Brignone glänzte, Shiffrin patzte

Sport / 17.12.2019 • 20:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Federica Brignone jubelt über ihren elften Erfolg im Ski-Weltcup, es war der siebte in einem Riesentorlauf.apa
Federica Brignone jubelt über ihren elften Erfolg im Ski-Weltcup, es war der siebte in einem Riesentorlauf.apa

Österreichs Skidamen im Riesentorlauf in Courchevel weit zurück.

Courchevel Österreichs Ski-Damen haben am Dienstag im zweiten Weltcup-Riesentorlauf in Serie ein Top-10-Ergebnis klar verpasst. Als beste ÖSV-Läuferin landete die Tirolerin Ricarda Haaser in Courchevel auf Rang 15. Den Sieg, ihren elften im Weltcup, holte sich Federica Brignone. Einen überraschenden Rückschlag setzte es für Weltcup-Dominatorin Mikaela Shiffrin, die nur 17. wurde.

Die Probleme des ÖSV-Teams im Riesentorlauf, die auch die Herren plagen, setzten sich nahtlos fort. Schon beim jüngsten Damen-Rennen in der alpinen Kerndisziplin Ende November in Killington war keine Läuferin in die Top 15 gefahren. In Frankreich fielen neben Haaser auch Katharina Truppe (18.), Katharina Liensberger (21.) und Eva-Maria Brem (23.) im zweiten Durchgang noch leicht zurück.

Der Angriff

An die Spitze der RTL-Wertung setzte sich Brignone, die vier Hundertstel schneller als die norwegische Halbzeit-Führende Mina Fürst Holtmann fuhr. „Ich war wirklich aggressiv“, schilderte die 29-Jährige. „Ich habe einfach versucht, auf meine Art Ski zu fahren. Ich habe wirklich angegriffen.“ Die Piste ließ das auch im zweiten Lauf noch zu. Die Temperaturen waren mit drei bis vier Plusgraden weniger mild als erwartet. Hinter Holtmann, die ihren ersten Einzel-Podestplatz einfuhr, landete Wendy Holdener auf Platz drei.

Schnelle Mädchen

Ganz ohne erkennbaren Fehler ging das Rennen für Shiffrin daneben. Die 24-Jährige, die den Parallelslalom in St. Moritz ausgelassen hatte, kam mit der Salzpiste überhaupt nicht zurecht. Erstmals in diesem Kalenderjahr landete sie in einem Technikrennen nicht auf dem Podest. Wenn sie ins Ziel kam, war Shiffrin zuletzt vor mehr als fünf Jahren in einer technischen Disziplin so schlecht klassiert – am 7. März 2014 als 24. im Riesentorlauf von Aare. „Die Wahrheit ist, dass nicht immer etwas falsch laufen muss. Wenn ich nicht gewinne, dann ist das nicht, weil ich einen Fehler gemacht habe. Es ist, weil diese Mädchen schnell sind“, sagte Shiffrin. „Es ist ein bisschen herzzerreißend, aber ich habe keine Entschuldigung. Ich war nicht schnell genug.“

Die Österreicherinnen waren mit ihrem Abschneiden auch nicht glücklich. „Ich habe keine echte Erklärung, warum es im Riesentorlauf nicht wirklich läuft“, meinte Haaser. Auch der starke und böige Wind spielte eine Rolle. Haaser: „Einmal stehen die Transparente hinauf, einmal hinab, wie man es erwischt. Es ist ein bisschen eine Glückssache.“

Liensberger war mit einigen Schwüngen zufrieden, aber bei weitem nicht mit allen. „Der zweite Lauf war nochmals direkter gesetzt“, meinte die Göfnerin. „Es waren Passagen dabei, wo ich gut über dem Ski gestanden bin. Aber das ist mir nicht überall gelungen. Das summiert sich dann da herunter.“

„Ich war wirklich aggressiv. „Ich habe einfach versucht, auf meine Art Ski zu fahren.“

SKi-weltcup

Damen-Riesentorlauf Courchevel

1. Federica Brignone (ITA)  2:12,59 Min. 1:07,28 1:05,31

2. Mina Fürst Holtmann (NOR)  2:12,63 +0,04 1:07,15 1:05,48

3. Wendy Holdener (SUI)  2:13,03 +0,44 1:07,52 1:05,51

4. Petra Vlhova (SVK)  2:13,07 +0,48 1:07,31 1:05,76

Viktoria Rebensburg (GER)   2:13,07 +0,48 1:07,66 1:05,41

6. Sara Hector (SWE)  2:13,18 +0,59 1:07,62 1:05,56

7. Marta Bassino (ITA)  2:13,36 +0,77 1:07,25 1:06,11

8. Maria Therese Tviberg (NOR)  2:13,45 +0,86 1:08,28 1:05,17

9. Marlene Schmotz (GER)  2:13,48 +0,89 1:08,67 1:04,81

10. Alice Robinson (NZL)  2:13,57 +0,98 1:07,64 1:05,93

11. Tessa Worley (FRA)  2:13,80 +1,21 1:07,99 1:05,81

12. Coralie Frasse Sombet (FRA)  2:13,81 +1,22 1:08,03 1:05,78

13. Lara Gut-Behrami (SUI)  2:13,82 +1,23 1:07,99 1:05,83

14. Meta Hrovat (SLO)  2:13,88 +1,29 1:08,16 1:05,72

15. Ricarda Haaser (AUT)  2:13,94 +1,35 1:08,16 1:05,78

16. Sofia Goggia (ITA)  2:14,08 +1,49 1:09,15 1:04,93

17. Mikaela Shiffrin (USA)  2:14,24 +1,65 1:08,48 1:05,76

18. Katharina Truppe (AUT)  2:14,37 +1,78 1:08,23 1:06,14

19. Kristin Lysdahl (NOR)  2:14,48 +1,89 1:08,23 1:06,25

20. Thea Louise Stjernesund (NOR)  2:14,61 +2,02 1:09,40 1:05,21

21. Katharina Liensberger (AUT)  2:14,74 +2,15 1:08,40 1:06,34

22. Kaja Norbye (NOR)  2:14,78 +2,19 1:09,00 1:05,78

23. Eva-Maria Brem (AUT)   2:14,83 +2,24 1:08,31 1:06,52

24. Alexandra Tilley (GBR)  2:14,96 +2,37 1:08,86 1:06,10

25. Tina Robnik (SLO)  2:15,12 +2,53 1:08,98 1:06,14

26. Ana Bucik (SLO)  2:15,24 +2,65 1:09,25 1:05,99

27. Aline Danioth (SUI)  2:15,29 +2,70 1:09,26 1:06,03

28. Irene Curtoni (ITA)  2:15,38 +2,79 1:09,14 1:06,24

29. Michelle Gisin (SUI)  2:15,41 +2,82 1:09,41 1:06,00

30. Marie-Michele Gagnon (CAN)  2:19,86 +7,27 1:09,12 1:10,74

Ausgeschieden im 1. Durchgang u. a.: Clara Direz (FRA), Leona Popovic (CRO), Ylva Staalnacke (SWE)

Nicht für den 2. Durchgang qualifiziert u. a.: 32. Ramona Siebenhofer (AUT) 1:09,51 +2,36, 34. Anna Veith (AUT) 1:09,64 +2,49, 43. Elisa Mörzinger (AUT) 1:09,94 +2,79, Franziska Gritsch (AUT) 1:09,94 +2,79, 46. Katharina Huber (AUT) 1:09,97 +2,82