Als Kollektiv stark

Sport / 04.12.2019 • 18:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Mit einem richtig guten Gefühl habe ich am Sonntag die Cashpoint Arena verlassen. Ein gutes Empfinden deshalb, weil die Elf um Trainer Alex Pastoor auf die Grundtugenden des Fußballs zurückgegriffen hat. Kollektives Verteidigen, gemeinsames Angreifen, körperbetont, genaues Passspiel und eine Mentalität, ein Spiel gewinnen zu wollen. Es war ein Erfolg des gesamten Teams und eines herausragenden Mergim Berisha.

Kampf und Spielwitz

Gegen die favorisierten Kärntner setzte Pastoor auf ein 4-4-2 in der Defensive. Johannes Tartarotti und Samuel Gouet bildeten die Doppelsechs, wobei Tartarotti sich offensiv immer wieder einschaltete. So auch beim frühen 1:0. Ein Treffer, der sich das Prädikat sehenswert verdiente. Gegen neun tief stehende WAC-Spieler kombinierten sich Gouet, Emanuel Schreiner und Tartarotti mit direktem Passspiel durch die Abwehr- und Mittelfeldketten. Den perfekten finalen Pass von Tartarotti schloss Berisha nach toller Ballmitnahme im Strafraum eiskalt ab. Die Kärntner hatten zu diesem Zeitpunkt zwar mehr Ballbesitz, aber in den Zweikämpfen waren die Hausherren klar besser und bissiger. Daher kam der zweite Treffer durch Berisha nicht unverdient. Eine kurze Drangperiode des Gegners konnten die Altacher durch eine gute Organisation im Mittelfeld und aggressives Anlaufen abwehren. Weiters hatte die hochstehende Abwehrkette der Wolfsberger im ersten Durchgang immer wieder Probleme mit dem Tiefgang der schnellen Altacher Offensive (Sidney Sam/Christian Gebauer/Berisha).

Clever fand ich das Verhalten der Gastgeber auch nach Seitenwechsel. Die Altacher ließen die Gäste kommen und waren mit ihrem Konterspiel immer wieder brandgefährlich. Mehrere Topchancen ergaben sich daraus. Mitten in dieser Phase erzielte Shon Weisman (58.) den Anschlusstreffer für die Lavanttaler. Die Reaktion der Altacher war bemerkenswert: Vor allem die Abgeklärtheit der eingewechselten Abwehrspieler Philipp Schmiedl und Matthias Puschl überraschte mich. Nach 80 Minuten schien der Akku der Rheindörfler langsam auszugehen. Aktivposten Sidney Sam wurde müde und konnte seine Geschwindigkeit nicht mehr ausspielen. Dennoch gelang es, die Räume des Gegners immer wieder eng zu machen, um so die Gefahr der Kärntneroffensive zu kontrollieren.

Zwei Szenen der Schlussphase möchte ich noch herausheben. Wie Berisha in der 80. Minute über das halbe Spielfeld nach hinten sprintete und seinen Gegner erfolgreich abgrätschte. Und zweitens wie Martin Kobras in der Nachspielzeit mit einer Glanzparade den wichtigen Dreier der Altacher festhalten konnte.

Dieter Alge (53) arbeitet beim Liechensteiner Fußballverband und ist U-17-Nationaltrainer.