Trotz Siegen hat nur Hard Grund zur Freude

Sport / 13.12.2019 • 22:44 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Hard-Spielmacher Gerald Zeiner war am Ende der einzige Kremser, der nach dem 26:21-Heimsieg der Roten Teufel Grund zur Freude hatte.GEPA
Hard-Spielmacher Gerald Zeiner war am Ende der einzige Kremser, der nach dem 26:21-Heimsieg der Roten Teufel Grund zur Freude hatte.GEPA

Rote Teufel mit 26:21-Heimsieg über Meister Krems. Bregenz muss ungeachtet des 26:25-Erfolges in Graz in die Abstiegsrunde.

Hard, Graz Die Würfel sind gefallen und die jeweils fünf Startplätze in der Meisterrunde bzw. Abstiegsrunde der Spusu Liga 2019/20 vergeben. Von einer Trennung von Spreu und Weizen zu sprechen war anhand der Resultate des vorletzten Spieltages aber nicht richtig. Ganz besonders trifft dies auf den Alpla HC Hard zu. Die Equipe mobilisierte wie von Cheftrainer Klaus Gärtner gefordert im insgesamt 24. Punktspiel seit Saisonbeginn die letzten Kraftreserven und konnte auch das dritte Saisonduell gegen Meister und Cupsieger Krems für sich entscheiden. Nach dem 22:17 vor Saisonbeginn im Supercup und dem 23:19 in Liga-Auswärtsspiel setzten sich die Roten Teufel in eigener Halle mit 26:21-Toren durch. Durch die 33:34-Heimniederlage von Margareten im Derby gegen West Wien konnte der regierende Vizemeister und sechsfache Titelträger aus dem Ländle den Rückstand auf Leader Fivers auf zwei Punkte verkürzen und reist als Tabellen-Zweiter in die abschließende Partie der Hauptrunde am Sonntag (17 Uhr) bei Schwaz Tirol. „Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment aussprechen. Obwohl die Jungs sowohl körperlich als auch geistig durch die Doppelbelastung mit der Europacupteilnahme ihre Leistungsgrenze erreicht oder zum Teil überschritten haben, haben sie noch einmal alle Reserven in die Waagschale geworfen und ein Ausrufezeichen in Blickrichtung Meisterrunde gesetzt“, betonte Gärtner zufrieden.

In einem Duell auf Augenhöhe mussten sich die über 1200 Fans in der Sporthalle am See aber bis zur 24. Minute gedulden, ehe die Gastgeber nach einem erfolgreichen Siebenmeter von Ivan Horvat erstmals mit 10:9 in Führung gingen. Nach dem 12:10-Pausenstand ging es in der selben Tonart weiter: Hard legte vor, doch der Double-Gewinner der letzten Saison ließ sich nicht abschütteln. Besonders der Harder-Flügelzange mit dem achtfachen Torschützen Luca Raschle auf der linken und Routinier Michael Knauth (drei Treffer) auf der rechten Außenbahn war es zu verdanken, dass die Hausherren aber nie in Rückstand gerieten. Zehn Minuten vor dem Ende holten die Gastgeber dann beim Stand von 21:20 zum entscheidenden Schlussspurt aus, zogen mit einem 4:0-Lauf auf 25:21 (56.) davon und gaben die beiden Punkte nicht mehr aus der Hand. „Es war die erwartet hart umkämpfte Partie. Beide Mannschaften wollten ihre gute Ausgangslage für die Bonusrunde halten. Im Angriff haben wir uns gegen die 5:1-Abwehr lange schwergetan. In Summe hat sich unser unermüdlichen Einsatz gelohnt, und darauf können wir berechtigt stolz sein“, bilanzierte Gärtner zufrieden.

Gewonnen und doch verloren

Wesentlich gedämpfter fiel die Freude in Lager der Bregenzer Handballer nach dem 26:25-Auswärtserfolg in Graz aus. Da sowohl Ferlach (24:19 bei Schlusslicht Bärnbach/Köflach) als auch Schwaz (32:25 bei Linz) punkteten, hatte der Pflichtsieg keine Auswirkungen mehr auf die Vergabe der Play-off-Plätze. Unabhängig vom Ausgang des abschließenden Heimspiels am Sonntag (19 Uhr) gegen Linz hat der Serienmeister mit drei Punkte Rückstand keine Chance mehr, in die Bonusrunde einzuziehen. Bregenz-Cheftrainer Markus Burger: „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben gekämpft und spielerisch alles abgerufen, was möglich. Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft, und wenn wir in den ersten zehn Spielen mit so viel Herz und Engagement agiert hätten wie in den letzten vier Partien, wären wir in der Meisterrunde dabei. Es ist bitter, wenn man nach so einer Leistung aufgrund der anderen Ergebnisse keine Chance mehr hat und erstmals in der Vereinsgeschichte in die Abstiegsrunde muss.“ Mit 22 gehaltenen Bällen ragten Goalie Ralf-Patrick Häusle und Topskorer Josip Juric-Grgic (zehn Tore) aus der wie schon bei den Remis in Krems und gegen die Fivers überzeugenden Bregenzer Truppe heraus.

