Freitag, der 13. ist Stichtag

Sport / 12.12.2019 • 22:52 Uhr / 9 Minuten Lesezeit
Sowohl im Supercup (22:17) als auch im Liga-Auswärtsspiel (23:19) haben Boris Zivkovic und der Alpla HC Hard in dieser Saison Meister und Cupsieger Krems das Nachsehen gegeben.GEPA
Sowohl im Supercup (22:17) als auch im Liga-Auswärtsspiel (23:19) haben Boris Zivkovic und der Alpla HC Hard in dieser Saison Meister und Cupsieger Krems das Nachsehen gegeben.GEPA

Fünf Teams, darunter Bregenz, kämpfen um die zwei vakanten Play-off-Startplätze.

Hard, Bregenz Die Ausgangslage könnte nicht spannender sein: Vor der abschließenden Doppelrunde am Freitag und Sonntag in der Spusu Liga 2019/20 kämpfen fünf Mannschaften um die beiden noch verfügbaren Plätze in der Anfang Februar beginnenden Bonusrunde. Während sich die Fivers Margareten, Meister und Cupsieger Krems und Vizemeister Alpla HC Hard bereits aller Sorgen entledigt haben und fix im Play-off dabei sind, duellieren sich Ferlach (18 Punkte), Schwaz (17) und das Trio Graz, West Wien und Bregenz Handball (alle 14 Punkte) um die offenen Tickets.

Leistungsgrenze erreicht

Nicht zuletzt aufgrund der zusätzliche Belastung durch die Europacupteilnahme und der praktisch seit Saisonbeginn bestehenden personellen Situation durch verletzungsbedingte Ausfälle ist Alpla-HC-Hard-Cheftrainer Klaus Gärtner froh, dass sich sein Team frühzeitig das Play-off-Ticket gesichert hat. „Durch die permanenten Verletzungen kommen einige Akteure, die nahezu keine Verschnaufpausen hatten und praktisch jedes der 24. Pflichtspiele durchgespielt haben, schon auf dem Zahnfleisch daher. Die Jungs haben sowohl körperlich als auch geistig ihre Leistungsgrenze erreicht oder gar überschritten und sehnen die dringend notwendige Pause herbei“, beschreibt der 44-jährige Deutsche die Situation.

Trotz der alles ander als guten Ausgangslage fordert Gärtner im Heimspiel heute (19 Uhr) gegen Krems und am Sonntag (17 Uhr), dass am Wochenende noch einmal alle Kräfte mobilisiert werden. „Wir wollen mit der bestmöglichen Ausgangslage in die Bonusrunde einziehen, und der Rückstand auf Leader Margareten soll nicht größer werden.“

Für Gärtner ist im Topduell der Runde gegen Meister und Cupsieger Krems die Leistung in der Abwehr der entscheidende Faktor: „Krems ist eine enorm spielstarke Truppe. Doch wir konnten sie in dieser Saison auswärts bereits im Supercup und in Ligaspiel bezwingen. Da bekanntlich aller guten Dinge drei sind, wollen wir nun im letzten Heimspiel auch gewinnen und unsere seit sechs Partien andauernde Siegeserie fortsetzen.“

Hausaufgaben erledigen

Anknüpfen an die zuletzt starken Leistungen muss auch Bregenz Handball, will man auf den letzten Drücker noch den Sprung in die Bonusrunde der Top-5-Teams realisieren. Sowohl heute (19 Uhr) auswärts bei Graz als auch am Sonntag (19 Uhr) gegen Linz heißt es zwei Punkte holen, um die theoretische Chance zu wahren. Daneben benötigt die Equipe von Cheftrainer Markus Burger aber die Schützenhilfe anderer Vereine. „Trotz der beiden Remis in Krems und gegen die Fivers hat sich die Ausgangslage nur unwesentlich für uns verbessert. Fakt ist, dass wir es nicht mehr selbst in der Hand haben und auf fremde Hilfe angewiesen sind“, erklärt Burger. „Bevor wir aber irgendwelche Hochrechnungen anstellen, müssen wir unsere Hausaufgaben erledigen. Da Graz ein direkter Konkurrent ist, wird man bereits heute wissen, wohin unsere Reise im Frühjahr geht. Wenn wir die zwei Punkte in Graz holen und die Chance weiter lebt, bin ich überzeugt, dass wir auch Linz packen würden“, betont Burger kämpferisch.

Personell hat es diese Woche den nächsten Rückschlag gegeben. Kreisläufer Florian Mohr zog sich im Training eine Schultereckgelenkssprengung an der Wurfhand zu und fällt drei Monate aus.

Der Bregenz-Kreisläufer Florian Mohr zog sich im Training eine Schultereckgelenksprenung an der rechten Wurfhand zu und fällt die nächsten drei Monate aus.GEPA
Der Bregenz-Kreisläufer Florian Mohr zog sich im Training eine Schultereckgelenksprenung an der rechten Wurfhand zu und fällt die nächsten drei Monate aus.GEPA

Handball

Spusu Liga der Männer 2019/20

Hauptrunde, 17. Spieltag

Alpla HC Hard – UHK Krems  Freitag, 19 Uhr

Sporthalle am See, SR Schober/Stollberg (HR: 23:19)

HSG Graz – Bregenz Handball  Freitag, 19 Uhr

Sportpark Graz, SR Mohler/Hutecek (HR: 23:25)

Die weiteren Begegnungen: HC Fivers WAT Margareten – SG Handball West Wien; HSG Bärnbach/Köflach – SC Ferlach; HC Linz – Schwaz Handball Tirol

