Hämmerle mit Heimsieg am Hochjoch

Sport / 13.12.2019 • 22:11 Uhr / 8 Minuten Lesezeit
Alessandro Hämmerle (links, in Rot) war am Ende obenauf. Der Gaschurner holte sich den ersten Weltcupsieg der neuen SBX-Saison vor Cameron Bolton und Omar Visintin. Bei den Damen setzte sich die Tschechin Eva Samkova vor Michela Moioli und Belle Brockhoff durch.GEPA
Alessandro Hämmerle (links, in Rot) war am Ende obenauf. Der Gaschurner holte sich den ersten Weltcupsieg der neuen SBX-Saison vor Cameron Bolton und Omar Visintin. Bei den Damen setzte sich die Tschechin Eva Samkova vor Michela Moioli und Belle Brockhoff durch.GEPA

Lokalmatador startet Mission Titelverteidigung mit Triumph beim Heimweltcup im Montafon.

Schruns Alessandro „Izzi“ Hämmerle macht genau da weiter, wo er letzte Saison aufgehört hat. Der amtierende SBX-Weltcupgesamtsieger hat beim Auftakt der Weltcupsaison 2019/20 der Snowboardcrosser im Montafon das Gelbe Leadertrikot erfolgreich verteidigt. Mit einer starken Performance trug sich der 26-jährige Gaschurner nach 2015 zum zweiten Mal am Hochjoch in die Siegerliste ein. Für Hämmerle war es gleichzeitig der dritte Podestplatz auf dem Seebliga-Kurs.

Der Lokalmatador überzeugte vom Training über die Qualifikation weg bis zum letzten Lauf. Am Finaltag passierte Hämmerle in allen vier Läufen als Erster die Ziellinie und sorgte für Jubelstimmung auf den Zuschauerrängen. Dabei hatte der Tag für Vorarlbergs Fahrer alles andere als gut begonnen. Julian Lüftner und Luca Hämmerle starteten im ersten Achtelfinal-Heat und mussten das direkte Aus am Finaltag hinnehmen.

In allen vier Rennen vorne

Beeindruckend war vor allem die Art und Weise, wie Hämmerle auf gewohntem Terrain seine Klasse zeigte. Bei keinem der vier Finalläufe drohte das Ausscheiden. Dabei benötigte der Lokalmatador jeweils einige Sekunden, um richtig in Fahrt zu kommen. Die Anfangspassage des mit 600 Metern eher kurzen Kurses verlief recht flach, erst später konnte Geschwindigkeit aufgenommen werden. „Ich hatte mit der Strecke Anfangsschwierigkeiten. Eigentlich ist diese Art Kurs nicht so meines, weil man am Start vom Tempo her dosieren muss. Normalerweise beschleunige ich viel mehr“, erklärte Hämmerle. Das hinderte ihn nicht daran, sich von Heat zu Heat zu steigern. Besonders im großen Finale legte er einen perfekten Start hin und lag nie hinten. Quasi in Alleingang fuhr er dem Ziel entgegen, wo ihn die jubelnden Fans unter tosendem Applaus in Empfang nahmen. „Ich habe mich kaum getraut zur Seite zu schauen, sondern einfach nur nach vorne geschaut, die Massen gesehen und konnte es kaum erwarten, endlich jubeln zu dürfen. Ein Traum, so mag ich es!“, frohlockte der Lokalmatador im Ziel.

Die Verhältnisse waren für Fahrer und Veranstalter durch den Neuschnee – teilweise während des Rennens – nicht einfach. Bei Hämmerle lief es aber rundum: „Ich war mit dem Matrial extrem zufrieden. Die Jungs im Team haben einen richtig guten Job gemacht, es ist top gelaufen – ansonsten wäre der Sieg nicht möglich gewesen.“

