Serie A schießt sich ein Eigentor

Sport / 17.12.2019 • 22:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Affenbild im Kampf gegen Rassismus steht in der Kritik.

Rom Ausgerechnet mit einem Bildnis von drei Affen wollte die italienische Serie A gegen Rassismus vorgehen – doch nun steht die höchste italienische Fußballliga wegen ihrer Kampagne in der Kritik. Umgehend brach im Internet ein Sturm der Entrüstung aus. Nutzer kommentierten auf der Instagram-Seite des Malers Simone Fugazzotto, die Darstellung zeuge von „Ignoranz“. Das Triptychon des Künstlers zeigt drei Affenköpfe mit verschiedenen Farben – es solle verdeutlichen, dass „wir alle Affen sind“, erklärte er in einer Mitteilung der Serie A. „Ich will zeigen, dass wir alle dieselbe Rasse sind.“ Und er verteidigte sein Produkt: „Meine Gemälde zeigen die Werte des Fairplays und der Toleranz. Ich benutze Affen als Metapher für Menschen, weil unsere Hautfarbe nicht wichtig ist.“

Rassismus im italienischen Fußball ist ein großes Problem. Immer wieder werden schwarze Spieler mit Affengeräuschen verhöhnt. Das Land steht seit Langem in der Kritik, nicht genug dagegen zu tun. Serie-A-Chef Luigi De Siervo hatte die Kampagne am Montag präsentiert. Sie soll in drei Phasen ablaufen. Unter anderem sollen alle 20 Clubs eine Absichtserklärung unterzeichnen und ein „Testimonial“ – einen Werbebotschafter – gegen Rassismus ernennen. Es sei ein „Problem dieses Jahrhunderts, ein Problem, das der Fußball bekämpfen kann, aber nicht allein gewinnen kann“, sagte De Siervo. Er stand erst vor Kurzem aufgrund eines Audiomitschnitts in der Kritik, indem er vorschlug die Stadionmikrofone auf stumm zu schalten, um die Affenlaute nicht zu hören. Kritik an der Kampagne kam auch von den Klubs selbst. „AS Roma ist sehr überrascht, in den sozialen Netzwerken Affen zu sehen, die auf Gemälde gemalt sind“, schrieb der Hauptstadtklub auf Twitter. „Wir wissen, dass die Liga Rassismus bekämpfen will, aber wir glauben nicht, dass das der richtige Weg ist.“