Meisterrunde greifbar nahe und weit weg

Sport / 20.11.2019 • 23:21 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Mit dem 23:18-Auswärtserfolg im Derby hat der Alpla HC Hard einen großen Schritt in Richtung vorzeitiger Einzug in das Meister-Play-off gemacht. Dagegen hat sich die Ausgangslage für Bregenz weiter verschärft. GEPA
Mit dem 23:18-Auswärtserfolg im Derby hat der Alpla HC Hard einen großen Schritt in Richtung vorzeitiger Einzug in das Meister-Play-off gemacht. Dagegen hat sich die Ausgangslage für Bregenz weiter verschärft. GEPA

Alpla HC Hard nach 23:18-Derbyerfolg vor Play-off-Einzug. Bregenz muss nächsten Dämpfer einstecken.

Bregenz Die Rangordnung unter den beiden Ländle-Hochburgen in den letzten Jahren und in der aktuellen Tabelle wurde im 94. Derby bestätigt. Während der Alpla HC Hard mit dem 23:18-Erfolg seine Ambitionen auf den vorzeitigen Einzug in die Meisterrunde der Spusu Liga gefestigt hat, droht Bregenz Handball erstmals in der Geschichte der Gang in die Abstiegsrunde. Fünf Runden vor Ende des Grunddurchganges haben die Festspielstädter als Achte vier Zähler Rückstand auf den fünften Rang und der Blick auf die ausstehenden Gegner lässt nichts Gutes erahnen.

Doknic und Horvat überragend

Drei Tage nach den ernüchternden Auftritten im Europacup von beiden Klubs diktierten die Gäste aus Hard von der ersten Minute an das Geschehen und setzten sich auf 7:4 (11.) und 12:7 (17.) ab, ehe die Hausherren etwas besser ins Spiel fanden. Besonders gegen die aggresive Harder Abwehrkette fanden Kapitän Lukas Frühstück und Nebenleute zu Beginn der Partie überhaupt kein Rezept. Wenn Bregenz dann einmal eine Lücke fand, war zumeist Golub Doknic zur Stelle. Mit 49 Prozent an gehaltenen Bällen stellte der Hard-Goalie wieder einmal seinen Ruf als Hexer eindrucksvoll unter Beweis. Ebenfalls sein Qualitäten als Derbyspezialist bestätigte Ivan Horvat: Der Hard-Goalgetter gab insgesamt neun Mal seine Visitenkarte im Bregenzer Gehäuse ab und trug maßgeblich zum 36. doppelten Punktgewinn der Roten Teufel in einem Revierderby bei.

Dass das ewig junge Prestigeduell vor knapp 1700 Zuschauern in der Handballarena Rieden bis zum Ende spannend blieb, lag einerseits an der knapp zwölfminütigen Torflaute der Gäste vor der Pause sowie dem Umstand, dass die Harder in der Schlussphase die Sache auf die leichte Schulter nahmen, mit zahlreichen Ballverlusten, technischen Fehlern und unnötigen Würfen die Bregenzer noch einmal ins Spiel zurück brachten. Zehn Minuten vor dem Abpfiff schien die Messe beim Stand von 20:15 für die Harder gelesen. Mit drei Treffern in Serie brachte sich Bregenz zwar noch einmal auf Schlagdistanz (55./18:20). In Summe war es aber einfach zu wenig, um Hard in Gefahr zu bringen, wie Bregenz-Cheftrainer Markus Burger nach Spielende bestätigte: „20 Fehlwürfe und elf technische Fehler sind eine unterirdische Quote. So kann und darf man sich nicht präsentieren. Wir wollten uns bei den Fans für die klare 21:31-Niederlage gegen Valur rehabilitieren. Doch genau das Gegenteil war der Fall. Mir fehlte die Begeistung und Leidenschaft, die ich mir erwartet hatte. Für mich war die Partie nicht nur im Kampf um ein Play-off-Ticket ein ganz bitterer Rückschritt.“

