Anklage gegen Ex-Langläufer Dürr

Sport / 14.11.2019 • 23:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Dürr drohen fünf Jahre Haft.GEPA
Dürr drohen fünf Jahre Haft.GEPA

Innsbruck Die Causa rund um das in der Operation Aderlass aufgedeckte internationale Blutdoping-Netzwerk hat zu einem weiteren strafrechtlichen Schritt geführt: Die Staatsanwaltschaft Innsbruck brachte gegen Ex-Langläufer Johannes Dürr Anklage unter anderem wegen schweren gewerbsmäßigen Sportbetrugs ein. Dem 32-jährigen Niederösterreicher drohen im Falle einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft. Ein Verhandlungstermin vor dem Schöffengericht stand vorerst nicht fest. Dürr wird laut Anklagebehörde neben Betrug durch Eigendoping zudem zur Last gelegt, zum Doping anderer Sportler beigetragen zu haben. Er soll Wachstumshormone vom im Zuge der Nordischen Ski-WM in Seefeld aufgedeckten deutschen Sportmediziner Mark S. an andere Sportler weitergegeben und andere Sportler zum Zwecke des Eigenblutdopings an den deutschen Mediziner vermittelt haben. Dadurch habe er nicht nur mehrere Vergehen nach dem Antidopingbundesgesetz zu verantworten, sondern auch zum Sportbetrug durch die gedopten Sportler beigetragen, hieß es.

Die Anklage wegen schweren gewerbsmäßigen Sportbetrugs sei wiederum darin begründet, dass Dürr selbst – nach einer mehrjährigen Wettkampfsperre im Jahr 2014 – weiterhin Doping praktiziert habe und sich von Sponsoren sowie im Rahmen eines Crowdfundings von einer Vielzahl von Privatpersonen unterstützen ließ. Und dies unter der Vorgabe, er würde den Sport nun sauber betreiben, argumentierte die Staatsanwaltschaft.