„Die Jungs haben die letzten Kräfte mobiliert und wurden für ihren Einsatz belohnt.“

„Wenn wir die ganze Saison mit so viel Herz wie zuletzt agiert hätten, wären wir oben dabei.“

Josip Juric-Grgic war mit zehn Treffern erfolgreichster Bregenzer in Graz.GEPA
Josip Juric-Grgic war mit zehn Treffern erfolgreichster Bregenzer in Graz.GEPA

Handball

Spusu Liga der Männer 2019/20

Hauptrunde, 17. Spieltag

Alpla HC Hard – UHK Krems  26:21 (12:10)

Sporthalle am See, SR Schober/Stollberg (HR: 23:19)

Zweiminutenstrafen: 3 bzw. 4; Rote Karte: 20. Hermann (Hard)

Torfolge: 10. 1:3, 13. 2:5, 16. 5:5, 22. 8:8, 24. 10:9, 35. 14:12, 37. 15:14, 45. 18:16, 51:21:20,

56. 24:20

Alpla HC Hard: Hurich, Doknic; Hermann, Wurst 2, Maier, Raschle 8, Manuel Schmid, Zivkovic 3,

Poklar 3, Schwärzler, Knauth 3, Fetz, Weber, Zeiner 2, Schweighofer 2, Kozina 1, Horvat 2/2

UHK Krems: Musel, Shejbal; Jochmann 8/4, Schafler, Auß 2, Posch 3, Hasecic, Hajdu, Prokop,

Fizuleto, Nigg 1, Kandolf 3, Nikic, Schweiger, Simek 1

HSG Graz – Bregenz Handball  25:26 (11:14)

Sportpark Graz, SR Mohler/Hutecek (HR: 23:25)

Zweiminutenstrafen: 1 bzw. 5

Torfolge: 4. 0:2, 12. 6:4, 18. 8:6, 25. 9:12, 34. 12:16, 39. 16:16, 43. 16:19, 47. 18:21, 51. 20:24, 56. 22:25, 58. 25:25

HSG Graz: Eichberger, Gollenz; Grebien, Hallmann 5, Magelinskas, Pusterhofer 3/1, Ivanjko, Jandl 2, Belos, Dicker 6/1, Borovnik, Scherr, Edegger, Moritz 9, Raschid, Schartel

Bregenz Handball: Aleksic, Häusle 2; Frühstück 3, Babarskas 4, Brombeis, Klopcic, Lampert, Schnabl, Kritzinger, Juric-Grgic 10, Gangl 1, Wassel 1, Svecak, Mitkov 5/1

Die weiteren Begegnungen: HC Fivers WAT Margareten – SG Handball West Wien 33:34 (16:17); HSG Bärnbach/Köflach – SC Ferlach 19:24 (9:14); HC Linz – Schwaz Handball Tirol 25:32 (12:13)

18. und letzter Spieltag

Schwaz Handball Tirol – Alpla HC Hard Sonntag, 17 Uhr

Sporthalle Schwaz Ost, SR Hofer/Schmidhuber (HR: 27:26)

Bregenz Handball – HC Linz Sonntag, 19 Uhr

Handballarena Rieden, SR Hurich/Bolic (HR: 31:26)

Die weiteren Begegnungen: HC Fivers WAT Margareten – SC Ferlach, 17 Uhr; UHK Krems – HSG Bärnbach/Köflach, 19 Uhr; SG Handball West Wien – HSG Graz, 19.10 Uhr

Tabelle  1. HC Fivers WAT Margareten 17  12  1  4  526:449  +77  25

  2. Alpla HC Hard 17  11  1  5  463:432  +31 23

  3. UHK Krems (M) 17  10  2  5  485:453  +32 22

  4. SC Ferlach 17  9  2  6  448:454  -6  20

  5. Schwaz Handball Tirol 17  9  1  7  452:451  +1 19

  6. SG Handball West Wien 17  8  0  9  467:468  -1  16

  7. Bregenz Handball 17  7  2  8  426:441  -15 16

  8. HSG Graz 17  6  2  9  483:481  +2  14

  9. HC Linz 17  4  3  10  474:505  -31 11

 10. HSG Bärnbach/Köflach 17  2  0  15  396:486  -90 4

Erklärung: Die Top-5-Klubs nach der Hauptrunde bestreiten ab Februar die Bonusrunde. Die Gesamtpunkte werden halbiert, bei ungerader Punktezahl wird aufgerundet. Bei Punktegleichstand von zwei oder mehreren Mannschaften entscheiden die direkten Duelle über die Platzierung. Die Teams auf den Rängen sechs bis zehn absoliveren nach den selben Kriterien die Qualirunde (Hin- und Rückspiel) und nehmen die halbierten Punkte mit. Die Endreihung der Bonus- bzw. Qualirunde entscheidet über die Reihenfolge bei der freien Wahl des Gegners in der Best-of-three-Viertelfinalserie.