Aufruhr in Neapel, Spieler stärken Trainer

Sport / 06.11.2019 • 23:05 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Kapitan Lorenzo Insigne (v.) hielt ein Plädoyer für Trainer Carlo Ancelotti. Reuters
Kapitan Lorenzo Insigne (v.) hielt ein Plädoyer für Trainer Carlo Ancelotti. Reuters

Neapel Dunkle Wolken hängen dieser Tage nicht nur über dem Golf von Neapel. Auch beim Stolz der Stadt, der SSC Napoli, braut sich etwas zusammen. Trainer Carlo Ancelotti sprach nach dem 1:1 in der Champions League gegen Salzburg nicht mit Journalisten, sagte erstmals in seiner Amtszeit die obligatorische Pressekonferenz ab. Zu den Gründen für die Funkstille machte Napoli keine Angaben. Es könnte aber eine Reaktion auf die ungeliebte Kasernierung sein, die Präsident Aurelio De Laurentiis dem Team nach schwachen Ergebnissen in der Liga bis Sonntag, dem Beginn der Länderspielpause, verordnet hat. Während Ancelotti und sein Trainerteam nach dem Salzburg-Match ins 35 Kilometer entfernte Castel Volturno zurückkehrten, weigerten sich die Spieler, dies zu tun. Sie informierten Edoardo De Laurentiis, den Sohn Aurelios und Club-Vizepräsidenten, sowie ihre Anwälte. „Wir fahren nach Hause.“ Eine zwangsweise Kasernierung sei durch keinen Punkt in den Verträgen gedeckt, argumentierten sie. Am Mittwochvormittag kehrten die Spieler auf das Trainingsgelände zurück und rauschten nach der Regenerationseinheit wieder nach Hause ab. Der Club hatte da schon die für die Kasernierung angemieteten Hotelzimmer storniert. Club-Chef Aurelio de Laurentiis nahm in seiner Suite Kontakt mit Anwälten auf, um mögliche Sanktionen gegen die „Meuterer“ zu prüfen.