wäre schade um sie.“ VN-ko