Eine magische Möglichkeit

Sport / 09.12.2019 • 20:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Mit dem Wunder von Wals-Siezenheim will Salzburg ins Champions-League-Achtelfinale.

Salzburg Am Selbstvertrauen soll es den „Bullen“ aber nicht mangeln. „Wir sind bereit für einen großartigen Moment“, betonte Trainer Jesse Marsch. Klar ist auch: Salzburg, das zumindest fix in der K.o.-Phase der Europa League steht, hat nichts zu verlieren, Liverpool hingegen alles. Die Elf von Jürgen Klopp wäre der erste Titelverteidiger seit Chelsea 2012/13, der in der Gruppenphase stolpert. „Es ist verrückt, dass wir diese magische Möglichkeit haben“, meinte Marsch anlässlich der Pressekonferenz, die aufgrund des großen Interesses erstmals in der Europacuphistorie in einem eigens aufgestellten Zelt vor dem Stadion abgehalten wurde.

Sicher keine 0:0-Partie

Der 19-jährige Shootingstar Erling Haaland sprach ohne Umschweife vom „größten Spiel meiner Karriere“. Der 29-fache Saisontorschütze in 26 Pflichtpartien setzt einmal mehr auf Lockerheit: „Wir werden mit einem Lächeln hinausgehen und Spaß haben.“ Während ein Remis nicht reicht, bringt Salzburg fast jeder Sieg in die K.o.-Phase. Bei Punktegleichheit zählt das direkte Duell (mit Auswärtstorregel). Die drei Auswärtstore beim 3:4 in Liverpool könnten für Salzburg daher Gold wert sein. Anfang Oktober kam Salzburg an der Anfield Road nach einem 0:3-Pausenrückstand mit einem Furioso auf 3:3 zurück, musste sich aber dennoch beugen.

Marsch wollte nicht auf die historische Möglichkeit fokussieren. „Wir müssen frei im Kopf sein und Vollgas geben“, forderte der US-Amerikaner, der große Vorfreude versprühte: „Wir haben so viel Lust und Leidenschaft für dieses Spiel.“ Darin liegt laut Routinier Zlatko Junuzovic auch der Schlüssel: „Sie haben wenige Schwächen, aber wir können ihnen wehtun. Es wird nur mit Emotion und Leidenschaft gehen.“ Haaland, zuletzt mit quasi jedem europäischen Großklub in Verbindung gebracht, gab sich „zuversichtlich, dass wir morgen treffen“, auch Marsch verwies auf die Torgefährlichkeit seiner Truppe, die durchschnittlich etwas über drei Tore pro CL-Partie erzielte, allerdings auch immer zumindest einen Gegentreffer kassierte.

Auswärtsschwäche der Reds

Dass die „Null“ ausgerechnet gegen Liverpool steht, wäre durchaus überraschend. „Sie sind so gut im Umschalten. Wir müssen immer bereit sein für jede Situation“, meinte Marsch, der sich auch die Option einer defensiven Dreierkette offenhielt. „Wichtig ist, dass wir Selbstvertrauen, Aggressivität, Präsenz am Platz haben. Ganz frei und aggressiv, das ist ein großer, großer Schlüssel für uns.“

Die Heimstärke Salzburgs ist quasi amtlich: Bis zum 2:3 gegen Napoli am 23. Oktober war man 71 Pflichtpartien bzw. 19. Europacupmatches in Folge vor eigenem Publikum ungeschlagen. Liverpool hingegen glänzte zuletzt nicht mit Auswärtsstärke. Am vierten Spieltag konnte man bei Genk nach vier Auswärtsniederlagen in Folge wieder siegen, hat insgesamt aber eine durchwachsene Bilanz. Nur zwei der jüngsten elf Partien in der Fremde gewannen die „Reds“, sieben der jüngsten zwölf gingen verloren.

„Wir haben so viel Lust und Leidenschaft für dieses Spiel.“

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Die Szenarien, in denen Salzburg ins Achtelfinale der Champions League aufsteigen würde

. . . mit jedem Heimsieg gegen Liverpool, wenn Napoli gegen Genk verliert (Aufstieg als Gruppensieger)

. . . mit jedem Heimsieg gegen Liverpool, wenn Napoli gegen Genk Remis spielt (Aufstieg als Gruppenzweiter)

. . . mit einem Heimsieg mit zwei oder mehr Toren Unterschied gegen Liverpool, unabhängig vom Ausgang des Parallelspiels

. . . mit einem Heimsieg mit einem Tor Unterschied, wenn Liverpool dabei nicht mehr als drei Auswärtstore erzielt, auch das unabhängig vom Ausgang des Parallelspiels