Von der Pole Position auf den Schleudersitz

Sport / 06.12.2019 • 22:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Benjamin Bildstein und David Hussl sind mitten im Kampf um das Olympiaticket. OESV
Benjamin Bildstein und David Hussl sind mitten im Kampf um das Olympiaticket. OESV

Bildstein/Hussl als Gesamt-9. der WM nun Vierte im Race-to-Tokio.

Auckland Benjamin Bildstein und David Hussl sorgen bei der Weltmeisterschaft der 49er-Segler im neuseeländischen Auckland für eine Extraportion Nervenkitzel. Nach den famosen Leistungen in den neun Wettfahrten der Qualifikation als Drittplatzierte in die Hauptrunde der Top-25 eingezogen,
musste das Duo des YC Bregenz am ersten Tag der Goldflotte einen Rückschlag hinnehmen. Mit einem 16., 17. und 20. Platz ist Österreichs Paradeboot in der Gesamtwertung auf Position neun zurückgerutscht. Der 27-jährige Steuermann aus Wolfurt und sein gleichaltriger Vorschoter aus Terfens in Tirol halten bei 89 Punkten.

In Führung weiter die Olympia-Dritten von Rio, Erik Heil/Thomas Plößel aus Deutschland, mit 39 Punkten. Neun Zähler dahinter folgen die 2016-Olympiasieger Peter Burling/Blair Tuke aus Neuseeland. Mit dem Respektabstand und 71 Punkten folgen die Franzosen Lucas Rual/Emile Amoros. „Wir haben bei den ersten beiden Rennen jeweils den Start verpatzt. In der dritten Wettfahrt haben sich kurzfristig die Bedingungen geändert und wir haben uns nicht schnell genug darauf einstellen können“, skizziert Vorschoter Hussl den ersten Tag in der Finalserie. Steuermann Bildstein streicht vor allem die Leistungsdichte in der Goldflotte hervor: „Es sind wirklich nur mehr die Besten der Besten dabei und es wird kein Punkt verschenkt. Wenn man am Start nur eine Sekunde zu langsam ist, liegt man gleich ein paar Meter hinten bist und Rückstände sind extrem schwer aufzuholen.“

Positiv und kämpferisch

Trotz des Rückfalls im Klassement bleiben die HLSZ-Sportler positiv und äußern sich kämpferisch. „Wir sind immer noch in den Top-Ten und damit ist unsere Ausgangsposition immer noch sehr gut“, so Hussl. „Jetzt geht es darum, mit dem Druck richtig umzugehen, zur notwendigen Lockerheit zurückzufinden und jene Leistungen zu zeigen, die wir in der Qualifikation abgerufen haben“, ergänzt Bildstein.

Im Kampf um eines der vier möglichen Nationentickets für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 sind Bildstein/Hussl von der Pole Position auf den Schleudersitz der noch nicht qualifizierten Nationen zurückgefallen. In Front im Race-to-Tokio mit 74 Punkten die Spanier Diego Botin/Iago Lopez Marra als Gesamt-5. vor den US-Boy Snow/Wilson (6., 78 Punkte) und den Australiern William und Sam Philipps (89) als Siebter. Einen Punkt hinter dem Ländle-Duo lauern die Niederländer Bart Lambriex/Pim van Vugt (10.), dahinter folgen die Polen Lukasz Przybytek/Pawel Kolodzinski (15., 98), Marco Grael/Gabriel Borges (18., 106) aus Brasilien. nun noch theoretische Chancen besitzen die Iren Robert Dickson/Sean Waddilove als 24. mit 131 Punkten.

Zum Abschluss der Goldflotte sind am Samstag vier Wettfahrten geplant. Am Sonntag bestreiten die Top-Ten das Medal Race.