Pinturault-Heimsieg im Slalom von Val d’Isere, Matt Fünfter

Sport / 15.12.2019 • 14:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Alexis Pinturault ist im Slalom in Val d’Isere ein überlegener Heimsieg gelungen. Der Franzose siegte am Sonntag 1,44 Sekunden vor dem Schweden Andre Myhrer sowie 1,47 vor Stefano Gross (ITA). Für Österreich gab es wie schon in Levi keinen Podestplatz, zudem riss eine lange Podest-Serie in Val d’Isere. Bester ÖSV-Fahrer war Michael Matt als Fünfter, Christian Hirschbühl belegte Platz elf.

Für Pinturault war es der 25. Weltcup-Sieg, sein erster im Slalom seit fünf Jahren (2014). Damit übernahm der Franzose von Matthias Mayer auch die Weltcup-Gesamtführung vor Henrik Kristoffersen. Der Norweger war nach einem Fehler zur Halbzeit nur 27. gewesen, verpasste nach einer großen Aufholjagd als Vierter aber letztlich einen Podestplatz nur knapp und zog im Weltcup ebenfalls an Mayer vorbei.

Levi-Sieger Kristoffersen musste sich in dem wetterbedingt von Samstag auf Sonntag verschobenen Slalom am Ende zwar ohne Top-3-Rang begnügen, hielt aber auf einer schwierigen Piste und extrem drehenden Kursen dank Bestzeit in Lauf zwei und persönlichem Aufholjagd-Rekord den Schaden in Grenzen. „Auch der zweite Lauf war nicht perfekt. Der erste war gut. Aber nach meinem Fehler dort war die Zeit weg“, nahm es der Norweger zur Kenntnis.

Für Pinturault hingegen ging zu Hause ein Traum in Erfüllung. „Ich bin sehr überrascht, mein letzter Sieg hier ist wirklich lange her“, erinnerte der 28-Jährige an 2012. Es war sein erst dritter Weltcupsieg im Slalom, der zuvor letzte war 2014 in Wengen gelungen. Pinturault ist wie Kristoffersen Kandidat auf die Nachfolge von Marcel Hirscher als Weltcup-Gesamtsieger und hat diesen Winter schon den Auftakt-Riesentorlauf in Sölden gewonnen.

Zu den nach intensiven Schneefällen anspruchsvollen Bedingungen auf der steilen Face de Bellevarde meinte Pinturault: „Hier ist es immer schwierig, gut zu fahren und keine Fehler zu machen. Es ist fantastisch, fühlt sich echt gut an.“ Die Weltcup-Führung berührt ihn nicht sonderlich. „Das wichtigste ist, schnell zu fahren und zu gewinnen.“

Für Österreichs Slalom-Herren ging die in Val d’Isere seit 2009 andauernde Podestserie zu Ende, obwohl Matt (5.) und Hirschbühl (6.) zur Halbzeit aussichtsreich im Rennen gelegen waren und in der Entscheidung der Halbzeit-Dritte Ramon Zenhäusern (SUI) ausschied sowie der US-Sensationszweite Luke Winters auf Platz 19 zurückfiel. Vor allem Matt gelang mit Platz fünf gegenüber Levi (11.) aber doch eine deutliche Steigerung. Vom Podest war der Tiroler nach intensiven Trainingseinheiten und Materialtests 26 Zehntel weg.

„Das Training hat sich auf alle Fälle ausgezahlt, die Platzierung ist jetzt besser“, gab sich Matt mit dem Ergebnis zufriedener als mit seinem Rennen. „Es war heute schon sehr schwierig, zu fahren.“ Nun habe man noch einige Wochen Zeit, um für die wichtigen Jänner-Rennen in Form zu kommen.

Hirschbühl war in Levi von 5 auf 7 zurückgefallen, auch diesmal musste der Vorarlberger einen Rückfall hinnehmen. „Es war ein Krampf von oben bis unten, einfach kein Rhythmus“, beklagte er Lauf zwei und Platz elf.

Landsmann Marco Schwarz schaffte Platz 13, das ist nach dem Kreuzbandriss des Kärntners okay. „Es geht darum, Rennerfahrung zu sammeln. Ich fühle mich von Lauf zu Lauf besser“, meinte Schwarz im ORF-TV. Die Vorsicht fahre nach seiner Verletzung eventuell im Unterbewusstsein mit. „Ich brauche noch einige Trainingstage, damit ich dann im Jänner ganz fit bin.“