„Wir stopfen ständig irgendwelche Löcher“

Sport / 26.12.2019 • 09:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Weihnachtsstimmung bei DEC-Trainer Kai Suikkanen mit Maskottchen Buck. Der Coach glaubt zu wissen, an welchen Schrauben es zu drehen gilt. <span class="copyright">Bulldogs</span>
Weihnachtsstimmung bei DEC-Trainer Kai Suikkanen mit Maskottchen Buck. Der Coach glaubt zu wissen, an welchen Schrauben es zu drehen gilt. Bulldogs

Trotz aktuellem Negativtrend glaubt DEC-Trainer Kai Suikkanen weiter an die Playoff-Chance der Bulldogs.

Dornbirn 16 Spiele, davon drei Siege und elf Punkte umfasst die Bilanz von DEC-Coach Kai Suikkanen. Der Finne, der Ende Oktober den glücklosen Jussi Tupamäki in Dornbirn ablöste, schaffte mit den Bulldogs noch nicht die Wende. Viel spricht nicht mehr dafür, dass die Messestädter den Grunddurchgang nicht als Tabellenletzte beenden werden. Der 60-jährige Suikkanen ist jedoch weiterhin überzeugt davon, dass Dornbirn in der Qualifikationsrunde der Sprung ins Viertelfinale gelingen kann.

Wie frustrierend ist die aktuelle Situation für Sie?

In den ersten zehn Spielen haben wir uns immer etwas verbessert. Die Folge waren auch gleich elf Punkte. Seit sechs Spielen ist wieder der Wurm drinnen. Es sind oft nur Kleinigkeiten, die aber in Summe zu diesem Zwischenstand führen. Die paar freien Tage kommen für die Spieler genau richtig, um wieder in die Spur zu finden.

Waren die letzten Wochen in Dornbirn schwieriger als erwartet für Sie?

Wenn man mitten in der Saison ein Team übernimmt, dann muss man natürlich auch mit Überraschungen rechnen. Ich glaube, dass ich die Situation am Beginn meiner Tätigkeit ganz gut eingeschätzt habe.

Wie schwerwiegend war dabei der Ausfall von Evan Trupp?

Wenn er gespielt hat, war er ein Leistungsträger für das Team. Aber das endgültige Out von Trupp ist bestimmt nicht die Hauptursache für unsere aktuelle Situation. Es ist lediglich ein weiteres Puzzleteil.

Vor Trupps Rückkehr hat sich der Verein wegen der Legionärsbeschränkung von Olle Liss getrennt. Der Schwede kehrte in seine Heimat zurück und spielt nun in der zweiten Liga für Björklöven. In vier Spielen traf er gleich zwei Mal für seinen neuen Verein und schaffte eine Vorlage. Hat man sich vom richtigen Spieler getrennt?

Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Er hat aber als Legionär zu wenig produziert, da gibt es nichts schönzureden. Nachdem wir Olle mitgeteilt haben, dass er den Verein verlassen muss, hat er gemeint, dass er damit schon gerechnet hat. Das hat mich etwas überrascht. Normalerweise sind Spieler nach einer solchen Entscheidung angefressen und haben kein Verständnis dafür.

Laut DEC-Manager Alexander Kutzer ist man auf der Suche nach weiteren neuen Spielern. Wie ist der Stand der Dinge?

Wir schauen uns um, aber da gibt es zwei Dinge zu berücksichtigen: Einerseits haben wir nur mehr zwei Tauschvorgänge zur Verfügung. Einen Fehlgriff oder eine weitere Verletzung im aktuellen Kader können wir dann nicht mehr kompensieren. Andrerseits ist Dornbirn nicht die erste Adresse für Spieler, die uns weiterhelfen können. Wir brauchen leider Geduld bei der Suche, auch wenn das bei den Fans nicht immer auf Verständnis stößt.

Nach welchem Spielertyp suchen Sie?

Wir brauchen einen Stürmer, der die Scheibe ins Tor bringt.

Ist die fehlende Scoring-Power eines der größten Probleme im Bulldogs-Kader?

Wir stopfen ständig irgendwelche Löcher. Wir haben unsere Schwäche in der Defensive mittlerweile gut in den Griff bekommen, nun fehlt es beim Toreschießen. Geht das besser, dann haben wir Probleme im Über- oder Unterzahlspiel. Uns läuft die Zeit davon, um das alles zu verbessern. Dafür muss man trainieren, trainieren, trainieren. Doch mit zehn Spielen in 20 Tagen bleibt dafür kaum Zeit.

Was kann man sich vom letzten Viertel des Grunddurchgangs erwarten?

Natürlich wollen wir so viele Spiele gewinnen wie möglich. Aber das steht nicht im Vordergrund, sondern dass jeder im Team seinen Job etwas besser macht als im Spiel zuvor. Dann entwickeln wir uns weiter, um für unseren Saisonhöhepunkt, die Qualifikationsrunde, bereit zu sein.

Wie realistisch ist die Chance, dass die Bulldogs den Einzug ins Viertelfinale schaffen?

Wenn alle fit sind und unser Spiel besser wird, dann ist es sicher möglich. Egal wie wir im Grunddurchgang gespielt haben und wie oft wir gepunktet haben, das hat dann alles keine Bedeutung mehr. Diese zehn Duelle zählen und wir werden sehen, was dabei rauskommt.

Sind Sie in der nächsten Saison auch noch Trainer bei den Bulldogs?

Diese Entscheidung liegt nicht nur bei mir. Da müssen Sie auch das Management fragen.

Können Sie sich ein weiteres Jahr in Dornbirn überhaupt vorstellen?

Natürlich. Für einen Head Coach ist es eine großartige Aufgabe, wenn man die Möglichkeit hat, ein Team von Beginn an zu formen. Vor allem würde mir auch gefallen, die eigenen jungen Spieler Schritt für Schritt an die Liga heranzuführen.

Schon morgen Nachmittag geht das Training mit Ihrem Team wieder los. Bleibt da überhaupt Zeit, um etwas in Weihnachtsstimmung zu kommen?

Meine Familie ist hier und ich genieße es, ein paar Stunden nicht an Eishockey zu denken. Für uns Finnen ist Weihnachten ein ganz wichtiges Fest und zugleich die ruhigste Zeit im Jahr. Glauben Sie mir, ich halte mich daran. ABR