Der Befreiungsschlag

Sport / 03.11.2019 • 22:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In Wattens hatte seine Fußballkarriere einst begonnen, nun war Christian Gebauer (links gegen Lukas Grgic) Altachs Wegbereiter zum wichtigen Auswärtssieg.gepa
In Wattens hatte seine Fußballkarriere einst begonnen, nun war Christian Gebauer (links gegen Lukas Grgic) Altachs Wegbereiter zum wichtigen Auswärtssieg.gepa

Dank mannschaftlicher Geschlossenheit und Wille feiert Altach verdienten 4:0-Sieg.

Innsbruck Es war ein zäher Beginn, umso schöner das Ende. Und die Erleichterung war groß, denn der Cashpoint SCR Altach gewann auch das zweite Saisonduell (4:0) gegen Aufsteiger WSG Tirol. Den Weg zum Sieg ebnete mit Christian Gebauer ausgerechnet der ehemalige Wattens-Kicker im SCRA-Dress. Nach einem herrlichen Spielzug, ausgehend von Emir Karic über die linke Seite, war es Mergim Berisha, der den Ball ideal zur Mitte spielte, wo Gebauer sich aus kurzer Distanz gegen zwei WSG-Spieler durchsetzte. Es war der dritte Ligatreffer des 25-Jährigen in dieser Saison, der als Tiroler auch beim Abgang Applaus erhielt.

Davor hatte sich in Halbzeit eins nicht viel abgespielt. Beide Mannschaften zeigten viel Respekt und suchten die Sicherheit, wobei Alt­ach den spielerisch reiferen Eindruck hinterließ. Und nach einer kuriosen Situation auch für die erste Torgefahr sorgte. Bei einem Freistoß von Berisha verzichtete Tirols Torhüter Ferdinand Oswald auf eine Mauer und musste sich dann gewaltig strecken, um den 30-m-Hammer über die Latte zu drehen. Umso mehr tat sich auf den Rängen, wo der SCRA-Fanclub mit viel Pyrrotechnik für Rauch im Stadion und wohl auch Geldstrafen gegen den Klub sorgte. Noch während des Spiels waren Sicherheitsbeamte damit beschäftigt, die Schuldigen ausfindig zu machen.

Kontermöglichkeiten

Die Hausherren reagierten schon zur Pause, Trainer Thomas Silberberger forderte mehr Initiative. Nach 58 Minuten wechselte er mit Lukas Katnik zudem einen seiner beiden Vorarlberger im Team ein. Nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung kam Katnik auch schon zu seiner ersten Chance, doch der 30-Jährige platzierte einen Kopfball über das Tor (60.). Die Tiroler hatten zu dem Zeitpunkt zwar mehr Spielanteile, doch für die Altacher gab es genügend Möglichkeiten zu kontern. Vor allem wenn aggressives Pressing betrieben wurde, zeigten die Hausherren Schwächen. Eine solche wurde schließlich knallhart genutzt. Und wieder waren Karic und Berisha maßgeblich daran beteiligt. Letzterer war es, der sich nicht nur konsequent durchzusetzen vermochte, sondern auch noch ideal zur Mitte flankte, wo dieses Mal Manfred Fischer im kurzen Eck den Ball ins Tor ablenkte (69.). Dass nur Minuten zuvor ein klares Foulspiel von Sandro Neurauter an Berisha am Fünfer nicht geahndet worden war (62.), war somit schnell abgehakt. Altach, das vor allem dank mannschaftlicher Geschlossenheit und Einsatzbereitschaft überzeugte, ließ sich mit der Führung im Rücken nicht mehr aus der Ruhe bringen. Vielmehr waren die Rheindörfler nun Herr der Lage. Vor allem weil das Duo Nussbaumer/Oum Gouet gut funktionierte und weil die Spieler viel Laufarbeit verrichteten. Das 3:0 war schlussendlich der Lohn für diese Leistung, und der vierte Treffer durch den Ex-Innsbrucker Matthias Maak sorgte für den tabellarisch wichtigen Befreiungsschlag. Und wohl auch vereinsintern für mehr Ruhe.

„Der Sieg ist Balsam für unsere Seele. Ein Tor gegen den Ex-Klub ist natürlich besonders.“