Ab in die Vertikale – Leistungsbarometer im Klettersport zeigt steil nach oben

Sport / 22.11.2019 • 16:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nationalkaderathlet Johannes Hofherr, Schüler am Sportgymnasium Dornbirn, ist einer der 34 Kadersportler im Kletterverband Vorarlberg. MORITZ LIEBHABER

Kletterverband Vorarlberg feiert sein 20-jähriges Jubiläum.

Dornbirn Der Ursprung des Sportkletterns, geprägt von Eigenschaften wie Athletik, Ästhetik, Energie und Körperbeherrschung, lässt sich nicht exakt bestimmen. Es gab mehrere Entwicklungslinien, die dazu beigetragen haben, dass diese Sportart in ihrer heutigen Form existiert und so viele Menschen fasziniert. In erster Linie ist natürlich das Bergsteigen oder klassische alpine Klettern zu nennen, das besonders in den Alpen eine lange Tradition hat. Bis in die frühen Neunzigerjahre wurde in Vorarlberg vorwiegend das Alpinklettern praktiziert, ehe dann von einigen wenigen das Sportklettern als eine attraktive Variante entdeckt wurde. Alwin Leitner war es, der 1994 auf dem Messegelände die erste Indoor-Kletteranlage installierte und damit einen wahren Boom auslöste. Dass die ehemalige Nischensportart inzwischen zu einer neuen urbanen Freizeitbeschäftigung geworden ist, bestätigt Martin Reischmann. „Der große Vorteil ist sicher, dass man in der Halle unabhängig von Wetter und Jahreszeit den Klettersport ausüben kann.“

Über die Kinder zum Klettersport bekommen

Der 47-jährige Reischmann ist seit Mai 2019 Präsident des Vorarlberger Fachverbandes. Zum Klettersport ist der Lustenauer durch seine Kinder Noah und Ella bekommen, selbst übt er den Klettersport zum Ausgleich aus. „Klettern befriedigt seit jeher einen inneren Drang, über Bewegungen Neues zu entdecken. Kinder klettern auf Sofas oder später Bäume und in den letzten Jahren ist das Klettern in der Halle dazugekommen. Der Spaß an der Bewegung fasziniert Menschen jeden Alters. Beim Klettern lernt man Ängste zu überwinden und sieht durch die Steigerung der Schwierigkeit seinen eigenen Erfolg. Der besondere Reiz daran lässt sich mit Worten schwer beschreiben. Man muss es einfach tun und die Erfahrung selbst machen“, erklärt Reischmann.

Die Aufnahme ins Olympiaprogramm

bei den Sommerspielen 2020 in Tokio

hat die Professionalisierung

noch einmal verstärkt.

Martin Reischmann Präsident Kletterverband Vorarlberg

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Boom ist für Reischmann einerseits die steigende Zahl an Kletterhallen und natürlich die Aufnahme ins olympische Programm bei den Sommerspielen 2020 in Tokio. „Diese Entscheidung hat die Professionalisierung des Sports noch einmal verstärkt. Allerdings muss man sagen, dass dies bereits zuvor auch schon der Fall war. Ich erinnere dabei an die unglaubliche Stimmung bei der letzten Weltmeisterschaft in Innsbruck. Da wurde die Attraktivität unserer Sportart in beeindruckender Manier unter Beweis gestellt.“

Strategische Initiativen ausbauen

Geht es nach Reischmann, soll der weltweite Boom auch in Vorarlberg keine Grenzen haben. „Demnächst werden in Bregenz und Dornbirn weitere Kletterhallen eröffnet. Damit haben wir die Möglichkeit, die geplanten strategischen Initiativen auszubauen. Die Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene zeigen klar, dass das Leistungsbarometer steil nach oben geht. Der Fokus ist ganz klar auf den Leistungssport gerichtet und unser Ziel ist es, in den nächsten Jahren möglichst viele heimische Aktive im österreichischen Nationalteam unterzubringen. Dafür bedarf es aber auch der Unterstützung der verantwortlichen Institutionen wie dem Land, den Städten und Kommunen, dem Olympiazentrum, Sportgymnasium und nicht zuletzt der Vereine.“

20-Jahr-Jubiläum in K1-Kletterhalle

Kommenden Samstag wird in der K1-Kletterhalle in Dornbirn das 20-jährige Bestehen des Kletterverbands Vorarlberg gefeiert und in einem Rückblick die Entwicklung und die Erfolge ausführlich dargestellt.