Schmerzhafter Rückfall

Sport / 10.11.2019 • 21:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Bild spricht Bände: Manfred Fischer kann es nicht glauben, was zuvor über die 90 Minuten abgelaufen ist.gepa
Das Bild spricht Bände: Manfred Fischer kann es nicht glauben, was zuvor über die 90 Minuten abgelaufen ist.gepa

Inferiores Abwehrverhalten lässt Cashpoint Altach beim 0:3 gegen Rapid keine Chance.

Altach Das Spiel, die Abwehrfehler, die Niederlage – für einmal war die Contenance bei Alex Pastoor verschwunden. Altachs Trainer hatte nach Spielende einen dicken Hals und war trotz kalter Temperaturen siedend heiß. Die 90 Minuten zuvor, vor allem die ersten 45 Minuten hatten sein Nervenkostüm auf das Äußerste gespannt. Wohlwissend, das 0:3 gegen den Rekordmeister wird nicht ohne Konsequenzen bleiben können.

Katastrophale Abwehrfehler

Tiefschläge gab es genug für den Cashpoint SCR Altach rund um das Spiel. Erst musste kurzfristig die Torhüterposition neu besetzt werden, weil es bei Martin Kobras krankheitsbedingt nicht ging. Reuf Durakovic rückte nach und Benjamin Ozegovic musste seinen Juniorsjob für die Ersatzbank tauschen. Und dann war da die schon fast obligate Anfangsschwäche der Altacher. Keine zwölf Minuten dauerte es und man lag 0:2 zurück. Am Ende hieß es 3:0 für Rapid und für die Rheindörfler war es einmal mehr in dieser Saison ein Fußballabend zum Vergessen.

Es waren wieder die individuellen Fehler, die für einen Horrorstart gegen Rapid sorgten. Ein völlig unmotivierter Pass von Anderson brachte Thurnwald in die Bredouille. Sein Ballverlust an Ullmann wurde zum Sargnagel. Denn Anderson konnte sich gegen Ullmann nur noch durch ein Foul retten, Schiedsrichter Markus Hameter zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Eine Chance, die sich Stefan Schwab nicht entgehen ließ (11.). In dieser Tonart ging es weiter. Keine Spur mehr von der in Innsbruck an den Tag gelegten Sicherheit. Vielmehr war das Abwehrverhalten ein einziger Torso. Nur wenige Sekunden nach dem 0:1 bestätigte Matthias Maak diese These, indem er den Ball leichtfertig an Arase verlor. Knasmüllner erbte und bediente Murg, der aus kurzer Distanz für den zweiten Rapid-Treffer sorgte (12.). Damit war das Spiel vorzeitig entschieden. Nicht, weil die Wiener so stark spielten, sondern weil Altach die Gäste mit Eigenfehlern, gepaart mit mangelhaftem Zweikampfverhalten, zum Toreschießen eingeladen hatte.

Auf der Altacher Bank sorgte der frühe Rückstand für Bewegung. Doch der notwendige Wechsel kam zu spät. 36 Minuten musste Sidney Sam warten, ehe er zum Einsatz kam und mit Maak einer der indisponierten Defensivspieler den Platz räumen musste. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 0:3, weil Letzterer stümperhaft attackierte und Murg ideal auf Arase spielte. Dieser hatte wenig Mühe, allein vor Reuf Durakovic den Ball im Tor unterzubringen. Es war der negative Höhepunkt einer ersten Hälfte, die aus Sicht der Hausherren zum Vergessen war.

Ansatzweise Fußball

Mit der Umstellung auf eine Viererkette und der Hereinnahme von Sam („Ein Spiel mit zwei Gesichtern. In der ersten Halbzeit haben wir uns die Bälle selbst reingehauen“) kam ein eine gewisse Stabilität in das fragile SCRA-Team. Doch gefordert wurden die Gäste nicht wirklich, kein Wunder ob der komfortablen 3:0-Pausenführung. Zumindest der Versuch, Fußball zu spielen war, erkennbar. Das war zum einen Sidney Sam geschuldet, aber auch Rapid, das sich zurückzog und nur mehr das Ergebnis verwaltete. Nach 70 Minuten auch eine erste Chance, doch Manfred Fischer rutschte am Ball vorbei. Auch in der Folge war es immer wieder Sam, der seine Mitspieler nach vorne trieb und einmal auch selbst an Torhüter Richard Strebinger scheiterte. So blieb am Ende ein Abseitstor von Bernd Geschweidl der einzige Höhepunkt in der zweiten Halbzeit (81.), in der die Hausherren zumindest ansatzweise Fußball spielten.

„Die Qualität der Mannschaft reicht normal, um aus dem Tabellenkeller zu kommen.“