Titel-Wettrüsten zum Saisonabschluss

Sport / 06.11.2019 • 19:54 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Vorarlbergs ersatzgeschwächte Kunstturn-Equipe bei ÖFT-Meisterschaft in Graz gefordert.

Schwarzach Nach dem triumphalen Auftritt bei den Heimtitelkämpfen 2018 in Wolfurt, wo man mit zwölf Gold-, sieben Silber- und neun Bronzemedaillen das erfolgreichste Bundesland war, müssen die Erwartungen bei den diesjährigen ÖFT-Titelkämpfen am Wochenende in Graz wesentlich niedriger angesetzt werden. Bedingt durch zahlreiche Verletzungen und Rücktritte wird es schwer werden, die nationale Vorherrschaft zu verteidigen. Mit insgesamt 21 Athleten (13 weibliche und acht männliche) stellt man zwar das zweitgrößte Aufgebot unter den insgesamt 127 Athleten aus allen Bundesländern. Allerdings gönnen sich beide Paradeathleten der Vorarlberger Turnerschaft (VTS) zum Abschluss der kräfteraubenden Wettkampfsaison eine schöpferische Pause. Elisa Hämmerle (TS Jahn Lustenau), die sich vor wenigen Wochen bei der Weltmeisterschaft in Stuttgart einen Quotenplatz für die Olympischen Sommerspiele 2020 holte, wird in den kommenden Monaten keine Wettkämpfe bestreiten und verzichtet auf die Verteidigung ihrer beiden Geräte-Goldenen aus dem Vorjahr. „Das heurige Jahr war sehr turbulent für mich und hat sehr viel Energie gekostet. Um in Tokio 2020 auf den Punkt fit zu sein, passt die Staatsmeisterschaft leider nicht in meine Trainingsplanung“, erklärte die noch 24-Jährige.

Damit ruhen die Hoffnungen auf den Mehrkampftitel auf den Schulter von Klubkollegin Marlies Männersdorfer, Mehrkampfsiegerin der letzten beiden Jahre. „Ich habe die Enttäuschung der WM überwunden und bin nach einer kurzen Regenerationsphase wieder in Form. Jetzt hoffe ich natürlich, dass ich den Hattrick schaffe und mir eine versöhnlicher Saisonabschluss gelingt“, betont die 22 Jahre alte HLSZ-Sportsoldatin.

Schwab muss ebenfalls passen

Im Männer-Mehrkampf verzichtet mit Matthias Schwab (Sparkasse SG Götzis) ebenfalls Vorarlbergs Nummer eins auf einen Start. „Ich hatte im Vorfeld der WM mit Schulterproblemen zu kämpfen, daher lag mein Fokus in den letzten Wochen auf der Regeneration. Der ÖM-Verzicht ist die logische Konsequenz“, so der 28-Jährige. Einziger VTS-Aktiver in der Eliteklasse ist Roman Oberhauser. Allerdings beschränkt sich der Routinier der TS Egg auf Starts an Einzelgeräten.

Laut VTS-Landesfachwart Thomas Bachmann breit gefächert ist aus heimischer Sicht die Anzahl der Medaillenkandidaten in der Juniorenklasse. „Wir haben sowohl bei den Mädchen als auch Burschen einige Aktive, die das Potenzial haben, im Kampf um die Medaillen im Mehrkampf und im Einzel mitmischen zu können.“

Gespannt darf man auch sein, ob es gelingt die jahrelange Tradition der Medaillengewinne im Mannschaftsbewerb fortzusetzen. „Wir sind zwar in beiden Bewerben Titelverteidiger, aber aufgrund der personellen Umstände nicht in der Favoritenrolle wie im letzten Jahr. Trotzdem denke ich, dass wir bei optimalem Verlauf die seit 2005 anhaltende Erfolgsserie mit Medaillen bei den Frauen und Männern fortsetzen werden“, so Bachmann.

„Wir sind in beiden Teambewerben Titelverteidiger, aber nicht erklärte Favoriten.“

Marlies Männersdorfer peilt in Graz den dritten Mehrkampftitel in Serie an. ÖFT
Marlies Männersdorfer peilt in Graz den dritten Mehrkampftitel in Serie an. ÖFT
Matthias Schwab holte 2012 die letzte VTS-Goldene im Elitemehrkampf.VTS
Matthias Schwab holte 2012 die letzte VTS-Goldene im Elitemehrkampf.VTS