„Da muss ich nochmals durch“

Sport / 10.12.2019 • 21:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Unterstützung für Elisabeth Kappaurer kommt vom Bizauer Unternehmen ZKT.ko
Unterstützung für Elisabeth Kappaurer kommt vom Bizauer Unternehmen ZKT.ko

Skirennläuferin Elisabeth Kappaurer wird vom Wälder Sponsor ZKT auf die Beine geholfen.

Bizau „Ich zähle die Tage, bis ich wieder ein normales Leben führen kann.“ Dreieinhalb Monate ist es her, da kam Elisabeth Kappaurer beim Riesentorlauftraining im argentinischen Ushuaia zu Sturz, zog sich im linken Bein eine Fraktur des Schienbeinkopfs zu, auf der rechten Seite einen Schien- und Wadenbeinbruch. So eine Verletztung habe selbst Dr. Christian Fink, der zwei ihrer vier notwendigen Operationen durchgeführt hat, noch nie gesehen, erzählt die 24-jährige Weltcupläuferin.

Eine harte Probe

Die Krücken sind noch für einige Tage ein lästiger Begleiter. Kappaurer zeigt sich glücklich, „im Business angekommen zu sein“, wie sie es nennt, wenn man sich im Skisport auf Gehhilfen bewegt. Zwei Monate auf den Rollstuhl angewiesen zu sein, sei eine harte Probe gewesen: „Die kleinsten Dinge werden zur Herausforderung, der Alltag funktioniert nicht mehr. Ich habe einen kleinen Einblick ins Leben mit dem Rollstuhl bekommen, bin dankbar, wieder aufstehen zu können.“

„Nicht schon wieder. Und muss das sein“, habe sie sich im ersten Augenblick angesichts der schweren Verletzung gedacht. Die Frage, ob es sportlich weitergehen werde, war schon im Krankenhaus beantwortet: „Weißt du, Wolfgang, so will ich nicht aufhören“, habe sie sich Wolfgang Schwarzmann, ihrem persönlichen Betreuer, anvertraut. „Da muss ich nochmals durch.“

Für die Comeback-Pläne auf Ski sei es noch viel zu früh. „Da schaut der Skiverband dazu. Ich arbeite jetzt an der Rehabilitation im Olympiazentrum Dornbirn mit Physiotherapeut Manuel Hofer. Zuerst muss sichergestellt sein, dass ich wieder normal trainieren kann.“ Um dem Reha-Trott zu entkommen, nimmt sich Kappaurer jetzt Zeit für Dinge, die sonst im gedrängten Skikalender keinen Platz finden: „Ich treffe mich mit meinen Mädels, kann erstmals die Weihnachtszeit so richtig genießen. Mit Kekse backen und allem drum und dran.“ Vor dem Fernseher drückt die Bezauerin den Kolleginnen die Daumen, war in Sölden beim Auftakt live dabei. Und betreut nebenbei auch die jüngere Schwester Magdalena auf dem Weg in Richtung Europacup. Mit Leidensgenossin Ariane Rädler schmiedet Kappaurer Pläne für einen gemeinsamen Urlaub in wärmeren Gefilden.

Den Glauben nicht aufgeben

Die materielle Hilfestellung auf dem Weg zurück kommt von Ewald Zündel und seinem Unternehmen. Die Firma ZKT in Bizau unterstützt Kappaurer während der nächsten drei Jahre. „Wenn Lisi von ihrem Biss, ihrem Engagement etwas in unserem Unternehmen dalassen kann, haben wir eine Bestzeit eingefahren.“ Kappaurer freut sich: „Damit gibt man mir ein Zeichen, dass man an mich glaubt. Und ich den Glauben auch nicht aufgeben darf.“ VN-ko