Ein Enthusiast des Motorsports

Sport / 16.12.2019 • 21:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Christian Zudrell und sein Bruder Werner (l.) verschrieben sich mehr als 30 Jahre lang dem Motorsport.noger
Christian Zudrell und sein Bruder Werner (l.) verschrieben sich mehr als 30 Jahre lang dem Motorsport.noger

Christian Zudrell verunglückte im Alter von 54 Jahren.

Hard Die Vorarlberger Motorsportfamilie trauert um Christian Zudrell. Der 54-Jährige verstarb nach einem tragischen Unfall in seiner Werkstatt in Dornbirn. Zudrell verschrieb sich zusammen mit seinem Bruder Werner vor gut 30 Jahren dem Motorsport, zuerst in der Dragster-Serie mit Tausend-PS-Autos, in den letzen Jahren galt die Liebe den historischen Fahrzeugen. Im kommenden Jahr plante Zudrell mit seinem Plymouth Barracuda den Start in der Classica Trophy, der Spezialtourenwagenserie.

Es war im Jahre 1994, da beschlossen die Zudrell-Brüder den Seitenwechsel. Von jenseits des Zauns hatten sie genug gesehen, selber fahren war angesagt. „Es war eine endlose Geschichte von Erfolgen, Turbulenzen, aber auch Niederlagen“, erinnert sich Werner. Der Jüngere in der Familie stieg damals als Pilot ein. „Es war immer so abgemacht: Der, dem es besser liegt, der fährt.“ Der größte Erfolg wurde bei den Nitro-OlympX mit einem Sieg in Hockenheim gefeiert. „Wir sind vorher nur ein Rennen gefahren“, erzählt Werner. „Ein amerikanischer Sponsor stellte ein Starterfeld aus der ganzen Welt zusammen. Wir als Rookies haben gewonnen. From Zero to Hero sozusagen.“ 25 Jahre lang blieben die Zudrells der Dragster-Serie erhalten.

Neue Herausforderung

Vor fünf Jahren packte den Motorsport-Enthusiasten nochmals das Rennfieber. Christian stieg auf die Rundstrecke um, fuhr zuletzt in der Classica Serie, der Königsklasse im Histo Cup. Mit Christian als Pilot, Werner als Mädchen für alles. „Es hat ihm sofort gefallen“, erinnert sich Werner. „Und er arbeitete immer mit Weitblick.“ Von der Einsteigerserie ging es bis hin in die historische Königsklasse. In der es ihm nun nicht mehr vergönnt ist, mit seinem 500 PS starken Barracuda Gas zu geben.

Auch mit Max Mosley wurde Zudrell vor einigen Monaten bekannt. Ein Mann aus der Zudrell-„Schraubergemeinschaft“ ist in London direkter Nachbar des ehemaligen Präsidenten des Motor-Weltsportverbandes. Was Zudrell zuerst nicht glauben wollte, weshalb er kurzerhand an der Tür klingelte. Mosley persönlich öffnete, eine Unterhaltung unter Motorsportkennern entstand. „Christian hat es immer verstanden, Leute miteinander zu verbinden“, erzählt Werner. „Für mich war er nicht nur mein Bruder, er war auch mein bester Freund.“

Christian wird nicht nur seiner Familie fehlen, auch in der Runde vom „Mittwochfeierabendwerkstattbier“ hinterlässt er eine große Lücke, sagt Werner. „Er war der Kopf der Schraubergemeinschaft. Christian hinterlässt ein Erbe, das einer alleine nicht bewältigen kann. Wir alle werden den Weg in seinem Sinne weitergehen.“