EURO-Vorfreude bei Franco Foda

Sport / 01.12.2019 • 20:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sie werden in EM-Gruppe C aufeinander treffen: Der niederländische Trainer Ronald Koeman (l.), der ukrainische Coach Andriy Shevchenko (M.) und ÖFB-Teamchef Franco Foda.AFP
Sie werden in EM-Gruppe C aufeinander treffen: Der niederländische Trainer Ronald Koeman (l.), der ukrainische Coach Andriy Shevchenko (M.) und ÖFB-Teamchef Franco Foda.AFP

Die Endrunden-Auslosung brachte Niederlande und Ukraine als ÖFB-Gruppengegner.

Bukarest Für Österreichs Fußball-Nationalmannschaft hätte es bei der Gruppen-Auslosung der EURO 2020 in Bukarest schlimmer kommen können. Mit den Kontrahenten Niederlande, Ukraine und einem Play-off-Sieger sowie den Spielorten Bukarest und Amsterdam dürfte es die ÖFB-Auswahl ganz gut erwischt haben.

Teamchef Franco Foda wollte allerdings keine zu große Erwartungshaltung aufkommen lassen. „Bei der EM gibt es keine leichten Gegner“, betonte der Deutsche. Dennoch stellte Foda klar, dass der Einzug in die K.o.-Phase das Ziel sei. „Wir freuen uns auf das Turnier und ich glaube schon, dass wir Möglichkeiten haben, ins Achtelfinale zu kommen.“ Dazu würde sogar Rang drei reichen, sofern man zu den vier besten der insgesamt sechs Gruppendritten zählt.

Der ÖFB-Coach sieht die Niederländer als absolute Topfavoriten. „Sie haben sich in den letzten zwei Jahren stabilisiert und viele junge Spieler bei großen Clubs“, meinte Foda, der die Partien der „Oranjes“ in der EM-Qualifikation gegen Deutschland mitverfolgte.

Etwas weniger umfangreich sind derzeit noch Fodas Kenntnisse über die Ukrainer. „Aber sie sind ungeschlagen durch die EM-Quali gekommen und haben Portugal und Serbien hinter sich gelassen“, warnte der 53-Jährige. Der dritte Rivale heißt eventuell Rumänien – der EM-Gastgeber müsste sich allerdings im Play-off zunächst gegen Island und dann wieder auswärts gegen den Sieger aus Bulgarien gegen Ungarn durchsetzen.

Tritt dieser Fall nicht ein, komplettiert der Sieger des Play-offs mit Kosovo, Weißrussland, Georgien und Nordmazedonien die Gruppe C. Das noch zu ermittelnde Team ist am 14. Juni in Bukarest erster ÖFB-Gegner, danach geht es am 18. Juni in Amsterdam gegen die Niederlande und am 22. Juni wieder in Bukarest gegen die Ukraine.

Beschwerliche Anreisen ans Kaspische Meer nach Baku oder nach Großbritannien, wo es nach dem Brexit Probleme mit der Einfuhr von Nahrungsmitteln oder Medikamenten geben könnte, sind dem ÖFB erspart geblieben. „Das ist ein großer Vorteil für unsere Fans, doch wir hätten auch Baku genommen“, beteuerte Foda.

Gruppe F mit den Spielorten München und Budapest wäre aus logistischen Gründen am angenehmsten gewesen – aber nicht aus sportlicher Sicht. „Dort hätten wir nicht unbedingt reingewollt“, gab Foda zu. In diesem Fall wären unter anderem Deutschland und Frankreich die Gegner gewesen, anstelle von Österreich erwischte es aus Topf drei Titelverteidiger Portugal.

Intensive Vorbereitungen

Foda will nun so schnell wie möglich mit der ausführlichen Analyse der niederländischen und ukrainischen Auswahl beginnen, parallel dazu soll der genaue EM-Fahrplan fixiert werden. Ende März steigen zwei Freundschaftsspiele und möglicherweise ein Trainingscamp im Ausland, Ende Mai/Anfang Juni gibt es die letzten beiden Tests.

Gegner und Spielorte sind ebenso noch offen wie das Basecamp, in dem das ÖFB-Team spätestens am 9. Juni einchecken muss.

„Ich glaube schon, dass wir Möglichkeiten haben, ins Achtelfinale zu kommen.“

FUßBALL

UEFA EURO 2020 – Gruppe C, Spielplan

1. Spieltag:

Österreich – Play-Off-Sieger (D/A)*

14. Juni 2020, 18.00 Uhr, Bukarest

Niederlande – Ukraine

14. Juni 2020, 21.00 Uhr, Amsterdam

2. Spieltag:

Ukraine – Play-Off-Sieger (D/A)*

18. Juni 2020, 18.00 Uhr, Bukarest

Niederlande – Österreich

18. Juni 2020, 21.00 Uhr, Amsterdam

3. Spieltag:

Ukraine – Österreich

22. Juni 2020, 18.00 Uhr, Bukarest

Niederlande – Play-Off-Sieger (D/A)*

22. Juni 2020, 18.00 Uhr, Amsterdam

* Sollte Rumänien das Play-Off-A gewinnen, wechseln sie automatisch in diese Gruppe C, ansonsten der Sieger des Play-Off-D (Georgien, Weißrussland, Nordmazedonien oder Kosovo).