Im Derby ist alles offen

Sport / 22.11.2019 • 21:44 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Robin Soudek, Steven Birnstill und Dylan Stanley unterstützten Torhüter Alex Caffi gegen Max Wilfan und Chris D‘Alvise. Hartinger
Robin Soudek, Steven Birnstill und Dylan Stanley unterstützten Torhüter Alex Caffi gegen Max Wilfan und Chris D‘Alvise. Hartinger

Der EHC Lustenau geht den Ländle-Schlager gegen die VEU Feldkirch dezimiert an.

Lustenau, dornbirn Saisonderby Nummer zwei zwischen dem EHC Lustenau und der VEU Feldkirch heute (19.30 Uhr) in der Rheinhalle. Im ersten Vergleich vor knapp drei Wochen im Rahmen der österreichischen Punktejagd gingen die Feldkircher nach einem spannenden Duell als 3:2-Sieger nach Penaltyschießen vom Eis. Der direkte Vergleich in der Alps Hockey League sieht aktuell die VEU mit 7:5-Siegen im Vorteil. Lustenau feierte zuletzt vier Siege, kletterte in der AHL-Tabelle auf Rang sechs. Feldkirch, das nach zwei Erfolgen am vergangenen Wochenende aufgrund der Wetterkapriolen in Italien spielfrei war, folgt mit sechs Punkten Rückstand an neunter Stelle. Das Derby ist auch das Zusammentreffen der aktuell besten Scorer: Lustenaus Chris D’Alvise (32 Punkte) führt die Wertung vor Robin Soudek und Dylan Stanley (je 31) an.

EHC fehlen Schlüsselspieler

Es sind keine einfachen Zeiten für den EHC Lustenau. Nach dem schweren Auswärtsspiel am Donnerstag in den Dolomiten mit einem schwer erkämpften 6:5-Erfolg gegen Cortina folgte gestern die Verabschiedung des verunglückten Konditionstrainers Herwig Reiter. Heute müssen die EHC-Cracks ihren Mann im lokalen Schlager gegen Feldkirch stellen, in der nächsten Woche warten auf Max Wilfan und Kollegen gleich drei Heimspiele in sechs Tagen, darunter ein Wochenenddoppel. Noch dazu steht Trainer Christian Weber aufgrund von Erkrankungen und Verletzungen nur ein dezimierter Kader mit drei Blöcken zur Verfügung. Routinier Martin Grabher Meier probierte es gestern mit dem ersten Training nach einer längeren Pause, Legionär Colin Long steht nach einer Lungenentzündung nicht zur Verfügung. „Jammern nützt nichts“, sagt Weber, „wir müssen das Beste daraus machen.“ Was bedeutet: Die Trainingsbelastung wird reduziert, die Einheiten bleiben intensiv, gehen aber verkürzt über die Bühne. Nach dem Cortina-Spiel meldeten einige Spieler eine Erkältung. „Ich weiß nicht, wie die Blöcke aussehen werden“, wird Weber erst heute über die Aufstellung entscheiden können. „Ich freue mich auf das Spiel. Die Sitzplätze sind alle ausverkauft, das Derby zieht viele Fans an, die Stimmung ist noch besser also sonst.“

Auf jeden Fall wird man der VEU-Linie mit Dylan Stanley, Robin Soudek und Kevin Puschnik ein besonderes Augenmerk schenken. Weber: „Die drei gewinnen für die Feldkirch 80 Prozent der Spiele. Wir müssen sie in den Griff bekommen.“

VEU-Trainer Patrice Lefebvre sieht seine Mannschaft im Derby auf dem Prüfstand. „Es wird eine sehr schwere Partie in Lustenau. Der EHC tritt zu Hause anders auf, aggressiver und mit mehr Selbstvertrauen. Wir müssen unsere beste Leistung abrufen, im emotionalen Bereich auf ihrem Niveau bleiben. Es wird spannend, sie sind auf dem Papier nach wie vor der Favorit.“ Am Sonntag sind seine Cracks nochmals gefordert, da kommen die Silver Capitals in die Vorarlberghalle. „Gegen Wien wird es ebenfalls schwer“, glaubt Lefebvre. „Wir kommen von einem emotionalen Spiel in Lustenau, da wird es sehr wichtig sein, den Gegner nicht zu unterschätzen. Sie haben gegen starke Teams gewonnen und werden motiviert sein. Wir müssen im Kopf bereit sein und unsere Ideen durchziehen.“

Wälder drücken Reset-Taste

Der EC Bregenzerwald muss sich heute in der Messeeishalle gegen die Silver Capitals für die 1:15-Schlappe in Salzburg rehabilitieren. Zwar standen gegen die Juniors nur 16 Feldspieler zur Verfügung, Trainer Markus Juurikkala sparte aber nicht mit Kritik: „Wir hatten keine Chance, nicht mal im ersten Drittel. Wir waren schlecht, das gilt auch für mich.“ Im ersten Aufeinandertreffen mit dem Liga-Neueinsteiger aus Wien will der Wälder-Coach die Reset-Taste drücken: „Wir werden es mit neuer Energie angehen. An dieses Gefühl, an eine so harte Niederlage will sich niemand gerne erinnern. Ich glaube, es wird eine Veränderung in der Mannschaft hervorrufen.“

„Das Derby gegen die VEU zieht viele Fans an, die Stimmung ist noch besser als sonst.“