Veith braucht noch Zeit und Geduld

Sport / 29.11.2019 • 19:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Anna Veith versucht nach ihrer dritten Kreuzbandverletzung beim Riesentorlauf in Killington einen Neustart.gepa
Anna Veith versucht nach ihrer dritten Kreuzbandverletzung beim Riesentorlauf in Killington einen Neustart.gepa

Shiffrin hat in Killington neue Rekorde im Visier.

Killington Dreimal hat Mikaela Shiffrin den Weltcup-Slalom in Killington schon gewonnen, heute (15.45/19 Uhr) geht sie auf ihren ersten Riesentorlauf-Erfolg in ihrer näheren Heimat los. Die neuseeländische Sölden-Überraschungssiegerin Alice Robinson plant nach einer Knochenprellung im Knie ein Antreten, im ÖSV-Team gibt Anna Veith ihr Comeback nach dem Kreuzband-
riss von Mitte Jänner.

Beim Gletscherauftakt war Shiffrin Zweite geworden, das Rennen fand allerdings nur wenige Tage nach dem Tod ihrer Großmutter Pauline statt. Als Gewinnerin des Levi-Slaloms übernahm die Gesamtweltcupsiegerin wieder die Führung im Kampf um die große Kugel, diese könnte sie weiter ausbauen. Die Weltcupsiege Nummer 62 und 63 sind möglich. Fällt die 62, wird sie in der Langzeit-Statistik mit Annemarie Moser-Pröll gleichziehen.

Ganz andere Gedankengänge hat Veith nach überstandener dritter schwerer Knieverletzung. „Körperlich geht es mir extrem gut, aber Skifahren ist noch einmal was anderes, das braucht Geduld und Zeit. Aber ich bin in einem Alter, wo es noch möglich ist, ich wollte noch nicht aufgeben“, schilderte sie. „Es ist nicht nur, sich zu quälen, es ist auch, die Freude zu spüren, dass man sich jeden Tag verbessern kann. Zu spüren, dass das, was ich mache, einen Sinn hat.“

Die Salzburgerin vermisste es, „das Adrenalin zu spüren“. In der vergangenen Saison sei sie im Riesentorlauf auf einem guten Weg gewesen, die Verletzung habe sie freilich wieder weit zurückgeworfen.

Stark auf dem Weg nach vorne unterwegs ist hingegen Franziska Gritsch, die in Sölden als Siebte überraschend beste Österreicherin war. Im Torlauf in Finnland war sie 14. „Für mich ist es richtig cool, ich bin in beiden Disziplinen so lässig in die Saison gestartet. Das motiviert natürlich zusätzlich. Man weiß, dass man was draufhat.“ Im Riesentorlauf will sie sich weiter stabilisieren. „Ich möchte da ein bisschen am Boden bleiben. Stabilisieren und Schritt für Schritt nach vorne.“

Das beste geben

Etwas gutzumachen haben nach ihren verpatzen Saisonstarts Eva-Maria Brem (25.) und Ricarda Haaser (28.). Das Training in Copper Mountain verlief gut, Brem sprach von einem vor allem gegen Ende hin schon sehr guten Gefühl. „Es ist immer besser gegangen und hat ein paar Mal richtig Spaß gemacht. Das gibt ein gutes Gefühl. Aber entscheidend und unser Job ist, ein gutes Rennen zu fahren.“ Haaser weiß, worauf es auf dem Hang ankommt. „Du musst in Killington einfach Gas geben, der Hang ist nicht allzu lang. Die ersten drei, vier, fünf Tore im Steilen musst du gut Skifahren und alles was geht, über das Flache rauspushen.“

Katharina Liensberger erklärte, die Trainingstage bestmöglich genutzt zu haben. „Aber es ist sehr schwer einzuordnen, wo ich stehe. Ich kann nicht mehr tun, als das Beste geben. Das Ziel ist es, solide Ski zu fahren. Das ist alles, was ich tun kann.“