Salzburger Vorfreude auf den Showdown mit Liverpool

Sport / 28.11.2019 • 21:18 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Patson Daka und seine Kollegen bei RB Salzburg wollen nach KRC Genk nun auch den FC Liverpool zu Fall bringen.Gepa
Patson Daka und seine Kollegen bei RB Salzburg wollen nach KRC Genk nun auch den FC Liverpool zu Fall bringen.Gepa

In der Mozartstadt fiebert man dem „Finale“ gegen den amtierenden Champion entgegen.

Salzburg Österreichs Meister RB Salzburg hat sein großes Finale. Die Salzburger können am 10. Dezember nicht nur als erstes ÖFB-Team ins Achtelfinale der Champions League einziehen. Sie können mit einem Heimsieg gegen Liverpool sogar den Titelverteidiger eliminieren. Die Vorfreude auf den Showdown war nach dem 4:1 in Genk, mit dem sich die Bullen ihren Griff nach den Sternen ermöglicht haben, riesig. „Unser Ziel war es, im letzten Spiel zu sein und eine Chance zu haben, dass wir am Leben sind. Und wir sind da“, sagte Salzburg-Trainer Jesse Marsch. „Gegen eine Mannschaft wie Liverpool ist es eine Wahnsinnsgelegenheit. Es ist ganz schwierig, aber es ist möglich. Warum nicht?“ Dank der drei Auswärtstore bei der 3:4-Niederlage im Oktober in Liverpool würde den Salzburgern im direkten Duell fast jeder volle Erfolg reichen.

Die Chance ist da

„Wir sind glücklich und zufrieden mit unserer Leistung in diesem Turnier“, betonte Marsch. „Aber das letzte Spiel ist vielleicht die größte Herausforderung in der Karriere von vielen Spielern und Trainern –im Leben von allen.“ Man habe im Lauf der Saison bereits viele gute Momente erlebt. Die Mannschaft habe eine gute Entwicklung genommen. „Und ich denke, das hat uns diese Chance gegeben.“

Es ist eine außergewöhnliche Gelegenheit. „Wir haben jetzt ein Endspiel, ein ‚Finale dahoam‘ gegen Liverpool. Besser geht es nicht“, meinte Mittelfeld-Routinier Zlatko Junuzovic. „Jetzt wird die Hütte brennen, wie sie noch nie gebrannt hat. Das wird das Spiel des Jahres.“ Jeder bisherige Champions-League-Auftritt sei ein Highlight für sich gewesen. „Wir haben uns in einer unglaublich guten Gruppe eine sehr gute Ausgangsposition geschaffen.“

Platz drei und den Umstieg in die Europa League, in der sie bereits in den vergangenen Jahren für Furore gesorgt haben, haben die Bullen in jedem Fall bereits sicher. Mit sieben Punkten ist im Dreikampf mit Liverpool (10) und SSC Napoli (9) aber noch alles möglich. Den Engländern reicht in Salzburg allerdings ebenso ein Remis zum Aufstieg wie den Italienern im Parallelspiel zu Hause gegen Genk. Belgiens Meister hatte den Bullen wenig entgegenzusetzen, kassierte eine deutliche Niederlage. Die Tormaschine lief. Nur Bayern München (21) und Tottenham (17) haben in dieser Champions-League-Saison bisher öfter getroffen als die Salzburger (16). „Wir haben sehr gut gespielt, sehr reif“, lobte Marsch. „Das war sehr clever, sehr abgezockt, sehr ruhig“, ergänzte Junuzovic. Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund sprach gar vom „besten Spiel in dieser Saison“. Die Balance zwischen Offensive und Defensive habe sehr gut gepasst.

