Wieder Weltmeister

Sport / 03.11.2019 • 22:41 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lewis Hamilton feierte in Austin seinen sechsten WM-Titel. Mercedes-Chef Toto Wolff ist sich sicher, dass sein Vorfahrer auch den Rekord von Michael Schumacher einstellen kann. apa
Lewis Hamilton feierte in Austin seinen sechsten WM-Titel. Mercedes-Chef Toto Wolff ist sich sicher, dass sein Vorfahrer auch den Rekord von Michael Schumacher einstellen kann. apa

Lewis Hamilton holte sich in Austin den sechsten Titel, Valtteri Bottas gewann Grand Prix.

Austin Lewis Hamilton ist zum sechsten Mal Formel-1-Weltmeister. Der Brite beseitigte beim US-Grand-Prix in Austin mit einem zweiten Platz alle Zweifel. Damit kann er in den übrigen zwei Rennen in Sao Paulo und Abu Dhabi nicht mehr von seinem Mercedes-Teamrivalen Valtteri Bottas eingeholt werden, der sich gestern den Sieg schnappte. Dritter war Max Verstappen im Red Bull.

Ferrari-Hoffnung Charles Leclerc fehlte das gesamte Rennen über die Geschwindigkeit, um vorne mitzufahren. Der Monegasse wurde ungefährdet Vierter vor Red-Bull-Mann Alexander Albon. Sechster wurde der Australier Daniel Ricciardo im Renault. Sebastian Vettel im zweiten Ferrari fiel nach einem technischen Gebrechen schon nach wenigen Runden aus.

„Ich wachse immer weiter“

Hamilton hatte bereits 2008, 2014, 2015, 2017 und 2018 die Fahrer-Weltmeisterschaft gewonnen. Mit sechs Titeln überholte er in der historischen Bestenliste den Argentinier Juan Manuel Fangio und stieg zum alleinigen Zweiten hinter Michael Schumacher auf. Der Deutsche hatte von 1994 bis 2004 sieben Titel geholt. Nächstes Jahr kann Hamilton diese wichtigste Schumacher-Bestmarke egalisieren. „Meine Eltern sind hier, ihre Lebenspartner, viele Freunde. Mein Vater sagte mir, als ich ein Kind war, dass ich niemals aufgeben soll.“

„Still we rise“, funkte Hamilton in Anlehnung an sein Motto „Still I Rise“ („Ich wachse immer weiter“) ans Team. „Wir werden noch immer besser“, meinte der Brite, der heuer noch seine eigene Rekord-Punktezahl übertreffen kann. Im Vorjahr hatte er 408 Zähler gemacht, auch damals hatte es 21 Rennen gegeben. Aktuell hält Hamilton bei 381, 52 kann er bestenfalls noch einsammeln. „Danke euch so sehr, Jungs! Wir haben einen unglaublichen Job gemacht. Ich kann es nicht glauben“, freute er sich noch im Cockpit. „Es war so ein schwieriges Rennen für uns.“

Hamilton war nur als Fünfter gestartet – weiter hinten war er zuletzt im Juli 2018 in Hockenheim als Quali-14. gewesen. Doch schon nach wenigen Metern hatte der 34-Jährige beide Ferrari überholt. Vettel, der nach dem Start ein Problem bekam und über heftiges Untersteuern klagte, wurde auf Platz sieben zurückgereicht. In der achten Runde brach seine Radaufhängung an der Hinterachse, der Deutsche musste seinen roten Dienstwagen abstellen.

Vorne setzten sich Bottas, Verstappen und Hamilton ab. Verstappen wechselte in der 14. Runde als erster aus dem Trio die Reifen. Der Finne Bottas folgte eine Runde später, während Hamilton länger auf seinem ersten Satz blieb. In der 24. Runde überholte Bottas seinen Teamkollegen. Erst danach bog Hamilton in die Boxengasse ein und ließ neue Gummis anstecken, mit denen er durchfahren sollte.

Das Ziel verfehlt

Nach seinem zweiten Stopp fuhr Bottas in der Schlussphase mit frischen Reifen wieder an Hamilton vorbei. Verstappen hingegen schaffte den Sprung auf Platz zwei nicht mehr. Am Ende verhinderten Gelbe Flaggen wegen eines Ausritts von Haas-Pilot Kevin Magnussen einen letzten Versuch des Niederländers mit der Überholhilfe DRS.

„Ich habe mein Ziel heuer verfehlt, das war der Titel“, konnte sich Bottas nach dem siebten Sieg in seiner Karriere offensichtlich nicht so richtig freuen. „Gratulation an Lewis. Es gibt immer noch das nächste Jahr. Er verdient es“, gab sich der 30-Jährige aber als fairer WM-Verlierer.

„Wir haben einen unglaublichen Job gemacht. Ich kann es nicht glauben.“

Formel 1

Die Mehrfachweltmeister

7  Michael Schumacher (Ger)  

1994, 1995, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004

6 Lewis Hamilton (Gr) 

2008, 2014, 2015, 2017, 2018, 2019

5  Juan Manuel Fangio (ARG)

1951, 1954, 1955, 1956, 1957 

4  Alain Prost (Fra)

1985, 1986, 1989, 1993

 Sebastian Vettel  

2010, 2011, 2012, 2013

3  Jack Brabham(Aus)  1959, 1960, 1966

 Jackie Stewart (Gbr) 1969, 1971, 1973

 Niki Lauda (Aut)  1975, 1977, 1984

 Nelson Piquet (Bra)  1981, 1983, 1987

 Ayrton Senna (Bra)  1988, 1990, 1991