Niederlage ohne Konsequenzen

Sport / 14.11.2019 • 22:43 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Dominic Thiem stand bereis vor der Partie gegen Matteo Berretini als Gruppensieger fest.Reuters
Dominic Thiem stand bereis vor der Partie gegen Matteo Berretini als Gruppensieger fest.Reuters

Dominic Thiem im letzten Gruppenspiel mit 6:7, 3:6 gegen Matteo Berrettini.

London Mit Mütze und fest eingepackt hat Dominic Thiem Auskunft über sein verlorenes Match gegen den Italiener Matteo Berrettini und über seinen Gesundheitszustand gegeben. Der Weltranglisten-Fünfte musste beim mit 9 Millionen Dollar dotierten Saisonabschlussturnier in London in nur 76 Minuten mit 6:7(3), 3:6 die erste Niederlage hinnehmen. Allerdings ohne Konsequenzen, Sieht man von jeweils zusätzlichen 200 Punkten und 215.000 Dollar ab. Österreichs Ass war nach Erfolgen über Roger Federer und Novak Djokivic bereits vor seinem letzten Match als Halbfinalist und Gruppensieger festgestanden.

Hotel gewechselt

Thiem hielt sich in der Partie mit statistischem Charakter an den Plan, sich im Hinblick auf das Semifinale zu schonen. Dass er aber sogar das Hotel gewechselt hat und nun unmittelbar neben der O2-Arena wohnt, erklärte Thiem so: „Ich habe es schon vorgestern gewechselt, weil es zieht ein bisserl im anderen und die Anreise ist doch relativ lang.“ Immerhin ist die Anreise für das offizielle Hotel mit einer rund 20-minütigen Bootsfahrt auf der Themse für einen verkühlten Spieler eine zusätzliche Belastung. Doch gleichzeitig gab Thiem auch Entwarnung. „Man muss sich überhaupt keine Sorgen machen, weil ich habe mich heute sogar noch ein bisserl besser gefühlt als noch vor zwei Tagen.“

Das fehlende Adrenalin, weil er das Match eben nicht gewinnen musste, spielte aber eine Rolle am Donnerstag. „Ich habe gemerkt, dass die ganze Anspannung weg ist, das macht schon einen Riesenanteil aus, wie schnell ich mich bewege. Das hat gegen Berretini alles ein bisserl gefehlt.“

Es geht langsam bergauf

Und schließlich ist Thiem schon zu oft von einem Virus weit zurückgeworfen worden. „Dadurch, dass ich schon auch ein bisserl an der Kippe bin, würde ich sagen, habe ich jetzt auch geschaut, dass ich das intelligent löse und nicht wieder zweieinhalb, drei Stunden spiele.“

Seine Vorbereitung auf das Semifinale wird heute ein lockeres Training beinhalten. „Wenn es mir so geht wie jetzt, dann wäre ich schon sehr zufrieden. Ich hoffe natürlich, dass es sich noch verbessert, weil es langsam wieder bergauf geht. Heiserkeit, Husten sollte irgendwann weggehen.“ Seinen Gegner, der jeder der vier Spieler der Gruppe Andre Agassi werden könnte, kennt er erst am späten Abend. Ob er vom Szenario träumt, am Samstag auch noch gegen Rafael Nadal zu spielen – und die Chance zum Big-three-Hattrick zu bekommen? „Sicher, das wäre unglaublich, aber es kann auch sein, dass ich gegen ihn spiele und rausgehe. Das wäre nicht so schön. Ich kann es mir nicht aussuchen.“ Thiem hatte ja mit Siegen über Roger Federer und Novak Djokovic den Einzug ins Halbfinale geschafft.

Federer besiegt Djokovic

Im Match um den Aufstieg in der Gruppe Björn Borg zwischen Roger Federer und Novak Djokovic setzte sich der Schweizer nach nur 75 Minuten klar mit 6:4, 6:3 durch. Der Baselbieter erwischte gegen den Serben einen fabelhaften Abend und zeigte in keiner Phase des Matches Schwächen.

Tennis

ATP Finals 2019 in London

(9 Millionen Dollar, Hartplatz)

Gruppe Björn Borg

Dominic Thiem (AUT-5) – Matteo Berretini (ITA-8) 6:7(3),3:6; Novak Djokovic (SRB-2) – Roger Federer (SUI-3) 4:6, 3:6

Tabelle 

1. Dominic Thiem 2 1 4:3 2

2. Roger Federer 2 1 4:2 2

3. Novak Djokovic 1 2 3:5 1

4. Matteo Berretini 1 2 2:4 1

Gruppe Andre Agassi

Rafael Nadal (ESP-1) – Daniil Medwedew (RUS-4) 6:7(3),6:3,7:6(4), Stefanos Tsitsipas (GRE-6) – Alexander Zverev (GER-7) 6:3,6:2

Tabelle

1. Stefanos Tsitsipas  2 0 4:0 2

2. Alexander Zverev  1 1 2:2 1

3. Rafael Nadal  1 1 2:3 1

4. Daniil Medwedew  0 2 1:4 0

Freitag: Zverev – Medwedew, 15 Uhr; Nadal – Tsitsipas, 21 Uhr

Halbfinale:  Samstag, 15 bzw. 21 Uhr

Finale:  Sonntag, 19 Uhr

Doppel

Gruppe Max Mirnyi

Tabelle

1. Herbert/Mahut 2 0 4:0 2

2. Rojer/Tecau 1 1 3:3 1

3. Krawietz/Mies 1 1 2:3 1

4. Cabal/Farah 0 2 1:4 0

Freitag (12 Uhr): Juan Sebastian Cabal/Robert Farah (COL-1) – Kevin Krawietz/Andreas Mies (GER-3), Jean-Julien Rojer/Horia Tecau (NED/ROU-6) – Pierre-Hugues Herbert/Nicolas Mahut (FRA-7

Gruppe Jonas Björkman

Lukasz Kubot/Marcelo Melo (POL/BRA-2) – Rajeev Ram/Joe Salisbury (USA/GBR-4) 6:7(5), 6:4, 10:7; Raven Klaasen/Michael Venus (RSA/NZL-5) – Ivan Dodig/Filip Polasek (CRO/SVK-8) 6:7(4), 4:6

Tabelle

1. Klaasen/Venus 2 1 4:2 2

2. Kubot/Melo 2 1 4:4 2

3. Ram/Salisbury 1 2 3:5 1

4. Dodig/Polasek 1 2 4:4 1

Halbfinale:  Samstag, 13 bzw. 19 Uhr

Finale:  Sonntag, 16.30 Uhr