18. und letzter Spieltag

Schwaz Handball Tirol – Alpla HC Hard Sonntag, 17 Uhr

Sporthalle Schwaz Ost, SR Hofer/Schmidhuber (HR: 27:26)

Bregenz Handball – HC Linz Sonntag, 19 Uhr

Handballarena Rieden, SR Hurich/Bolic (HR: 31:26)

Die weiteren Begegnungen: HC Fivers WAT Margareten – SC Ferlach, 17 Uhr; UHK Krems – HSG Bärnbach/Köflach, 19 Uhr; SG Handball West Wien – HSG Graz, 19.10 Uhr

Tabelle  1. HC Fivers WAT Margareten 16  12  1  3  493:415  +78  25

  2. UHK Krems (M) 16  10  2  4  464:427  +37 22

  3. Alpla HC Hard 16  10  1  5  437:411  +26 21

  4. SC Ferlach 16  8  2  6  424:435  -11  18

  5. Schwaz Handball Tirol 16  8  1  7  420:426  -6 17

  6. HSG Graz 16  6  2  8  458:455  +3  14

  7. SG Handball West Wien 16  7  0  9  433:435  -2  14

  8. Bregenz Handball 16  6  2  8  400:416  -16 14

  9. HC Linz 16  4  3  9  449:473  -24 11

 10. HSG Bärnbach/Köflach 16  2  0  14  377:462  -85  4

Erklärung: Die Top-5-Klubs nach der Hauptrunde bestreiten ab Februar die Bonusrunde. Die Gesamtpunkte werden halbiert, bei ungerader Punktezahl wird aufgerundet. Bei Punktegleichstand von zwei oder mehreren Mannschaften entscheiden die direkten Duelle über die Platzierung. Die Teams auf den Rängen sechs bis zehn absoliveren nach den selben Kriterien die Qualirunde (Hin- und Rückspiel) und nehmen die halbierten Punkte mit. Die Endreihung der Bonus- bzw. Qualirunde entscheidet über die Reihenfolge bei der freien Wahl des Gegners in der Best-of-three-Viertelfinalserie.

Spusu Liga 2019/20

Die Situation der Top-Acht-Teams im Kampf um die Ausgangslage für die Play-off-Runde ab Februar

HC Fivers WAT Margareten Dem Tabellenführer (25 Punkte) reicht aus den letzten beiden Runden ein Punkt, um sich die Winterkrone zu sichern. Das direkte Duell mit Vizemeister Hard hat man für sich entschieden. Lediglich Titelverteidiger Krems kann die Wiener noch abfangen, was nur gelingt, wenn die Fivers zweimal verlieren und Krems drei der vier möglichen Punkte holt.

UHK Krems Der regierende Meister und letztjährige Halbzeitmeister benötigt zumindest noch drei Punkte und muss auf zwei Ausrutscher der Fivers hoffen, damit man erneut aus der Pole Position in das Meister-Play-off startet. Parallel dazu geht es für die Wachauer im direkten Duell gegen Verfolger Hard darum, zumindest Rang zwei abzusichern.

Alpla HC Hard Rang eins ist außer Reichweite, Platz zwei nur mit einem Sieg im Heimspiel gegen Krems theoretisch noch erreichbar. In den letzten sechs Partien holte der sechsfache Meister das Maximum von zwölf Punkten.

SC Ferlach Die Kärntner sind sicher die positive Überraschung im Grunddurchgang und können nun ihr ganz persönliches Wintermärchen schreiben. Mit aktuell 18 Punkten reicht ein einziger Zähler, um sich erstmals in der Geschichte für die Bonusrunde zu qualifizieren. Das soll gleich diesen Freitag auswärts bei der HSG Bärnbach/Köflach fixiert werden.

Schwaz Handball Tirol Die Tiroler waren bislang noch nie in der Bonusrunde dabei. Mit einem Sieg am Freitag in Linz und den daraus resultierenden 19 Tabellenpunkten würde diese negative Statistik ihr Ende finden.

HSG Graz Für die aktuell bei 14 Punkten haltenden Steirer istdie Bonusrunde rechnerisch noch möglich. Dafür braucht es in jedem Fall zwei Siege. Fällt Ferlach zweimal um, würde das direkte Duell für Graz sprechen, ebenso wie gegen Schwaz. Allerdings dürfen die Tiroler nicht mehr als einen Punkt aus den letzten beiden Runden mitnehmen.

SG Handball West Wien Wie Graz fehlen auch den Grün-Weißen aus der Bundeshauptstadt aktuell zumindest drei Punkte für die Bonusrunde. Die Wiener hätten im direkten Duell mit Ferlach und Schwaz die Nase vorn. Am letzten Spieltag hat West Wien zudem Heimvorteil gegen Graz.

Bregenz Handball In den letzten Wochen zeigte man mit starken Leistungen auf und erkämpfte sich sowohl bei Meister Krems als auch in eigener Halle gegen Tabellenführer Margareten ein Remis und hält bei 14 Punkten. Der Rekordmeister kann im Kampf um die Bonusrunde bei Punktegleichstand mit Ferlach oder Schwaz auf das bessere Verhältnis in den direkten Duellen verweisen. Die Ausgangslage ist die gleiche wie für die anderen beiden punktegleichen Mitstreiter Graz und West Wien: Ferlach darf keinen Punkt mehr holen und die Tiroler maximal noch einen Zähler. Bei Punktegleichheit mit West Wien haben die Wiener die Nase vorne, der direkte Vergleich mit Graz wird diesen Freitag entschieden. Sollte es Bregenz nicht mehr unter die Top-Fünf schaffen, würde eine 20-jährige Serie enden.