Neue Berater, neuer Anlauf

Sport / 07.11.2019 • 21:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Katharina Liensberger droht eine Saison ohne Renneinsatz. Die Weltcupläuferin aus Göfis fehlte zuletzt bei den Trainingskursen des ÖSV.gepa
Katharina Liensberger droht eine Saison ohne Renneinsatz. Die Weltcupläuferin aus Göfis fehlte zuletzt bei den Trainingskursen des ÖSV.gepa

Skiverband macht weiter Druck auf Katharina Liensberger.

Schwarzach Aktuell ist Katharina Liensberger krank geschrieben. Bis 15. November muss die Skirennläuferin aus Göfis den Rossignol-Vertrag unterzeichnen, will sie nach dem verpassten Weltcup-Auftakt in Sölden wenigstens beim Slalom am 23. November in Levi für den ÖSV in die Weltcup-Saison starten können. Diese Woche hat es einen neuerlichen Anlauf gegeben. Gespräche zwischen zwei neuen Beratern der 22-Jährigen und dem Österreichischen Skiverband sollen „konstruktiv“ verlaufen sein.

Das bestätigte Pool-Geschäftsführer Reinhold Zitz, der zusammen mit ÖSV-Sportdirektor Anton Giger gegenüber den aus Liensbergers Heimat kommenden Vertretern die Sichtweise des Skiverbandes dargelegt hat, der Austria Presse Agentur. „Reden muss man immer und die Gespräche waren konstruktiv. Zu verhandeln gibt es aber nichts“, betonte Zitz, dass für den ÖSV weiterhin nur eine Unterschrift Liensbergers unter den angebotenen Rossignol-Vertrag zählt.

„Es liegt an ihr“

Eventuelle andere Materialüberlegungen der von Rossignol zu Kästle gewechselten Technik-Spezialistin, die gemäß österreichischem Skipool derzeit ohne gültigen Schuhvertrag ist, seien hinfällig. „Ich kann kein neues Transferfenster mehr aufmachen, das wäre gegenüber den anderen Firmen unfair“, erklärte Zitz. „Es liegt also weiterhin alles an ihr.“

Liensberger hatte trotz des vom Skimarkenwechsel ausgelösten Materialstreits Mitte Oktober mit gepa-konformen Schuhen ein Mal an einem Trainingskurs der ÖSV-Damen teilgenommen. Wegen der fehlenden Unterschrift hatte sie dann aber in Sölden nicht an den Start gehen können. Auch an den aktuellen Kursen in Finnland (Levi) bzw. zuletzt auf der Resterhöhe war die Göfnerin nicht dabei. Ob Liensberger stattdessen mit Privatcoach Roland Pfeifer trainiert, ist nicht bekannt.

Die Causa ist offen

Liensberger gilt seit Jahren als Zukunftsaktie im ÖSV-Damenteam, ist aber noch sieglos. Deshalb wurde die Technik-Spezialistin laut Giger auch besonders gefördert und hatte zuletzt etwa mit Sepp Weissenbacher sogar einen eigenen Servicemann. „Ohne Weltcupsieg hast du normalerweise keinen eigenen Servicemann und so etwas schlägt sich dann eben gleich dramatisch nieder“, erklärte Giger, der die bisherigen Ausbildungskosten für Liensberger mit rund 680.000 Euro bezifferte.

Wie es in der Causa weitergeht, ist also offen. Das Umfeld Liensbergers hat auch die Modalitäten für einen eventuellen Verbandswechsel abgeklärt. Für den ÖSV steht fest, dass Liensberger in der laufenden Saison keine Rennen bestreiten wird, wenn sie nicht bis 15. November unterschreibt.

„Die Gespräche waren konstruktiv. Zu verhandeln gibt es aber nichts.“