Salzburg darf wieder träumen

Sport / 08.12.2019 • 20:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Erling Braut Haaland (rechts im Bild gegen den Wattener Stefan Hager) marschiert mit RB Salzburg in der Liga weiter vorne weg.gepa
Erling Braut Haaland (rechts im Bild gegen den Wattener Stefan Hager) marschiert mit RB Salzburg in der Liga weiter vorne weg.gepa

Red Bull will es der Austria nachmachen.

Salzburg 25 Jahre nach dem SV Austria Salzburg hat am Dienstag (18.55 Uhr) wieder ein österreichischer Klub die Chance, den amtierenden Champions-League-Sieger aus dem Bewerb zu eliminieren. RB Salzburg würde gegen Liverpool mit jedem Heimsieg, bei dem man nicht mehr als drei Gegentore kassiert, ins Achtelfinale der Königsklasse einziehen – und das vermutlich auf Kosten der Engländer. Austria Salzburg war am 7. Dezember 1994 in einem ähnlichen „Endspiel“ gegen den Titelverteidiger mit Heimvorteil in Wien an AC Milan gescheitert (0:1). Der Nachfolgeclub könnte es nun tatsächlich als erster ÖFB-Vertreter in die K.o.-Phase der Champions League schaffen.

Überwintern gelang nur Sturm

Seit der Bewerb 1992 den Europacup der Meister abgelöst hat, hat nur ein österreichischer Klub in der Königsklasse überwintert: Sturm Graz in der Saison 2000/01. Damals war anstelle des Achtelfinales noch eine zweite Gruppenphase (Zwischenrunde) der besten 16 Teams ausgetragen worden. Im Herbst 2000 holten die Grazer mit Triumphen gegen Galatasaray Istanbul, die Glasgow Rangers und AS Monaco den Gruppensieg. In der Zwischenrunde folgten zwei weitere Erfolge gegen Panathinaikos, als Gruppendritter hinter Valencia und Manchester United kam aber das Aus.

Österreichische Klubs haben in der Champions League bisher insgesamt elf Siege eingefahren. Sturm sorgte allein für sieben davon. Dahinter folgt bereits Salzburg mit insgesamt drei Erfolgen (zwei in dieser Saison als Red Bull, einer als Austria Salzburg). Die Wiener Austria gewann bei ihrer bisher einzigen Teilnahme 2013 gegen Zenit St. Petersburg. Rapid ist nach zwölf Gruppenspielen der Klubgeschichte in der Königsklasse noch sieglos.

Adi Hütter als Spieler im Finale

Im Vorgängerbewerb Meistercup erreichten die Wiener Großklubs jeweils einmal das Halbfinale. Rapid scheiterte dort 1961 an Benfica Lissabon, die Austria 1979 an Malmö FF. Die größten internationalen Erfolge feierten die Wiener Vereine im 1999 eingestellten Cup der Cupsieger. Rapid stand dort zweimal im Endspiel (1985 in Rotterdam gegen Everton/1:3 sowie 1996 in Brüssel gegen Paris SG/0:1), die Austria einmal (1978 in Paris gegen Anderlecht/0:4). Für das vierte Europacup-Finale mit Beteiligung eines österreichischen Klubs, das einzige abseits des Cup der Cupsieger, sorgte Austria Salzburg – noch mit Adi Hütter als Spieler. Im Kampf um die Trophäe im UEFA-Cup setzte es 1994 zwei 0:1-Niederlagen gegen Inter Mailand. Noch im selben Jahr gelang den Salzburgern bei ihrem Premierenauftritt in der Champions League Ende November ein Auswärtssieg bei AEK Athen (3:1). Im folgenden Entscheidungsspiel um den Aufstieg gegen Milan machte aber ein Tor von Daniele Massaro den Unterschied.