Weltcup in Zürs ist schneesicher

Sport / 26.11.2019 • 19:30 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Die Flexenarena wird im kommenden Jahr Schauplatz von zwei Parallel-Weltcupveranstaltungen.LZ-Tourismus
Die Flexenarena wird im kommenden Jahr Schauplatz von zwei Parallel-Weltcupveranstaltungen.LZ-Tourismus

Vorbereitungen für den Parallelbewerb im November 2020 laufen, 10.000 Besucher werden erwartet.

Zürs Am 14. und 15. November 2020 feiert der alpine Ski-Weltcupzirkus nach 26 Jahren ein Comeback in Vorarlberg. Die VN haben mit Stefan Jochum, Chef des Organisationskomitees in Zürs, die wichtigsten Fragen zur Veranstaltung abgearbeitet.

Was, wann, wo?

Der Österreichische Skiverband (ÖSV) bekam vom Internationalen Skiverband (FIS) den Zuschlag für die Durchführung einer alpinen Weltcupveranstaltung in Form eines Parallel- und Teambewerbs. Der Schauplatz ist Zürs, jeweils ein Riesentorlauf für Damen und Herren und ein Teambewerb stehen am 14. und 15. November auf dem Programm. Die Qualifikation für das Parallelrennen wird am Vormittag gefahren, das Finale am späten Nachmittag. Der Teambewerb findet am Sonntagvormittag statt.

Wie sehen die Vorarbeiten aus?

Im Vorfeld haben bereits mehre Meetings mit dem Skiverband stattgefunden. „Am kommenden Donnerstag gibt es die konstituierende Gründungssitzung des Organisationskomitees. Der Kooperationsvertrag mit dem Österreichischen Skiverband ist fertig ausgearbeitet, es muss noch ein Termin gefunden werden, um die Unterschriften zu leisten. Gewisse Detailabsprachen sind noch nötig. Im alten FIS-Kalender steht noch ein Parallelslalom statt eines Riesentorlaufs, das bedarf einer Änderung. Mit dem ORF oder dem Internationalen Skiverband sind noch Dinge zu klären, das sind aber reine Formsachen. Ab Donnerstag sind wir handlungsfähig.

Ist ein Weltcuprennen Mitte November in Zürs wettersicher?

„Es wäre auch heuer ein Rennen gegangen, wir hatten genug kühle Tage, um zu beschneien. Nächstes Jahr haben wir zusätzlich ein Schneedepot. Die Schneeanlage wird erweitert, auf der linken Seite der Strecke gibt es neue Schneekanonen. Wir benötigen Temperaturen um Minus 1 bis 2 Grad. Wenn dem nicht so sein sollte, greifen wir auf das Schneedepot zurück.“

Wie funktioniert das sogenannte Snowfarming?

„Im Winter wird auf dem Zürser Gelände eine bestehende Mulde mit Schnee befüllt. Das Depot wird im Frühling abgedeckt. Mit der Hälfte jenes Schnees, das sich in der Mulde befindet, ist das Rennen gesichert. Wird decken den Schnee mit einer Folie ab, da kommen noch Hackschnitzel drüber. Der Verlust liegt bei 10 bis 15 Prozent.“

Wie sieht der Zeitplan bis zur Veranstaltung aus?

„Wir bringen aktuell die ganzen Vertragsgeschichten unter Dach und Fach. Die genaue detaillierte Planung der Flexenarena sollte bis März erledigt sein. Wenn die Skisaison vorbei ist, müssen wir die Adaptierungen der Infrastruktur im Zielraum angehen, Wasser- und Stromversorgung, Fernsehverkabelungen etc. sicherstellen.“

Was bietet das Rahmenprogramm?

„Es ist ein wichtiger Punkt, was vor, nach oder auch neben dem Rennen passiert. Wir möchten in Abstimmung mit dem Skiverband etwas Attraktives präsentieren. Der ÖSV arbeitet bei den österreichischen Weltcuprennen mit verschiedenen Agenturen zusammen, da gibt es Gesamtpakete.“

Wie viele Zuschauer werden erwartet?

„Die Größenordnung, an der wir uns orientieren, sind rund 10.000 Personen. Was uns sehr wichtig ist: Mit dem Kauf einer Eintrittskarte kann jeder Skisport-Interessierte auch die öffentlichen Verkehrsmittel in Vorarlberg und Tirol benützen. Von Langen aus gibt es einen Zubringer nach Rauz, dort kann jeder Skifahrer mit der Flexenbahn über das Weltcup-Renngelände nach Zürs schweben.“

Thema Unterbringung.

„Wir haben ein großes Entgegenkommen der Hotels in Zürs, die fast alle aufmachen, aber auch jene in Lech. Es gibt auf der einen Seite die Optionen mit zwei, drei großen Hotels. Auf der anderen Seite muss noch geklärt werden, welche Qualitätskriterien für andere Betriebe zu erfüllen sind. Es wird ein FIS-Hotel geben. Für das Pressezentrum wird die Tennishalle des Zürserhofs adaptiert.“

Wie groß ist der Weltcuptross selbst?

„Alles in allem rechnen wir mit zwischen 900 und 1000 offiziellen Personen, die den Weltcup begleiten. Also Läufer, Trainer, Funktionäre, Serviceleute, Zeitnehmungsfirmen, die FIS, Fernsehen, Radio, schreibende Journalisten.“

Das Budget wird welchen Umfang haben?

„Wir sind gerade dabei, die finanziellen Geschichten aufzustellen, haben aber natürlich einen Anhaltspunkt. Seriöse Zahlen kann man noch nicht liefern, wir sind mitten in den Vorbereitungen. Wir möchten das aber rasch erledigen.“

Wird es eine Generalprobe geben?

„Am 21. Dezember steht ein Cuprennen des Vorarlberger Skiverbandes auf der Weltcupstrecke in Zürs auf dem Programm. Im März gibt es außerdem ein FIS-Rennen in Lech. Wir denken darüber nach, diesen Event vom Hinterwies-Lift in Lech auf die Weltcuppiste zu verlegen.“

Ist eine Nachnutzung möglich?

Durch das Flutlicht werden künftig im Winter Veranstaltungen möglich sein, mit Rennen, Skishows und Ähnlichem. Die Pistennutzung auch nach dem Weltcup ist uns ein großes Anliegen, u. a. für die Skilehrerausbildung. Wir haben auch heimische Skiklubs, die hier trainieren können, sie müssen nicht mehr auf die Gletscher ausweichen.“

Die Flexenarena wird im kommenden Jahr Schauplatz von zwei Parallel-Weltcupveranstaltungen.LZ-Tourismus
Die Flexenarena wird im kommenden Jahr Schauplatz von zwei Parallel-Weltcupveranstaltungen.LZ-Tourismus
Stefan Jochum ist beim Weltcup in Zürs im OK federführend.Stiplovsek
Stefan Jochum ist beim Weltcup in Zürs im OK federführend.Stiplovsek

Ski alpin

Weltcuprennen Zürs im November 2020

Organisationskomitee

OK-Präsident: Patrick Ortlieb

OK-Chef: Stefan Jochum

Rennleiter: Michael Huber

Verteter Ski Zürs AG: Philipp Zangerl

Rahmenprogramm: Dietmar Flatz

Finanzen: Alois Höring

Koordination Hotelerie: Johannes Skardarasy

Vertreter Gemeinde: Bürgermeier Ludwig Muxel, Tourismusdirektor Hermann Fercher

Vertreter ÖSV: Rupert Steger