Verärgert in die Weihnachtspause

Sport / 20.11.2019 • 20:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Teamchef war „not amused“, vielmehr äußerte Franco Foda seine Enttäuschung wortgewaltig.gepa
Der Teamchef war „not amused“, vielmehr äußerte Franco Foda seine Enttäuschung wortgewaltig.gepa

ÖFB-Teamchef Franco Foda ob des Auftritts seiner Schützlinge bei der Pleite gegen Lettland sehr enttäuscht.

Riga Auch am Tag nach dem 0:1 zum EM-Qualifikationsabschluss in Lettland war Österreichs Fußball-Teamchef Franco Foda von der Richtigkeit seiner Entscheidung überzeugt, in Riga eine B-Elf aufs Feld zu schicken. „Es war wichtig, etwas auszuprobieren. Ich würde es wieder so machen“, sagte der Deutsche nach der Ankunft in Wien-Schwechat.

Nur eine Maßnahme bereut Foda – nämlich das Training am Sonntag, dem Tag nach geschaffter EM-Qualifikation, abgesagt zu haben. „Wenn wir wieder einen ähnlichen Erfolg gemeinsam haben sollten, würden die Spieler wieder frei bekommen und könnten wieder feiern, aber wir würden definitiv am nächsten Tag trainieren. Das wäre besser gewesen, einfach um die Sinne zu schärfen“, erklärte der 53-Jährige.

In diesem Zusammenhang sprach Foda von „wichtigen Erkenntnissen“, die er gesammelt habe. „Jeder muss einen Zahn zulegen, denn im nächsten Jahr gibt es enge Entscheidungen, dann zählt nur die Leistung“, meinte der Nationaltrainer mit Blick auf den EURO-Kader. Für dieses 23-Mann-Aufgebot konnte sich in Riga kein ÖFB-Kicker wirklich empfehlen. „Die Spieler stellen alle den Anspruch, dass sie von Beginn an spielen wollen, da muss ich einfach auf dem Platz mehr erwarten können. Das heißt nicht, dass alles funktioniert bei neun neuen Spielern, dass alle Abläufe stimmen und wir begeisternden Fußball spielen. Darum geht es nicht. Es geht darum, dass du so ein Spiel seriös rüberbringst und gewinnst“, betonte Foda.

Generell habe die Bereitschaft gefehlt, alles zu geben. „Wenn man nicht bei 100 Prozent ist, ist es schwierig zu gewinnen, egal gegen welchen Gegner“, sagte Foda. Nun gelte es, die richtigen Schlüsse aus dem verkorksten Auftritt zu ziehen. „Es war für die Spieler ein Hinweis, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Man darf sich nie mit einem Erfolg zufriedengeben, man muss sich immer schon im nächsten Spiel neu beweisen. Das war heute nicht der Fall.“

Keine Eile in Sachen Verhandlungen

Trotz des Ärgers über die Niederlage gegen die Nummer 143 der Welt, die davor 17 Länderspiele nicht gewonnen hatte, gab Foda aber auch zu bedenken: „Man darf nicht vergessen, wir haben unser Ziel erreicht. Wir haben uns für die EM qualifiziert.“ Der Teamchef muss nun vier Monate auf die nächsten Länderspiele warten. Ende März stehen zwei Testpartien auf dem Programm. „Für mich persönlich ist es wieder eine sehr lange Zeit, ich stehe gerne auf dem Platz, trainiere gerne, das wird mir ein Stück weit fehlen bis zum nächsten Lehrgang“, berichtete Foda. Die Zeit bis dahin werden er und sein Trainerteam unter anderem damit verbringen, die ÖFB-Spieler bei ihren Klubs zu beobachten. „Uns wird ganz sicher nicht langweilig werden in den nächsten vier Monaten“, versprach er.

In diese Zeit wird wohl auch das eine odere andere Treffen mit ÖFB-Präsident Windtner fallen, um eine mögliche Vertragsverlängerung noch vor der EM zu besprechen. „Wir werden uns zusammensetzen, aber es gibt hier keinen Druck“, meinte der Verbandschef, den die Niederlage sichtlich schmerzte. „Es ist legitim, dass der Teamchef versucht hat, mit dem zweiten Anzug zu spielen. Das hat nicht geklappt, aber das muss man zur Kenntnis nehmen, das ist noch kein Beinbruch. Es ist schade, weil es doch auf die Stimmung drückt, die zuletzt wieder in die Höhe gekommen ist.“

„Die Spieler stellen alle den Anspruch, dass sie von Beginn an spielen wollen.“