Hirscher und Herzog sind Österreichs „Sportler des Jahres“

Menschen / 31.10.2019 • 22:35 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

wien Marcel Hirscher, Vanessa Herzog und Red Bull Salzburg sind die großen Gewinner der 23. Lotterien Sporthilfe-Gala in der Wiener Marx-Halle. Für den im September zurückgetretenen Skistar Hirscher sprachen der achte Gesamtweltcupsieg und Slalom-WM-Gold, Herzog wurde Weltmeisterin im Eisschnelllauf und beendete bei der Wahl die ÖSV-Siegesserie bei den Damen.

Zum sechsten Mal wurde Hirscher geehrt, zum ersten Mal gab es dafür einen „NIKI“. Die Trophäe war zu Ehren der heuer verstorbenen Formel-1-Legende Niki Lauda umbenannt worden, dieser war 1977 Sportler des Jahres in Österreich. Nur Annemarie Moser-Pröll mit sieben Auszeichnungen als „Sportlerin des Jahres“ wurde in der Vergangenheit in einer der Hauptkategorien öfter geehrt.

Der 30-jährige Salzburger Hirscher setzte sich bei der Wahl unter den Mitgliedern der österreichischen Sportjournalistenvereinigung Sports Media Austria (SMA) mit 1.185 Punkten vor Tennis-Star Dominic Thiem (895), der heuer fünf Turniere gewann, und Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger (616), dem WM-Bronzenen von Doha, durch.

Rentner-Kollege und Freund Felix Neureuther überreichte den NIKI und hielt vorher noch eine launige Laudatio, in der er u.a. aufzählte, was er alles gewonnen hätte, hätte es Hirscher nicht gegeben. „Der Kerl hat immer abgeliefert. Ohne dich wäre alles nur halb so viel wert gewesen. Danke für viele tolle Jahre und beinharte Duelle. Und danke, dass wir trotz aller Konkurrenz Freunde geworden sind“, richtete er seine Worte direkt an den Preisträger.

„Felix hat sehr viel bewegt in mir gerade, hat er gut gemacht. Eine Riesenüberraschung. Und allgemein, Dankeschön für so einen Abschluss. Es ist gewaltig, dass ich noch einmal hier stehen darf. Aber nun ist wirklich Schluss“, erklärte Hirscher. Er sei sehr dankbar, dass nun die Zeit für andere Sachen da sei. Und an die anderen Nominierten gerichtet: „Ich bin nicht mehr lästig.“

Eisschnellläuferin Herzog, geboren in Tirol und wohnhaft in Kärnten, hatte heuer bei der Einzelstecken-WM mit Gold über 500 m und Silber über 1.000 m sowie als Europameisterin im Sprint-Vierkampf geglänzt. Damit sicherte sich erstmals nach neun Jahren keine Athletin aus dem Österreichischen Skiverband die Auszeichnung, letzte und bisher einzige Eisschnellläuferin war 1994 Emese Hunyady, die die Show als Sitznachbarin ihrer „Nachfolgerin“ verfolgte.

Die 24-jährige Herzog gewann mit 1.104 Punkten vor Leichtathletin Verena Preiner (991) und Skirennläuferin Nicole Schmidhofer (578), die heuer die Abfahrts-Weltcup-Wertung für sich entschieden hatte. Die Trophäe überreichte ihr Matthias Lauda. „Das fühlt sich sehr gut an. Vor allem in einer kleineren Sportart, die in Österreich nicht so populär ist“, sagte Herzog.

Preiner war zweimal nominiert gewesen, sie durfte sich mit der Auszeichnung „Aufsteigerin des Jahres“ mehr als nur trösten. „Ich bin wirklich stolz auf diese Auszeichnung. Es ist verrückt, dass ich so eine Traum-Saison habe, dass ich dann auch noch hier als Aufsteigerin des Jahres ausgezeichnet werde“, sagte die Oberösterreicherin. Der Jubel war auch doppelt groß, denn mit Wolfgang Adler bekam ihr Trainer die Auszeichnung „Trainerpersönlichkeit des Jahres“. Zum zweiten Mal en suite kam dieser aus dem Leichtathletik-Lager, im Vorjahr durfte sich Weißhaidinger-Coach Gregor Högler freuen.

Als „Mannschaft des Jahres“ verteidigte vor den Augen von Sportminister und Sporthilfe-Präsident Eduard Müller Red Bull Salzburg – Meister, Cupsieger, erstmaliger Champions-League-Teilnehmer und Europa-League-Achtelfinalist – den Titel erfolgreich und führte mit 1.128 Punkten souverän einen Vierfachsieg für den Fußball vor dem Männer-Nationalteam (488), LASK und WAC an. Salzburgs-Sportdirektor Christoph Freund nahm die Trophäe entgegen. „Das ist eine Riesenauszeichnung. Wir haben eine coole Truppe. Es macht gerade riesengroßen Spaß in Salzburg.“

Die Auszeichnungen Sportler und Sportlerin mit Behinderung gingen an Langläuferin Carina Edlinger und Skirennläufer Josef Lahner, in der Kategorie Special Olympics setzten sich Gabriele Kopf (Schwimmen) und Paul Vogl (Judo) durch. Als Sportler mit Herz hatte sich bei der Publikumswahl Christoph Vetchy (Vienna Charity Run-Organisator) durchgesetzt. Die Jugendsportpreise gingen an Lena Grabowski (Schwimmen) und Johannes Lamparter (Nordische Kombination).

Es war die erste Gala unter dem neuen Sporthilfe-Geschäftsführer Gernot Uhlir, er begrüßte u.a. 25 Olympiasieger und Paralympics-Sieger, die der Einladung gefolgt waren. Wahlberechtigt waren 620 ordentliche Mitglieder von Sports Media Austria gewesen, aktueller Präsident ist ORF-TV-Chef Hans Peter Trost.