Aus der Pole Position in Richtung Olympia 2020

Sport / 05.12.2019 • 21:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Benjamin Bildstein und Vorschoter David Hussl (Bildmitte Nummer 29) können sich bei der 49er-WM und im Kampf um das Olympiaticket an der Spitze behaupten.OESV
Benjamin Bildstein und Vorschoter David Hussl (Bildmitte Nummer 29) können sich bei der 49er-WM und im Kampf um das Olympiaticket an der Spitze behaupten.OESV

Segelduo Bildstein/Hussl startet bei 49er-WM als Dritter in die Goldflotte der Top-25.

auckland Alles ist noch möglich, und nichts ist fix! Benjamin Bildstein und David Hussl haben bei der Weltmeisterschaft der 49er-Segler im neuseeländischen Auckland in beeindruckender Manier ihr erstes Etappenziel erreicht und sind in die Hauptrunde der Top-25 eingezogen. Mit einem 13., 19. und ersten Platz hat das Duo des YC Bregenz die insgesamt neun Wettfahrten umfassende Qualifikation auf dem dritten Rang beendet. Der 27-jährige Steuermann aus Wolfurt und sein gleichaltriger Vorschoter aus Terfens in Tirol halten bei 27 Punkten.

In Führung mit 26 Punkten Olympia-3. von Rio Erik Heil/Thomas Plößel aus Deutschland, mit einem Zähler Rückstand folgen die 2016-Olympiasieger und vierfachen Weltmeister Peter Burling/Blair Tuke aus Neuseeland. Vier Punkten hinter Bildstein/Hussl folgen die US-Amerikaner Nevin Snow/Dan Wilson. Den Sprung in die Goldflotte verpasst haben u. a. die 2018-Vizeweltmeister Mathieu Frei/Neo Delpech aus Frankreich als 28., die 2018-WM-Dritten und Zweitplatzierten in der 49er-Weltrangliste Tim Fischer/Fabian Graf aus Deutschland als 30. und die Argentinier Yago und Klaus Lange (32.), in der unmittelbaren WM-Vorbereitung Trainingspartner des OesV-Duos.

Mit dem Einzug in die Goldflotte hat das rot-weiß-rote 49er-Duo auch seine Chance auf eines der vier möglichen Nationentickets für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 verbessert und startet von der Pole Position der noch nicht qualifizierten Nationen. „Von den ursprünglich 31 Nationen sind jetzt acht Nationen im Rennen um die Tickets übrig geblieben“, erklärt Bildstein. „Obwohl knapp 75 Prozenz damit weg sind, ist immer noch ausreichend Konkurrenz vorhanden. Aber es schaut jetzt schon deutlich besser für uns aus, zumal wir wirklich gut segeln.“

23 Punkte Vorsprung

Hinter Bildstein/Hussl (37 Punkte) und den US-Boy Snow/Wilson (41) folgen im Race-to-Tokio die Spanier Diego Botin/Iago Lopez Marra (55) als Neunte und die Australier Jim Colley/Shaun Connor (58) als Zehnter. Im Wettstreit um das Olympiaticket weiters dabei noch die Niederländer Bart Lambriex/Pim van Vugt (15., 60 Punkte), Marco Grael/Gabriel Borges (18., 68) aus Brasilien, die Polen Lukasz Przybytek/Pawel Kolodzinski (19., 68) und Robert Dickson/Sean Waddilove (20./71) aus Irland. „23 Punkte Vorsprung auf den aktuell Fünften im Race-to-Tokio sind komfortabel, allerdings keine Garantie. Abgerechnet wird am Schluss und jeder Punkt in der Goldflotte hat hier seinen Preis. Es geht weiterhin darum von Wettfahrt zu Wettfahrt fokussiert zu bleiben und unser Bestes zu geben“, unterstreicht Bildstein.

Auch OeSV-Sportdirektor Matthias Schmid unterstreicht das Potenzial der Olympia-Aspiranten, betont aber, dass noch ein hartes Stück Arbeit bevorsteht. „Die Qualifikation für die Goldflotte war die halbe Miete. Bei dieser Leistungsdichte unter den Spitzenteams kann alles passieren. Die Jungs haben sich eine gute Ausgangsposition verschafft, doch jetzt geht es so richtig ans Eingemachte. Rein vom Können und von der mentalen Stärke hätten sie sich das Nationenticket aber mehr als verdient und haben sicher das Potenzial, um Medaillen mitzusegeln“, so Schmid, Olympiastarter 2016 in Rio im 470er.

„23 Punkte Vorsprung im Race-to-Tokio sind komfortabel, aber keine Garantie.“