Play-off-Ball auf dem Elferpunkt

Verständlich mit mehr Freude zog Hard-Cheftrainer Klaus Gärtner nach seinem vierten Sieg im persönlich sechsten Ländle-Derby Bilanz: „Handballerisch war nach den Ergebnissen des Wochenendes kein Leckerbissen zu erwarten. Doch was am Ende zählt, sind die zwei Punkte, die auf unser Konto gegangen sind. Wir haben die 18:34-Niederlage im Europacup analysiert, haben kämpferisch alle Ressourcen reingeworfen und wurden für unseren Einsatz belohnt. Auch deshalb, weil wir in den entscheidenden Momenten am Ende einen kühlen Kopf bewahrt haben. Wir haben uns mit dem Derbysieg im Kampf um das Play-off-Ticket den Ball auf dem Elfmeterpunkt gelegt und sollten diesen in den ausstehenden vier Partien verwandeln“, betont Gärtner zufrieden. VN-JD, MKR

Mit dem 23:18-Auswärtserfolg im Derby hat der Alpla HC Hard einen großen Schritt in Richtung vorzeitiger Einzug in das Meister-Play-off gemacht. Dagegen hat sich die Ausgangslage für Bregenz weiter verschärft. GEPA
Mit dem 23:18-Auswärtserfolg im Derby hat der Alpla HC Hard einen großen Schritt in Richtung vorzeitiger Einzug in das Meister-Play-off gemacht. Dagegen hat sich die Ausgangslage für Bregenz weiter verschärft. GEPA

Handball

Spusu Liga der Männer 2019/20

Hauptrunde, 14. Spieltag

Bregenz Handball – Alpla HC Hard 18:23 (10:13)

Handballarena Rieden, SR Brkic/Jusufhodzic (HR: 22:26)

Zweiminutenstrafen: 6 bzw. 4

Torfolge: 3. 0:2, 6. 3:3, 11. 4:7, 17. 7:12, 27. 9:12, 37. 11:15, 45. 13:18, 51. 15:20, 55. 18:20, 57. 18:22

Bregenz Handball: Aleksic, Häusle; Jäger 2, Frühstück 2, Babarskas 1, Brombeis, Klopcic 3, Lampert 1, Schnabl, Kritzinger, Juric-Grgic 2, Mohr, Gangl 1, Wassel 1, Ramic, Mitkov 5/1

Alpla HC Hard: Hurich, Doknic 1; Wurst, Maier, Raschle 3, Manuel Schmid, Zivkovic 2, Poklar 2, Becvar, Schwärzler, Knauth 2, Fetz, Weber, Schweighofer 3, Horvat 9/3, Kozina 1

Die weiteren Begegnungen: SG Handball West Wien – UHK Krems, Freitag, 19 Uhr; HSG Graz – HC Fivers WAT Margareten, Freitag, 19 Uhr; SC Ferlach – Schwaz Handball Tirol, Samstag, 19 Uhr; HC Linz – HSG Bärnbach/Köflach, Samstag, 19 Uhr

Tabelle  1. HC Fivers WAT Margareten 13  10  0  3  397:335  +62  20

  2. Alpla HC Hard 14  9  0  5  380:358  +22 18

  3. SC Ferlach 13  8  1  4  351:348  +3  17

  4. UHK Krems (M) 12  7  1  4  342:323  +19 15

  5. Schwaz Handball Tirol  13  7  0  6  337:343  -6  14

  6. HSG Graz 13  6  0  7  373:368  +5  12

  7. SG Handball West Wien 13  6  0  7  339:339  +/-0  12

  8. Bregenz Handball 13  5  0  8  318:336  -18 10

  9. HC Linz 13  3  2  8  365:379  -14  8

 10. HSG Bärnbach/Köflach 13  2  0  11  298:371  -73  4

Die nächsten Spiele der Ländle-Klubs: HSG Bärnbach/Köflach – Bregenz Handball, 29. 11.,
19 Uhr (HR: 29:24); Alpla HC Hard – SG Handball West Wien, 30. 11., 19 Uhr (HR: 24:27); UHK Krems – Bregenz Handball, 3. 12., 19 Uhr (HR: 32:25); Bregenz Handball – HC Fivers WAT Margareten, 6. 12., 19 Uhr (HR: 24:27); SC Ferlach – Alpla HC Hard, 7. 12., 19 Uhr (HR: 30:27)