Hallenrad-WM: Jubilare, Debütanten und heiße Medaillenkandidaten

Sport / 05.12.2019 • 22:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Patrick Schnetzer (r.) und Markus Bröll holten 2013 in Basel ihre erste WM-Goldene und haben nun die sechste UCI-Krone im Visier. VERBAND

Radball-Asse Schnetzer/Bröll haben in Basel sechste WM-Krone im Visier.

Basel Zum dritten Mal nach 1963 und 2013 gibt sich die Welt­elite des Hallenradsports von Freitag bis Sonntag ein Stelldichein in Basel. Knapp 180 Aktive aus 23 Nationen messen sich im sportlichen Wettstreit in der drittgrößten Stadt der Schweiz im Dreiländereck Schweiz-Deutschland-Frankreich um Medaillen und Platzierungen bei der 84. Weltmeisterschaft im Radball bzw. der 64. im Kunstradfahren des Internationalen Radsport-Weltverbands (UCI).

92 WM-Medaillen, davon 14 Goldene

Seit drei Jahrzehnten stellt Vorarlberg das komplette ÖRV-Aufgebot und kann auf eine Erfolgsbilanz der Extraklasse verweisen. Seit 1979 gab es lediglich drei Weltmeisterschaften (1990, 1994 und 1995), in denen Vorarlberg ohne Top-3-Platzierung blieb. Verlässlich wie ein Schweizer Uhrwerk kehren die heimischen Perfektionisten auf zwei Rädern seit nunmehr 24 Jahren ohne Unterbrechung mit Edelmetall im Gepäck ins Ländle zurück. Die imponierende Ausbeute von 92 Medaillen, davon 14 Goldene, 22 Silberne und 56 Bronzene, spiegelt den großen Stellenwert und die qualitativ hochwertige Arbeit im heimischen Fachverband wider.

2013 in Basel ersten Titel gemeinsam geholt

Der Kreis der Medaillenkandidaten ist trotz Rücktritten von 2015-Weltmeisterin Adriana Mathis und Junioren-Weltrekordhalterin Julia Walser breit gefächert. Die heißeste Aktie im Ländle-Aufgebot bilden sicherlich die beiden Serienweltmeister im Radball, Patrick Schnetzer und Markus Bröll. Nach den vier Triumphen in Serie in den Jahren 2013 bis 2016 riss ausgerechnet bei der Heim-WM 2017 in Dornbirn die Erfolgsserie und das erfolgreichste Radballduo der Gegenwart musste sich nach einer 3:4-Niederlage im Finale gegen Deutschland für einmal mit Silber begnügen. Im Vorjahr holten sich die Höchster mit einem 8:6-Finalerfolg über Deutschland die UCI-Krone zurück.

Rosa Kopf (l.) und Svenja Bachmann holten im Vorjahr erstmals WM-Bronze. Verband

Nach der ersten Goldenen 2013 in Basel wollen der 26-jährige Schnetzer und sein um sechs Jahre älterer Partner, mit fünf Welt- und sechs Europameistertiteln sowie vier Gesamtsiegen im UCI-Weltcup das erfolgreichste Radballteam der jüngeren Vergangenheit, ihren letzten gemeinsamen Auftritt bei einem UCI-Championat so wie bei der Premiere vergolden. Nach dem Weltcupfinale im Jänner in Möhlin wird Bröll seine aktive Karriere beenden.

9 Medaillen bei neun WM-Teilnahmen hat Patrick Schnetzer zu Buche stehen. Mit sechs Goldenen, zwei Silbernen und einer Bronzenen ist der 26-Jährige der erfolgreichste Radballer der Gegenwart. Markus Bröll bestreitet in Basel seine achte und letzte WM und hält bei fünf Goldenen und einer Silbernen.

