Herz am richtigen Fleck

Sport / 02.12.2019 • 20:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Auch wenn es zuletzt zwei deftige Niederlagen gegen den Winterkönig aus Ried setzte, ist der FC Dornbirn nicht nur längst in der zweithöchsten Fußball-Liga Österreichs angekommen, sondern auch voll im Plan. Beim letzten Aufstieg im Jahre 2009 hatte der Klub nach 16 Runden gerade mal zwölf Punkte auf dem Konto. Diesmal sind es bereits 21 Zähler. Für mich persönlich sind die Rothosen klar das Überraschungsteam der Liga. Ein Lob der Mannschaft, der es gelungen ist, mit herzerfrischendem Fußball ihre Fans zu begeistern. Beachtenswert auch die Arbeit von Trainer Markus Mader, der nach Startschwierigkeiten die richtige Balance zwischen Offensive und Defensive im System der Messestädter gefunden hat.

Klare Spielanlage

Dass die Kicker des FC Dornbirn über ein starkes Kollektiv verfügen, war schon in der Regionalliga erkennbar. Mit dem Abgang von Torgarantie Ygor Carvalho nach zwei Spieltagen war die Skepsis groß, ob das Team diesen Verlust verkraften kann. Das Gegenteil traf ein: Kapitän Aaron Kircher und Co machten den Nachteil auf ihre Art zum Vorteil und begannen richtig gut Fußball zu spielen. Bevorzugt wurde eine 4-4-2- bzw. 4-2-3-1-Grundordnung mit klaren Aufgaben für jeden Spieler. Nach Ballverlust wurde sofort umgeschaltet, die Spieler kamen schnell hinter den Ball und machten so die Räume für die Gegner eng. Auf einen Spielmacher wurde verzichtet, dafür genossen Lukas Fridrikas und Deniz Mujic ihre Freiheiten im Angriff bzw. im Umschaltspiel. Im Tor ist Lucas Bundschuh zu einem sicheren Rückhalt gereift. Der 6:1-Heimsieg gegen Kapfenberg war nur eines von vielen Highlights auf der Dornbirner Birkenwiese. Stark auch die Auftritte in der Fremde, wo der Aufsteiger in acht Spielen elf Punkte eroberte.

Mein Fazit: Der FC Dornbirn hat sich mit viel Engagement, Leidenschaft und einer mutigen Spielanlage den Respekt bei den Gegnern der 2. Liga erarbeitet. Offen bleibt, ob in Zukunft die vorhandenen Strukturen für einen nachhaltigen Konkurrenzkampf in dieser Liga reichen werden. Mich würde es freuen, denn Dornbirn und dessen Fußball-Fans haben sich das mehr als verdient.

Dieter Alge (53) arbeitet beim Liechtensteiner Fußballverband und ist U-17-Nationaltrainer.