Ein bisschen bitter, aber ein gutes Signal

Sport / 11.11.2019 • 21:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Matthias Schwab vergab am vierten Extraloch den Sieg.

Schladming Im wahrsten Sinne um Zentimeter ist Matthias Schwab am Sonntag in einer epischen Golf-Schlacht an seinem ersten European-Tour-Sieg vorbeigeschrammt. Auch wenn das K. o. im Stechen von Antalya „ein bisschen bitter“ schmeckte, war es für den 24-jährigen Steirer „ein gutes Signal“. Als Lohn gab es den erstmaligen Vorstoß auf Rang 80 der Weltrangliste und eine breite Brust fürs Saisonfinale in Dubai.

Schwab, der in seiner zweiten vollen Profisaison schon mit einem weiteren zweiten Platz in Hamburg (September), einem dritten Platz in München (Juni) sowie einem vierten in der Vorwoche beim WGC-Turnier in Schanghai aufgezeigt hatte, hätte wohl gerne den Siegerscheck von 1,8 Millionen Euro eingesteckt, dürfte aber auch mit 390.00 Euro durchaus glücklich sein. „Es war ein cooles Erlebnis“, rekapitulierte Schwab den langen Schlusstag, an dessen Ende er mit einem etwas zu unpräzisen Versuch am vierten Extraloch dem Engländer Tyrrell Hatton unterlegen war.

Saisonfinale in Dubai

Nicht nur dass zum erst zweiten Mal bzw. zum ersten Mal seit 2003 sechs Spieler den Sprung ins Stechen geschafft hatten. Als nur noch Hatton und Schwab übrig waren, hatte in Antalya bereits das Flutlicht von der Sonne übernommen. „Sicher war das speziell. Es war ziemlich finster, überall waren Stellen, wo das Flutlicht nicht hingekommen ist. Und dann noch fünfmal hintereinander dasselbe Loch spielen“, meinte Schwab im Hinblick auf das Play-off, das auf der letzten Bahn über die Bühne ging. „Das ist etwas eintönig, du kannst die Gedanken nicht driften lassen.“

Dabei habe er sich angesichts einer soliden, aber eben nicht so starken Runde wie in den Tagen zuvor eigentlich gar nicht mehr „erwartet, dass ich mit nur zwei unter Par noch eine Chance habe“, sagte Schwab, der vor allem mit den Putts haderte – wie auch beim finalen Schlag. „Aus irgendeinem Grund waren sie nicht so gut“, so Schwab, der aber insgesamt doch zufrieden war. „Ich war jetzt drei oder vier Runden vorne dabei, vier Tage unter hohem Druck. Das war gut zu sehen, auch wenn es nicht ganz gereicht hat.“

Schwab verzichtet auf die Teilnahme am dieswöchigen Turnier in Sun City (Südafrika), im heimatlichen Schladming steht für ihn nun Regeneration im Vordergrund – nicht zuletzt mentale. „Das wird von Außenstehenden oft übersehen.“ Gut möglich, dass er seine Schläger zwei, drei Tage keines Blickes würdige, am Sonntag hebt der Flieger Richtung Dubai ab, wo ab 21. November das Saisonfinale der European Tour steigt. Die ersten neun Löcher der dortigen Anlage kenne er bereits von Trainings, genaue Ziele könne er noch nicht formulieren: „Da bin ich eher ein kurzfristiger Denker.“

„Fünfmal hintereinander dasselbe Loch spielen. Das ist etwas eintönig.“