Der Wahl-Bludenzer Julian Lüftner (Gesamt-24.) war nach dem Achtelfinal-Aus alles andere als zufrieden und die Enttäuschung groß: „Es war definitiv mehr drinnen. Am Vortag in der Quali hatte ich zwei gröbere Schnitzer. Am Finaltag habe mich aber echt gut gefühlt, hatte im Training noch die neuntschnellste Zeit und im Rennen auch den Start dominiert“, so Lüftner. Dann kam es aber bitter für den 26-Jährigen. Auf der Zielgeraden zog der Schweizer Kalle Koblet noch an ihm vorbei und verdrängte ihn auf den dritten Platz. „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, woran es gelegen hat. Ich hatte das Gefühl, alles richtig zu machen, aber der Speed hat irgendwie gefehlt. Vielleicht war die Materialeinstellung etwas zu aggressiv für den weichen Schnee.“

Nach dem Rennen ebenfalls unzufrieden war Luca Hämmerle (Gesamt-26.). Der jüngere Bruder von Sieger Alessandro fuhr im selben Achtelfinal-Heat wie Lüftner und musste sich mit Rang vier begnügen. „Die Enttäuschung sitzt ehrlich gesagt tief, ich habe mir mehr erwartet. Gerade beim Heimweltcup macht man sich schon Druck“, meinte der 23-Jährige. „In der zweiten Kurve wurde ich in einem Zweikampf nach außen gedrängt. Der Schwung war weg, da hat man dann keine Chance mehr. Jetzt verspüre ich eine Art Revanche-Gefühl im Bauch und möchte unbedingt im nächsten Rennen zurückschlagen“, zeigte sich der Montafoner heiß auf das nächste Weltcup-Rennen. Dieses findet am nächsten Wochenende in Cervinia (Ita) statt.

Großer Tag für Berthold

Heute (11 Uhr) bestreiten die Skicrosser ihre Finalläufe am Hochjoch. Mit dabei Frederic Berthold aus Gargellen. Nach der siebtschnellsten Zeit in der Qualifikation darf der 28-jährige Alpinrennläufer in seinem ersten Weltcuprennen auf Punkte hoffen.

„In Führung liegend konnte ich es kaum erwarten, bis ich endlich jubeln konnte.“

Weltcup Montafon

Snowboardcross, Qualifikation

Männer (65 TN, Top 32 im Finale)

Achtelfinale, 1. Lauf: 1. Paul Berg (GER), 2. Kalle Koblet (SUI),

3. Julian Lüftner (AUT/V), 4. Luca Hämmerle (AUT/V); 2. Lauf:

1. Omar Visitin (ITA), 2. Jake Vedder (USA) 3. Tommaso Leoni (ITA), 4. Cole Johnson (USA);
3. Lauf: 1. Lorenzo Sommariva (ITA), 2. Michele Godino (ITA),

3. Emanuel Perathoner (ITA), 4. Senna Leith (USA); 4. Lauf:

1. Alessandro Hämmerle (AUT/V), 2. Hagen Kearney (USA),

3. Sebastian Jud (AUT/B), 4. Adam Dickson (AUS); 5. Lauf:

1. Jakob Dusek (AUT/NÖ), 2. Cameron Bolton (AUS), 3. Martin Nörl (GER), 4. Ken Vuangnoux (FRA); 6. Lauf: 1. Eliot Grondin (CAN), 2. Merlin Surget (FRA), 3. David Pickl (AUT/St), 4. Yoshiki Takahara (JPN); 7. Lauf: 1. Jarryd Hughes (AUS), 2. Nick Baumgartner (USA), 3. Adam Lambert (AUS), 4. Matteo Menconi (ITA); 8. Lauf: 1. Lucas Egibar (ESP), 2. Jonathan Cheever (USA), 3. Kevin Hill (CAN), 4. Mick Diesdorff (USA)

Viertelfinale, 1. Lauf: 1. Kalle Koblet, 2. Omar Visitin, 3. Jake Vedder (Gesamt-11.), 4. Paul Berg (Gesamt-13.); 2. Lauf:

1. Alessandro Hämmerle, 2. Lorenzo Sommariva, 3. Hagen Kearney (Gesamt-10.), 4. Michele Godino (Gesamt-16.); 3. Lauf: 1. Eliot Grondin, 2. Cameron Bolton, 3. Jakob Dusek (Gesamt-9.),

4. Merlin Surget (Gesamt-14.); 4. Lauf: 1. Lucas Egibar, 2. Jarryd Hughes, 3. Nick Baumgartner (Gesamt-12.), 4. Jonathan Cheever (Gesamt-15.)

