Kraftproben und ein Wiedersehen

Sport / 16.12.2019 • 21:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Dortmund trifft auf PSG und Bayern auf Chelsea.

Nyon Schon wieder zwei Kraftproben zwischen Deutschland und England – und als Krönung ein Wiedersehen von Borussia Dortmund mit Ex-Trainer Thomas Tuchel: Die Champions-League-Auslosung bescherte den drei deutschen Clubs aufregende Achtelfinal-Duelle. Dabei überstrahlt die Aufgabe des BVB gegen Paris Saint-Germain sogar noch die reizvolle Kraftprobe des FC Bayern mit dem FC Chelsea fast acht Jahre nach dem dramatisch verlorenen „Finale dahoam“ der Münchner. „Ein wunderbares Los für die Fans und uns. Und natürlich rechnen wir uns was aus“, sagte Dortmunds Kapitän Marco Reus.

Bundesliga-Spitzenreiter RB Leipzig erwischte in Nyon mit Bayerns Gruppengegner Tottenham Hotspur ebenfalls ein Team von der Insel. In der vergangenen Saison schieden Bayern (gegen Liverpool), Dortmund (gegen Tottenham) und der FC Schalke (gegen Manchester City) in der ersten K.-o.-Runde kollektiv gegen Clubs aus der Premier League aus. „Ich bin Deutschland-Fan, was die internationalen Spiele angeht. Alle drei deutschen Mannschaften haben die Qualität und das Potenzial, um weiterzukommen“, kommentierte Bayern-Profi Thomas Müller.

Gute Erinnerungen an London

Die Münchner Stars verfolgten die Los-Zeremonie gemeinsam nach dem Training erwartungsfroh in der Vereinskantine. Auch Real Madrid lag im Lostopf der Gruppenzweiten. Die Erinnerungen an das 2012 im Elfmeterschießen verlorene Endspiel gegen Chelsea in der Allianz Arena wurden in den Reaktionen verdrängt, auch von Akteuren wie Kapitän Manuel Neuer und Müller, die damals schon dabei waren. „Wir freuen uns auf London, wir haben dort schon gute Erfahrungen gemacht“, sagte Neuer vor dem Hinspiel am 25. Februar.

In der Gruppenphase besiegten die Münchner in Englands Hauptstadt Tottenham mit 7:2. Serge Gnabry traf damals vier Mal. Der Nationalspieler mit der Vergangenheit beim FC Arsenal sprach von einem „guten Los“. „Die Jungs auf der Insel wissen, dass wir da sind“, tönte Neuer vor der Aufgabe gegen die Blues mit Nationalspieler Antonio Rüdiger und dem Ex-Dortmunder Christian Pulisic. Hansi Flick könnte beim Hinspiel am 25. Februar weiter als Cheftrainer auf der Bank sitzen. „Klar ist unser Ziel, das Viertelfinale zu erreichen“, sagte der 54-Jährige, dessen Bayern-Zukunft noch vor Weihnachten geregelt werden soll.

„Nicht gegen Tuchel, sondern PSG“

Tuchel hatte Dortmund 2017 nach dem Gewinn des DFB-Pokals im Unfrieden verlassen. „Aber wir werden ihn freundlich begrüßen“, versicherte Sportdirektor Michael Zorc mit Blick auf das Hinspiel am 18. Februar im Signal-Iduna-Park. Zorc betonte aber auch: „Wir spielen nicht gegen Thomas Tuchel, sondern gegen PSG.“ Zorc sprach von einem richtigen Knallerlos: „Tuchel trainiert schließlich beim französischen Meister ein Star-Ensemble um Neymar und Weltmeister Kylian Mbappé.“

Für die Leipziger ist das Achtelfinale Neuland und bedeutet eine weitere internationale Reifeprüfung. Dabei kommt es gegen den letztmaligen Finalisten Tottenham am 19. Februar und 10. März auch zum reizvollen Vergleich von Julian Nagelsmann mit Starcoach José Mourinho. „Sie haben einen Weltklasse-Trainer und auch -Team, nicht nur in der Offensive“, sagte Nagelsmann mit Blick auf den Spurs-Angriff um Harry Kane. „Chancenlos sind wir auf keinen Fall“, verkündete Liepzig-Coach Nagelsmann selbstbewusst.

Titelverteidiger FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp trifft auf Atlético Madrid. Hochspannung verspricht das Aufeinandertreffen zwischen Rekordsieger Real Madrid und dem englischen Fußball-Meister Manchester City, bei dem es auch zum großen Trainertreffen zwischen Zinédine Zidane und Pep Guardiola kommt.

Die erste K.-o.-Runde in der Königsklasse des Fußballs wird zwischen dem 18. Februar und dem 18. März ausgetragen. Das große Ziel aller 16 Vereine ist natürlich das Finale am 30. Mai in Istanbul.