Ein „Gut“ für Altach im Jahresschnitt

Sport / 04.12.2019 • 18:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Jahresstatistik überdeckt aber einige Problemzonen.

Altach Zahlen lügen nicht, heißt es so schön. Aber sie beruhigen auch nicht. Zumindest ist dies im Fall des Cashpoint SCR Altach der Fall. Zwei Spieltage vor dem Jahresende weist nämlich die Statistik ein „Gut“ für den Punkteschnitt im Jahresverlauf aus. Eine Zahl, mit der Christoph Längle (49) wenig anzufangen weiß. „Das mag sich vielleicht gut anhören, aber wir wissen sehr wohl, wo unsere Baustellen sportlicher Natur liegen“, sagt der Geschäftsführer Wirtschaft beim SCRA. Zehn Siege stehen 2019 bei zwei ausstehenden Spielen zu Buche, zuletzt war man diesbezüglich in der Bundesliga-Jahrestabelle 2016 zweistellig. „Das ist natürlich dem sehr guten Frühjahr geschuldet“, will Längle die Sache nicht überbewerten. Da hatten die Altacher das Abstiegsplayoff dominiert. Eine Wiederholung dessen würde den Kampf um den Klassenerhalt erleichtern.

Wichtige Erkenntnisse

Der Blick zurück wird „Korrekturen im personellen Bereich“ nach sich ziehen. Längle bekräftigt damit den mit Sportchef Christian Möckel (46) eingeschlagenen Kurs. Deswegen beschäftige man sich auch schon mit der Zukunft. „Wir wollen gestärkt in das Frühjahr gehen“, sagt Längle. Dabei macht es der österreichische Markt den Altachern nicht leicht.

Intern also haben die Alarmglocken ob der vielen verpatzten sportlichen Auftritte sehr früh geläutet. Deshalb will man spätestens mit Rückrundenstart gewappnet sein. Sich erneut nur auf das Abstiegsplayoff zu verlassen, wird klubintern als zu hohes Risiko eingestuft. Deshalb sind Kaderveränderungen geplant, deshalb ist auch ein Trainingslager in der Türkei fix eingeplant.

Ein wichtiges Thema sind für ihn auch die zuletzt von der Liga veröffentlichten Kennzahlen der Klubs. Die Erkenntnis daraus ist für ihn ganz einfach: „Wir müssen weiter wachsen.“ So liegen die Erträge für den Zeitraum vom 1. Juli 2018 bis 30. Juni 2019 bei 7,3 Millionen Euro. Damit liegt man hinter dem späteren Absteiger Wacker Innsbruck, hinter Wolfsberg und St. Pölten und nur noch vor der Admira (knapp) und Hartberg. Potenzial für eine Steigerung der Einnahmen ortet Längle vor allem im VIP-Bereich. Deshalb stehe 2020 der VIP-Klub ganz oben auf der Agenda. „Das ist eine Sache, die wir nun angehen müssen.“

Zusammen 28 Tore

Deutlich macht die veränderte Spielkultur unter Trainer Alex Pastoor ein Blick auf das Torverhältnis. 46 Treffer hat man in diesem Jahr bereits erzielt. Das sind 1,5 Tore pro Spiel. Das bedeutet zugleich den besten Tor-Jahresschnitt seit dem Wiederaufstieg im Jahr 2014. Von der Bundesliga-Halbsaison des Aufstiegsjahres resultiert die bisherige Bestmarke (1,4). Maßgeblich daran beteiligt war das Offensivduo Mergim Berisha (21) und Manfred Fischer (24). Ersterer hält in bislang 33 Ligaspielen für Altach bei 16 Toren. Hinzu kommen neun Torvorlagen. Auf zwölf Treffer kann Fischer zurückblicken, allerdings benötigte der Steirer 49 Spiele. In diesen verbuchte er auch fünf Torvorlagen. VN-cha

„Die Zahlen von 2019 geben nur einen Teil der sportlichen Wahrheit wieder.“

Fussball

Die bisherigen Bundesliga-Jahresbilanzen (sportlich) des Cashpoint SCR Altach

2019

30 Spiele – 10 Siege/6 Remis/14 Niederlangen, Torverhältnis 46:53

2018

34 – 6/9/19, 37:51

2017

36 – 9/9/18, 37:55

2016

36 – 16/9/11, 47:42

2015

37 – 17/3/17, 48:55

2014

19 – 8/6/5, 27:23

2009

14 – 4/5/5, 27:24

2008

35 – 7/5/23, 42:92

2007

38 – 8/10/20, 38:66

2006

21 – 8/3/10, 31:36