Zum Christkind der dritte Sieg in Folge

Sport / 15.12.2019 • 22:07 Uhr / 7 Minuten Lesezeit

Schmiedl, Zwischenbrugger und Tartarotti bescherten SCR Altach einen 3:0-Erfolg in St. Pölten.

St. Pölten Mit dem letzten Aufgebot den letzten Spieltag absolviert – und das noch äußerst erfolgreich. Auch ohne mehrere Stammspieler siegten die Altacher verdient mit 3:0. Neben den Langzeitverletzten musste zudem noch Mergim Berisha passen. Manuel Thurnwald (21) rückte deshalb ins Mittelfeld, wo er mit Geburtstagskind Samuel Oum Gouet (22) und Lars Nussbaumer (18) ein junges Defensivtrio bildete. Dieses war denn auch gefordert, denn die Hausherren bestimmten von Beginn an das Tempo. Altach war vor allem in der ersten halben Stunde zumeist im Rückwärtsgang, ohne allzu viele brenzlige Situationen überstehen zu müssen. Gefahr drohte vor allem bei hohen Bällen auf den Nordkoreaner Kwang-Ryong Pak. Doch Philipp Schmiedl entledigte sich der Aufgabe mit Bravour. Dafür passierte Matthias Puschl ein Unglück. Beim Versuch, den Ball wegzuschlagen, haute er in den Boden und musste ausgewechselt werden. Florian Jamnig kam für Puschl ins Spiel und übernahm die Rolle von Thurnwald, der dafür auf die rechte Verteidigerposition zurückrückte.

Offensiv versuchte Sidney Sam im Zusammenspiel mit Johannes Tartarotti und der einzigen Sturmspitze Christian Gebauer Akzente zu setzen. Doch es sollte beim Versuch bleiben, denn bis auf einen Freistoßball von Sam gab es keinen Abschluss. Dafür hatte man Glück, als nach 36 Minuten zwei Torschüsse der Niederösterreicher im letzten Moment noch geblockt wurden.

Schmiedl mit Köpfchen

Mit Beginn der zweiten Halbzeit schien sich das Bild am Feld kaum zu ändern. St. Pölten war Herr im eigenen Haus und Altach hatte Sekunden nach dem Seitenwechsel Glück, als Pak aus kurzer Distanz über das Tor schoss (47.). Eine Minute später die erste Chance der Vorarlberger, als erst Johannes Tartarotti allein vor Torhüter Christoph Riegler scheiterte und dann Emanuel Schreiner den Abpraller nicht zu verwerten wusste. Plötzlich waren sie da, die Altacher. Auch dank der vorgenommenen Umstellungen (4-3-3). Und nach 53 Minuten sollte das veränderte Spielverhalten von Erfolg gekrönt sein. Denn Schmiedl war zur Stelle, als ein Flankenball von Sam genau in die Schnittstelle kam.

Traumtor

Nach einer Stunde reagierte auch St. Pöltens Trainer Alexander Schmidt und brachte mit Rene Gartler einen dritten Stürmer. Die besseren Möglichkeiten aber waren auf Seiten der Altacher. So scheiterte Christian Gebauer nach einem schnell vorgetragenen Konter im Abschluss am gut reagierenden Goalie Riegler (63.). Bei den Hausherren war es der eingewechselte Manuel Haas, der den Ball knapp verzog (71.). In der Schlussphase agierten beide Mannschaften mit offenem Visier. Während Altach die Entscheidung suchte, drängte St. Pölten auf den Ausgleich. Tartarotti hatte in der 78. Minute das 2:0 auf dem Fuß, doch Riegler tauchte in die Ecke und wehrte zur Ecke ab. Aus dieser entstand dann aber doch der zweite SCRA-Treffer, Marke Traumtor. Jan Zwischenbrugger nahm nach einem kurz abgespielten Eckball die Flanke von Tartarotti aus ca. elf Metern direkt und jagte das Leder ins Netz (79.). „Traumtor ist etwas übertrieben, ich habe den Ball halt volley gut getroffen. Genau zum richtigen Zeitpunkt, denn damit war das Spiel zu unseren Gunsten entschieden,“ analysierte Zwischenbrugger seinen Treffer. Die Partie war tatsächlich gelaufen und der dritte Sieg in Folge vor der Winterpause unter Dach und Fach. Den Schlusspunkt unter das Jahr 2020 setzte Tartarotti mit seinem Treffer zum 3:0-Endstand (83.). Der Premierentor für den 20-Jährigen offensiven Mittelfeldspieler in der Bundesliga. „Ein schöner Zufall, dass mein erstes Tor in der Bundesliga gleichzeitig das letzte Altacher Tor des Jahres 2019 war. Ich bin überglücklich, dass es endlich geklappt hat,“ sagte Tartarotti, der wohl zu den ganz großen Gewinnern der Herbstsaison zählt. Im Sommer vorwiegend noch bei den Altach Juniors geparkt, nutzte der 20-Jährige im September seine Chance und kam in Folge zu zwölf Einsätzen in der Kampfmannschaft. Neun Mal stand er in der Anfangsformation der Rheindörfler.

Pauschallob an das Team

Altachs Cheftrainer Alex Pastoor war ob des 3:0-Sieges in St. Pölten voll des Lobes für seine Mannschaft. „Weil die Jungs trotz der schlechten ersten Halbzeit immer an sich geglaubt haben. Und im zweiten Durchgang haben wir dann unser wahres Gesicht zeigen könne und unser Spiel voll durchgezogen. Daraus sind eben die Tore entstanden, die uns einen mehr als verdienten Sieg gebracht haben,“ so Pastoor. Zudem hob er die Einstellung der Spieler hervor, „die, trotz der vielen Ausfälle, so gespielt haben, als wären alle Stammspieler dabei. Es freut mich, dass man mittlerweile am Platz sehen kann, für was wir als SCR Altach stehen,“ freute sich der Niederländer auf der Bank der Rheindörfler. Der Weg zum dritten Sieg in Folge hatte sich in den Augen von Pastoor schon länger angedeutet: „Wir waren in vielen Partien des Herbstes schon gut, haben aber eben in den entscheidenden Zonen des Feldes – in den beiden Sechszehnmeterräumen – nicht konsequent genug agiert. Im letzten Monat haben die Spieler aber einen Zahn zugelegt, sind viel entschlossener in diesen Zonen, defensiv wie offensiv. Und das Resultat sind eben drei Erfolge ensuite.“ Ob er wegen des Siegeslaufes seiner Mannschaft jetzt gerne weitergespielt hätte statt in die Weihnachtferien zu gehen? „Darüber denke ich nicht nach. Jetzt ist mal Pause angesagt, aber in die geht man nach drei vollen Erfolgen natürlich mit einem wunderbaren Gefühl,“ erklärte Pastoor, bevor er sich auf Heimreise begab.

„Traumtor ist etwas übertrieben. Ich habe den Ball halt volley ganz gut getroffen.“

„Nach drei Siegen in Folge gehen wir mit einem wunderbaren Gefühl in die Winterpause.“

Jan Zwischenbrugger gelang ein wunderbares Volley-Tor.gepa
Jan Zwischenbrugger gelang ein wunderbares Volley-Tor.gepa

Die Zahlen zum Spiel

SKN St. Pölten Cashpoint SCR Altach

16 Schüsse gesamt 10

 3 Schüsse auf das Tor 7

49,3 % Ballbesitz 50,7 %

 7 Eckbälle 5

14 Flanken 8

50,8 % Zweikampfquote 49,2 %

 2 Abseits 2

65,4 % Passquote 65,0 %

15 Fouls 17