Auch mentalen Kampf gewonnen

Sport / 29.12.2019 • 19:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

RTL-Sieg war der
63. Weltcuperfolg von Mikaela Shiffrin.

Lienz Mikaela Shiffrin hat ihren kleinen vorweihnachtlichen Durchhänger hinter sich gelassen und erstmals den Riesentorlauf in Lienz gewonnen. Für die US-Amerikanerin war es der 63. Weltcupsieg, sie ist damit alleinige Zweite hinter Landfrau Lindsey Vonn (82), im gemischten Ranking fehlen nur noch vier Erfolge auf Marcel Hirscher. Katharina Liensberger beendete das Rennen als Dritte und jubelte über ihren ersten Weltcuppodestplatz.

Dabei hatte Shiffrin den Start in der Dolomitenstadt fast verschlafen, sie ging von einem Rennbeginn um 10.30 Uhr aus, das war aber 15 Minuten nach offizieller Beginnzeit. Deshalb blieb am Start kaum noch Zeit für das Aufwärmprogramm. „Vielleicht ist es manchmal ohne viel nachzudenken eh besser“, sagte Shiffrin danach. „Ich bin einfach viel aggressiver gefahren als zuletzt in Courchevel.“ Da war sie nur 17. geworden. Danach entschied sie sich, die – später ohnehin abgesagten – Rennen in Val d‘Isere auszulassen.

Allein auf weiter Flur

Shiffrin überzeugte mit zweimal Laufbestzeit. „Es ist ein wunderbares Gefühl, im Riesentorlauf zurück auf dem Podest zu sein. Es war ein großer Kampf heute, aber es war das Skifahren, wie ich es mir vorstelle. Ich bin wieder zu etwas zurückgekehrt, auf das ich stolz sein kann“, erklärte die 24-Jährige, dass sie ihre selbst gewählte Pause gut genützt hat. Sie hatte in Courchevel an Selbstvertrauen verloren, sei frustriert gewesen, weshalb sie in Lienz auch einen „mentalen Kampf“ ausfocht. Liensberger arbeitete sich von Halbzeitrang sieben nach vor. „Das fühlt sich großartig an! Endlich konnte ich zeigen, was ich kann“, erklärte die Vorarlbergerin, die ihre beiden bisherigen Podestplätze in Österreich einfuhr, war sie im Jänner doch Slalom-Dritte in Flachau geworden. Beim Weltcup-Auftakt in Sölden hatte Liensberger noch gefehlt, weil sie eigentlich einen Materialwechsel vornehmen wollte, aber keinen gültigen Ausrüstervertrag hatte. Diesen unterschrieb sie erst am 15. November bei ihrer alten Skifirma (Rossignol), seit Levi ist sie damit wieder aktiv mit dabei.

Keine weitere Österreicherin schaffte es in die Top 15. „Es war mein erster Riesentorlauf in Lienz, ich war mit dem ersten Durchgang schon zufrieden, der zweite hat ganz gut gepasst. Ich bin megafroh, dass ich wieder anschreibe und Punkte machen“, sagte Franziska Gritsch, die in Sölden bereits Siebente war. Nach zwei verpassten Finalqualifikationen machte Anna Veith nach ihrer Knieverletzung die ersten Zähler im Riesentorlauf. „Ich habe im zweiten versucht, auf Zug zu bleiben. Für mich ist die Erfahrung im Rennen wichtig, darauf muss ich aufbauen.“

SKi-weltcup

Damen, Riesentorlauf in Lienz

 1. Mikaela Shiffrin (USA) 2:07,31 1:01,27 1:06,04

 2. Marta Bassino (ITA) 2:08,67 +01,36 1:01,88 1:06,79

 3. Katharina Liensberger (AUT) 2:09,13 +01,82 1:02,83 1:06,30

 4. Federica Brignone (ITA) 2:09,21 +01,90 1:02,01 1:07,20

 5. Petra Vlhova (SVK) 2:09,24 +01,93 1:02,64 1:06,60

 6. Mina Fürst Holtmann (NOR) 2:09,38 +02,07 1:03,21 1:06,17

 7. Clara Direz (FRA) 2:09,42 +02,11 1:02,84 1:06,58

 8. Tessa Worley (FRA) 2:09,59 +02,28 1:02,60 1:06,99

 9. Alice Robinson (NZL) 2:09,85 +02,54 1:03,54 1:06,31

10. Sara Hector (SWE) 2:10,23 +02,92 1:03,08 1:07,15

11. Estelle Alphand (SWE) 2:10,28 +02,97 1:03,13 1:07,15

   Meta Hrovat (SLO) 2:10,28 +02,97 1:03,15 1:07,13

13. Coralie Frasse Sombet (FRA) 2:10,37 +03,06 1:02,69 1:07,68

14. Viktoria Rebensburg (GER) 2:10,69 +03,38 1:03,64 1:07,05

15. Wendy Holdener (SUI) 2:10,75 +03,44 1:02,85 1:07,90

17. Eva-Maria Brem (AUT) 2:10,79 +03,48 1:03,25 1:07,54

19. Franziska Gritsch (AUT) 2:10,83 +03,52 1:03,91 1:06,92

23. Ricarda Haaser (AUT) 2:10,93 +03,62 1:03,40 1:07,53

24. Katharina Truppe (AUT) 2:11,00 +03,69 1:03,49 1:07,5

27. Anna Veith (AUT) 2:11,20 +03,89 1:03,88 1:07,32

Ausgeschieden im 1. Durchgang: Julia Scheib (AUT), Elisa Mörzinger (AUT), Piera Hudson (NZL)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Andrea Ellenberger (SUI)