Halbfinale, 1. Lauf: 1. Alessandro Hämmerle, 2. Omar Visitin,

3. Lorenzo Sommariva, 4. Kalle Koblet; 2. Lauf: 1. Cameron Bolton, 2. Lucas Egibar, 3. Eliot Grondin, 4. Jarryd Hughes

Kleines Finale (Ränge 5 bis 8): 5. Eliot Grondin, 6. Lorenzo Sommariva, 7. Jarryd Hughes, 8. Kalle Koblet

Finale: 1. Alessandro Hämmerle, 2. Cameron Bolton, 3. Omar Visitin, 4. Lucas Egibar

Frauen (29 TN, Top 16 im Finale)

Viertelfinale, 1. Lauf: 1. Eva Samkova (CZE), 2. Nelly Moenne Loccoz (FRA), 3. Sofia Belingheri (ITA), 4. Zoe Bergermann (CAN); 2. Lauf: 1. Belle Brockhoff (AUS), 2. Raffaela Brutto (ITA), 3. Julia Pereira de Sousa Mabileau (FRA), 4. Vendula Hopjakova (CZE);

3. Lauf: 1. Chloe Trespeuch (FRA), 2. Michela Moioli (ITA), 3. Tess Critchlow (CAN), 4. Lara Casanova (SUI); 4. Lauf: 1. Charlotte Bankes (GBR), 2. Lindsey Jacobellis (USA), 3. Faye Gulini (USA),

3. Sophie Hedinger (SUI)

Halbfinale, 1. Lauf: 1. Eva Samkova, 2. Belle Brockhoff, 3. Nelly Moenne Loccoz, 4. Raffaela Brutto; 2. Lauf: 1. Michela Moioli,

2. Charlotte Bankes, 3. Chloe Trespeuch, 4. Lindsey Jacobellis

Kleines Finale (Ränge 5 bis 8): 5. Lindsey Jacobellis, 6. Nelly Moenne Loccoz, 7. Chloe Trespeuch, 8. Raffaela Brutto

Finale: 1. Eva Samkova, 2. Michela Moioli, 3. Belle Brockhoff,

4. Charlotte Bankes

Skicross, Qualifikation

Männer (64TN, Top 32 im Finale)

1. Morgan Guipponi Barfety (FRA) 37,43 Sek.; 2. Adam Kappacher (AUT/S) 37,44; 3. Christoph Wahrstötter (AUT/T) 37,46; 4. Terenc Tchiknavorian (FRA) 37,47; 5. Daniel Bohnacker (GER) 37,49;

6. Sergey Ridzik (RUS) 37,52; 7. Frederic Berthold (AUT/V) 37,58; 8. Sandro Siebenhofer (AUT/St) 37,58; 9. Bastian Midol (FRA) 37,67; 10. Ryan Regez (SUI) 37,72; 13. Johannes Rohrweck (AUT/OÖ) 37,84; 18. Oliver Vierthaler (AUT/S) 37,97; 25. Robert Winkler (AUT/St) 38,11; 26. Thomas Mayrpeter (AUT/OÖ) 38,13

Frauen (22 TN, Top 16 im Finale)

1. Marielle Thompson (CAN) 38,99; 2. Sandra Naslund (SWE) 39,29; 3. Fanny Smith (SUI) 39,35; 4. Alexandra Edebo (SWE) 39,36; 5. India Sherret (CAN) 39,42; 6. Courtney Hoffos (CAN) 39,42; 7. Brittany Phelan (CAN) 39,79; 8. Marielle Berger Sabbatel (FRA) 39,86; 9. Sami Kennedy-Sim (AUS) 39,87; 10. Andrea Limbacher (AUT/OÖ) 39,89; 12. Katrin Ofner (AUT/St) 40,07

Samstag, 14. Dezember

11 Uhr: Finale Skicross (live ORF Sport+)

15 Uhr: Weltcupmeile Schruns

17 Uhr: DJ‘s an der Weltcup-Bar Schruns

18 Uhr: Open Air, Lemo und Silbermond – dazwischen die Siegerehrung der Weltcupbewerbe