Moskau bestreitet Manipulation von Labordaten

Sport / 22.12.2019 • 18:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Moskau Russische Ermittler haben der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) fehlende Kooperation bei der Aufklärung von Vorwürfen vorgeworfen. Im Mittelpunkt steht die Manipulation von Sportler-Daten. Wegen veränderter Datensätze aus dem Anti-Doping-Labor in Moskau hatte die WADA am 9. Dezember neue Sanktionen gegen Russland verhängt. Das Land wurde etwa für Olympia 2020 in Tokio und 2022 in Peking gesperrt. Das Ermittlungskomitee in Moskau teilte nun mit, dass die umstrittenen Labordaten nicht in Russland geändert worden seien. Russland habe der WADA vielmehr nicht manipulierte und authentische Datensätze übergeben, sagte Behördensprecherin Swetlana Petrenko in einer Videobotschaft. Das sei das Ergebnis einer komplexen computertechnischen Expertise. Russlands Anti-Doping-Behörde (RUSADA) geht gegen die WADA-Sanktionen beim Sportschiedsgericht CAS vor.

Russland sieht den früheren Moskauer Laborchef Grigori Rodtschenkow als Drahtzieher der Datenmanipulation. Der von Russland per Haftbefehl gesuchte Ex-Funktionär hatte sich in die USA abgesetzt. Er gilt als Kronzeuge der Vorwürfe des staatlichen Dopings in Russland. Die Sportnation fordert seit langen die Möglichkeit eines Verhörs des Mannes. Es geht um Daten zu Dopingtests bei russischen Sportlern für die Jahre von 2012 bis 2015. Die WADA habe die Originaldatensätze mit einem Archiv-Exemplar Rodtschenkows abgeglichen. Ein Protokoll mit den ausländischen Eingriffen sei der WADA übergeben worden.