Im neuen Wohnzimmer

Sport / 08.12.2019 • 22:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sechstes Rennen, erster Saisonerfolg für die ÖSV-Damen. Nicole Schmidhofer gewann zum dritten Mal in Lake Louise.apa
Sechstes Rennen, erster Saisonerfolg für die ÖSV-Damen. Nicole Schmidhofer gewann zum dritten Mal in Lake Louise.apa

Nicole Schmidhofer gewann Abfahrt in Lake Louise, Nina Ortlieb auf Platz zwölf.

LAke Louise Nicole Schmidhofer hat die zweite Weltcup-Abfahrt der Damen in Lake Louise gewonnen. Die Steirerin, im Vorjahr in Kanada Siegerin beider Abfahrtsrennen, setzte sich 0,13 Sek. vor US-Star Mikaela Shiffrin sowie Francesca Marsaglia und Vortages-Siegerin Ester Ledecka durch. Für Schmidhofer war es der vierte Weltcupsieg, drei davon sind ihr in Lake Louise gelungen. Nina ortlieb fuhr wieder vorne mit, kam nach Platz vier im ersten Rennen diesmal auf Rang zwölf. Die Lecherin war damit drittbeste ÖSV-Läuferin.

Langes Zittern

Auch die zweite Abfahrt ging wegen Arbeiten an der Piste verspätet in Szene, dafür im Gegensatz zum Freitag aber vom Originalstart und damit über die volle Länge. Im Vergleich zum Vortag, als sie verärgerte Siebente geworden war, wurde Abfahrts-Weltcupsiegerin Schmidhofer diesmal im Lauf ihrer Fahrt immer schneller und sicherte nach allerdings längerem Bangen den ÖSV-Damen im sechsten Rennen den ersten Saisonsieg. Es war für Österreichs Speed-Damen der insgesamt 14. in Lake Louise.

Zweitbeste Österreicherin wurde Tamara Tippler als Achte. Die Vortages-Dritte Stephanie Venier stürzte nach einem missglückten Sprung heftig in eine Sicherheitsplane am Streckenrand, konnte danach aber selbst ins Ziel fahren. „Ich habe den Absprung verpasst und bin voll in die Höhe gestiegen“, erklärte die Tirolerin. „Es ist alles irre schnell gegangen.“ Schmidhofer machte diesmal neuerlich mit Startnummer neun sowie bei um zehn Grad gestiegenen Temperaturen auf der Highspeed-Strecke in den kanadischen Rocky Mountains alles richtig. Trotzdem musste sie um ihren neuerlichen Triumph in Kanada lange zittern. Denn immer wieder rissen die Wolken auf und sorgten für bessere Sichtverhältnisse auf der Strecke, so auch bei Shiffrin. Die Amerikanerin führte auch lange das Rennen an und ließ erst ganz zum Schluss Zeit liegen. Ihren zweiten Abfahrtssieg verpasste die Technik-Spezialistin und dreifache Weltcup-Gesamtsiegerin dann nur knapp.

„Heute habe ich unten raus gezeigt, wie schnell ich sein kann. Auch gesprungen bin ich besser“, sagte Schmidhofer und gestand, dass ihr am Ende bei der mit Nummer 22 fahrenden Marsaglia noch einmal richtig bang geworden sei. „Sie ist immer schneller geworden. Da habe ich gedacht, das darf ja nicht wahr sein.“ Ob Lake Louise nun ihr neues Wohnzimmer sei, beantwortete Schmidhofer lachend. „Es klingt fast so. Aber es hat eh fast zehn Jahre gedauert. Wenn man mich früher gefragt hätte, wo ich gewinnen kann, hätte ich gesagt, sicher nicht in Lake Louise. Und jetzt habe ich hier schon drei Mal gewonnen, es ist unfassbar.“ Sie sei schon sehr angespannt gewesen, gab Schmidhofer, die dieses Jahr eine Donald-Duck-Figur als Glücksbringer ihrer Mutter benutzt, auch zu.

„Ich bin superhappy“, sagte Shiffrin. „Es war viel besser als gestern. Leider habe ich am Ende etwas den Speed verloren“, erklärte die Amerikanerin, die diesen Winter auch mit der Abfahrtskugel liebäugelt.

„Es war brutal stressig zwischendurch, die Nerven sind ein bissl blank gelegen.“