Altach: „Viel Geduld und harte Arbeit“

Sport / 14.12.2019 • 08:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Sidney Sam geht mit gutem Beispiel voran und zieht mit seiner Einstellung am Platz auch die Mitspieler mit. GEPA

Sidney Sam ist in Altach angekommen und drückt dem Spiel des SCRA seinen Stempel auf.

Markus Krautberger

Altach Als der SCR Altach am 2. Oktober die Verpflichtung von Sidney Sam bekannt gab, ging ein Raunen durch die österreichische Fußball-Landschaft. Denn der mittlerweile 31-Jährige kann auf eine großartige Vita verweisen. Sam war u. a. bei Klubs wie Hamburger SV, 1. FC Kaiserslautern, Schalke 04 oder Bayer Leverkusen engagiert. Er absolvierte alleine in der deutschen Bundesliga 122 Spiele und erzielte 26 Tore. Und lief fünf Mal für die deutsche Nationalmannschaft unter DFB-Coach Jogi Löw auf. Umso interessanter war sein Transfer zu den Rheindörflern, die bei seiner Verpflichtung in einer tabellarischen und sportlichen Krise steckten. Sam, der vor seinem Engagement beim SCRA vereinslos war, gab aber sofort zu verstehen, dass er nicht als „Wunderwuzzi“ ins Ländle kam.

„Mir gefällt es, wie wir an das Spiel herangehen, versuchen einen gepflegten Ball zu spielen.“

Sidney Sam, Spieler SCR Altach

Schritt für Schritt

Zuerst hieß es für den in Kiel geborenen Offensivspieler hart arbeiten. Und unter der Anleitung von SCR-Cheftrainer Alex Pastoor tastete sich Sam Stück für Stück an die österreichische Bundesliga und seine Mannschaft heran. „Viel Geduld und harte Arbeit steckten in den letzten Monaten. Aber der Weg hat sich bis jetzt ausgezahlt,“ erklärt Sam, dessen letzte Auftritte im SCRA-Dress immer besser wurden. „Ich bin körperlich immer besser in Schuss gekommen. Dadurch kann ich jetzt meine Qualität gezielter ausspielen“, so Sam, dem der Trainer aber noch mehr Qualität im Frühjahr voraussagt: „Wenn Sidney jetzt die Wintervorbereitung voll durchziehen kann, können wir uns auf einen noch stärkeren Spieler im Frühjahr freuen. Aber schon in der jetzigen Verfassung ist er sehr wichtig für die Mannschaft.“

Offensive Leitfigur

Das hat der 31-Jährige mit seinem Auftritt in Graz beim historischen 2:1-Sieg bei Sturm deutlich unter Beweis gestellt. An beinahe allen gefährlichen offensiven Szenen hatte Sam seine Beine im Spiel. Dabei war deutlich zu sehen, dass die Abstimmung mit seinen Sturm-Partnern Mergim Berisha und Christian Gebauer immer besser wird. „Wir dürfen im Training oft zusammen spielen, dadurch bekommt jeder ein Gefühl für die Laufwege des anderen. Schön langsam weiß ich, wie ich Mergim und Christian am besten einsetzen kann“, berichtet der Offensiv-Allrounder.

„Wenn Sidney jetzt die Wintervorbereitung voll durchziehen kann, können wir uns auf einen noch stärkeren Spieler im Frühjahr freuen. Aber schon in der jetzigen Verfassung ist er sehr wichtig für die Mannschaft.“

Alex Pastoor, Trainer SCR Altach
Ob Sidney Sam gegen St. Pölten mit Mergim Berisha auf dem Feld steht, ist noch offen. Berisha laboriert aktuell an Problemen mit dem Sprunggelenk.Gepa
Ob Sidney Sam gegen St. Pölten mit Mergim Berisha auf dem Feld steht, ist noch offen. Berisha laboriert aktuell an Problemen mit dem Sprunggelenk.Gepa

Ruhe und Kommunikation

Dass es vor allem in den letzten drei Runden spielerisch nach oben gegangen ist, schreibt der Routinier der Ruhe des Trainerteams und einer guten Kommunikation innerhalb des Teams zu. „Die Betreuer haben nie Hektik aufkommen lassen, immer an die Stärken der Truppe geglaubt. Klar war die Phase mit den schlechten Ergebnissen nicht leicht für uns. Aber wir haben uns innerhalb der Truppe sehr konstruktiv auseinandergesetzt.“ Dass die Spielphilosophie von Pastoor, das Ballbesitzspiel, perfekt zu Sam passt, will der Rechtsaußen gar nicht verheimlichen: „Der Coach und der Klub haben sich schon was überlegt, als sie mich verpflichtet haben. Mir gefällt es, wie wir an das Spiel herangehen, versuchen einen gepflegten Ball zu spielen, auch unter Druck. Das macht richtig Spaß, wenn es auch funktioniert.“ Genau so will man auch beim letzten Match des Jahres in St. Pölten herangehen, auf die zuletzt gezeigten eigenen Stärken aufbauen. „Zwischen den beiden Strafräumen lassen wir den Ball schon gut laufen, zuletzt waren wir eben auch in den Strafräumen effizient – sowohl offensiv wie defensiv“, gibt Pastoor die Marschroute vor. Die nach dem Spiel zumindest einen Punkt einbringen soll. Ob Sam dabei mit seinem kongenialen Sturmpartner Mergim Berisha auflaufen kann, ist fraglich. Berisha laboriert mit Problemen am Sprunggelenk. Eine Entscheidung, ob er heute mit im Flieger in Richtung Wien sitzt, fällt erst beim Abschlusstraining in Altach. Dafür ist Manuel Thurnwald wieder fix im Kader.

Fussball, tipico Bundesliga

18. Spieltag

SKN St. Pölten – Cashpoint SCR Altach Samstag

NV Arena, 17 Uhr, SR Spurny (W ) SKY SPORT AUSTRIA (LIVE)