4 WM-Teilnahmen haben Marcel Schnetzer und Jana Latzer bereits absolviert. 2016 holten sie gemeinsam Bronze im Open-Zweier, diesmal starten Latzer im Einer und Schnetzer im Einer sowie im Open-Zweier mit Katharina Kühne, die in Basel ihren vierten WM-Einsatz hat. Ebenfalls zum vierten Mal bei einem UCI-Championat dabei ist Christopher Schobel und der Vierer mit Leonie Huber, Lea und Lukas Schneider sowie Julia Wetzel, die im Vorjahr WM-Bronze holten.

2 Mal waren Rosa Kopf/Svenja Bachmann bei einer WM im Einsatz, 2018 gab es Bronze. Dagegen feiern Lorena Schneider (18), Jacqueline Rist (17) und Ida-Lena Hofherr (15) in Basel ihr WM-Debüt.

17 Sportler, inklusive dem Radball-Ersatzteam Pascal Fontain/Patrick Köck (Dornbirn) umfasst das rot-weiß-rote Aufgebot in Basel. Dazu kommen die UCI-Kommissäre Gerhard Schlachtner (Radball) und Margot Schnetzer (Kunstrad), die Nationaltrainer Gernot Fontain (Radball) und Günter Nicolussi (Kunstrad), Mechaniker Wolfgang Bröll, Physiotherapeut Daniel Flatz und Pressechef Heimo Lubetz. Als Delegationsleiter fungiert Andreas Schnetzer. Komplettiert wird das Aufgebot durch die jeweiligen Heim- oder Vereinstrainer der einzelnen Sportler und Teams.

Bei den Kunstradlern zählt im Einer die regierende Junioren-Europameisterin Lorena Schneider (18) bei ihrem WM-Debüt zum erweiterten Kreis der Titelanwärterinnen. Gespannt darf man auch sein, ob Rosa Kopf und Svenja Bachmann im Zweier ihre Bronzene aus dem Vorjahr bestätigen können. Gleiches gilt für das Quartett Leonie Huber, Lea und Lukas Schneider sowie Julia Wetzel, die 2018 in Lüttich ebenfalls Bronze holten.

Der Vierer des RC Höchst ist in Basel zum vierten Mal bei einer Elite-WM dabei und durfte sich 2018 über die bronzene Auszeichnung freuen. Verband

Eine Medaille fix im Visier haben im Open-Zweier auch Marcel Schnetzer/Katharina Kühne, die Drittplatzierten des Gesamtweltcups in dieser Saison.

84. Weltmeisterschaft im Radball und 64. im Kunstradfahren 2019 in Basel
Das Team Österreich
Einer:
Lorena Schneider (RC Mazda Hagspiel Höchst), Jana Latzer (RV Sulz) bzw. Marcel Schnetzer und Christopher Schobel (beide RC Mazda Hagspiel Höchst)
Zweier: Rosa Kopf/Svenja Bachmann (RV Sulz), Ida-Lena Hofherr/Jacqueline Rist (Bregenz)

Zweier-Open: Marcel Schnetzer/Katharina Kühne (RC Mazda Hagspiel Höchst)
Vierer: Leonie Huber, Lukas und Lea Schneider, Julia Wetzel (RC Mazda Hagspiel Höchst)
Radball: Patrick Schnetzer/Markus Bröll (RC Mazda Hagspiel Höchst)
Die Einsatzzeiten der ÖRV-Sportler
Freitag, 6. Dezember

19 Uhr: Österreich – Frankreich, 20.25 Uhr: Vierer Höchst
Samstag, 7. Dezember

10 Uhr: Jana Latzer; 11.05 Uhr: Lorena Schneider; 13.15 Uhr: Österreich – Tschechien; 13.50 Uhr: Ida-Lena Hofherr/Jacqueline Rist; 15.10 Uhr: Marcel Schnetzer/Katharina Kühne; 15.55 Uhr: Österreich – Belgien; 19.20 Uhr: Rosa Kopf/Svenja Bachmann; 19.35 Uhr: Österreich – Schweiz; 21.30 Uhr: Österreich – Deutschland
Sonntag, 8. Dezember

9.55 Uhr: Marcel Schnetzer; 10.05 Uhr: Christopher Schobel; ab 13 Uhr: Klassierungsspiele Radball