Wunderkind Haaland

Erling Haaland traf auch in seinem fünften Champions-League-Spiel. Der 19-Jährige hält nun bei acht Toren in der Königsklasse, dabei wurde er wegen kleinerer Verletzungen zweimal nur eingewechselt. „Ich mag es, wenn alle auf mich schauen“, sagte das Wunderkind. Sie werden es auch am 10. Dezember tun. Haaland: „Liverpool ist das beste Team der Welt, aber wir haben zu Hause eine gute Chance.“

Erling Haaland ist der erste Teenager, der acht Tore in fünf CL-Spielen erzielte. gepa
Erling Haaland ist der erste Teenager, der acht Tore in fünf CL-Spielen erzielte. gepa

Fussball

Die Szenarien für Salzburgs Aufstieg in das Champions-League-Achtelfinale

1. – mit jedem Heimsieg gegen Liverpool, wenn Napoli gegen Genk verliert (Aufstieg als Gruppensieger)

2. – mit jedem Heimsieg gegen Liverpool, wenn Napoli gegen Genk Remis spielt (Aufstieg als Gruppenzweiter)

3. – mit einem Heimsieg mit zwei Toren Unterschied gegen Liverpool, unabhängig vom Ausgang des Parallelspiels

4. – mit einem Heimsieg mit einem Tor Unterschied, wenn Liverpool dabei nicht mehr als drei Auswärtstore erzielt – auch das unabhängig vom Ausgang des Parallelspiels

Gruppe E

FC RB Salzburg – FC Liverpool  Dienstag, 10. Dezember, 18.55 Uhr

SSC Napoli – KRC Genk  Dienstag, 10. Dezember, 18.55 Uhr

Tabelle

1. Liverpool FC 5 3 1 1 11: 8 10

2. SSC Napoli 5 2 3 0 7: 4 9

3. FC RB Salzburg 5 2 1 2 16:11 7

4. KRC Genk 5 0 1 4 5:16 1

Stimmen zu Salzburgs Auftritt in der Königsklasse

Der 4:1-Sieg ist ein gutes Ergebnis für uns, und das Remis von Napoli und Liverpool auch. Wir haben eine Chance im letzten Spiel, das wollten wir und haben wir geschafft. Vielleicht war es unsere beste Leistung dieser Saison, sie war reif, klar und mit Selbstvertrauen von Beginn an. Ich bin stolz auf die Jungs. Aber das letzte Spiel ist vielleicht die größte Herausforderung in der Karriere von vielen Spielern und Trainern – im Leben von allen. Jesse Marsch, Trainer RB Salzburg

Salzburg ist sehr gefestigt in allem, was sie tun. Gegen das Tempo von Salzburg ist es sehr schwer, das war für uns teilweise schon zu viel. Hannes Wolf, Trainer KRC Genk

Besser kann es nicht laufen, für Salzburg ist es ein unglaublich schöner Fußballtag. Den genießen wir richtig. Es ist ein Riesenerfolg, dass wir eine Runde vor Schluss fix Dritter sind und auch noch Chancen auf den Aufstieg haben. Christoph Freund, Sportchef RB Salzburg

Es war von der ersten bis zur letzten Minute ein richtig gelungener Auftritt von der ganzen Mannschaft, sowohl offensiv als auch besonders defensiv. Wir haben immer vom Finale daheim gegen Liverpool geträumt. Jetzt ist es Wirklichkeit. Maximilian Wöber, Verteidiger RB Salzburg

Jetzt wird die Hütte in Salzburg brennen, wie sie noch nie gebrannt hat. Das wird das Spiel des Jahres. Wir haben jetzt ein Endspiel, ein „Finale dahoam“ gegen Liverpool – immerhin der amtierende Champions League-Sieger. Zlatko Junuzovic, Mittelfeldspieler RB Salzburg

Es ist nett, diesen Rekord zu haben (Anm.: 8 Tore in ersten 5 CL-Matches als erster Teenager). Ich denke nicht an Rekorde, ich konzentriere mich auf mich und mein Team. Ich mag es, wenn alle auf mich schauen. Erling Haaland, Stürmer RB Salzburg