Jochen Dünser

Kommentar

Jochen Dünser

Vom Primus zum Statisten

Sport / 21.11.2019 • 20:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zwischen 2000 und 2010 dominierten die Bregenzer Handballer die nationale Szene und degradierten die Konkurrenz. Neun Titelgewinne, zwischen 2004 bis 2010 sieben Mal in Folge, sorgten dafür, dass man Österreichs erfolgreichster Klub im Männerhandball ist. Doch vom Glanz der früheren Tage ist aktuell auf dem Parkett wenig zu sehen. Denker und Lenker wie es Bruno Gudelj oder Dagur Sigurdsson waren, fehlen, und Galionsfiguren aus der Region wie die Günther-Brüder Matthias und Gregor oder Lucas Mayer werden schmerzlich vermisst.

Die vielbemühte Floskel, dass die wirtschaftliche Lage nicht mehr zulässt, kann nicht als Erklärung angeführt werden. Abgesehen von Hard bewegt sich Bregenz im finanziellen Rahmen auf einer Ebene mit Margareten, West Wien, Krems oder Schwaz. Vielleicht sollte in Zukunft bei der Verpflichtung von Schlüsselspielern nach dem Motto ,Weniger ist oft mehr‘ gehandelt werden und auf Qualität und nicht Quantität gesetzt werden.

Der schrittweise Rückfall auf hintere Positionen in der Rangordnung in den letzten Saisonen kann auch nicht auf den Trainer abgewälzt werden. Markus Burger hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie bereits seine Vorgänger. Die Entscheidung, ob ein Spieler einen Wurf nimmt, liegt nur bedingt in der Macht des Trainers.

Nun gilt es, den gordischen Knoten möglichst schnell zu lösen, die Angst zu verlieren, abzulegen, damit die 23. Periode in der Eliteliga nicht zu einem unangenehmen Erlebnis wird.

Jochen Dünser

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