Noch eine Rechnung offen

Sport / 30.12.2019 • 23:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auf zuletzt wenig erfolgbringendem Terrain will Stefan Kraft dieses Mal seine Stärken ausspielen und zur Spitze aufschließen.gepa
Auf zuletzt wenig erfolgbringendem Terrain will Stefan Kraft dieses Mal seine Stärken ausspielen und zur Spitze aufschließen.gepa

Stefan Kraft hofft beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen auf „richtige Raketen“.

oberstdorf Mit der Qualifikation für das Springen in Garmisch-Partenkirchen (14 Uhr, ORF1)beginnt heute der zweite Bewerb der 68. Vierschanzentournee. Durchaus mit einem guten Gefühl aus dem ersten Springen geht dabei Stefan Kraft an den Start. In Oberstdorf habe er gesehen, dass seine Sprünge funktionieren. „Das gibt natürlich Selbstvertrauen und Ruhe.“ Einzig seine verpatzte Landung ärgerte den 26-Jährigen. „Das wurmt mich, das war unnötig. So habe ich den zweiten Platz hergeschenkt“, meinte der Viertplatzierte nach dem Wettkampf.

Verbesserungspotenzial

In Garmisch-Partenkirchen konnte Kraft aber in jüngster Vergangenheit nicht überzeugen, auf der Olympiaschanze scheiterte er zuletzt kläglich. So verpasste der Salzburger auf der Schanze – auf der er 2017 sogar einen dritten Platz erringen konnte – zuletzt zweimal den finalen Durchgang. Auch Kraft ist bewusst, dass durchaus Verbesserungspotenzial vorhanden ist, und kündigt sogleich an: „Ich habe in Garmisch noch eine Rechnung offen.“ Aus dem Auftritt im vergangenen Jahr habe er gelernt, er sei da einfach zu streng zu sich selbst gewesen, habe zu viel gewollt. „Ich habe meine eigentliche Stärke verloren: Dass ich ruhig bleibe und mein Ding durchziehe“, analysiert Kraft in der Retrospektive. Nun wolle er die richtige Risikobereitschaft finden.

Richard Freitag hingegen wird beim zweiten Tourstopp nicht mehr mit von der Partie sein. Der Deutsche geht laut DSV-Bundestrainer Stefan Horngacher wegen Formschwäche in Garmisch-Partenkirchen nicht mehr an den Start. Freitag hatte das Springen in Oberstdorf als Quali-59. verpasst.

Kraft als Kobayashi-Jäger

Der erneute Favorit auf den Sieg ist Oberstdorf-Gewinner Ryoyu Kobayashi, er könnte als erster Athlet sechs Tournee-Springen in Serie für sich entscheiden. Der gewohnt schweigsame Athlet stellt somit auch in dieser Saison in beeindruckender Art und Weise den Anspruch, die Szene zu dominieren. Er gab zu, auch einen neuerlichen Tournee-Grand-Slam im Hinterkopf zu haben. Er wisse allerdings nicht, wieso er zurzeit so erfolgreich sei, er denke „nur von Sprung zu Sprung“. Für Kraft wäre sein Kokurrent beim ersten Bewerb wohl auch mit einem perfekten Telemark nicht in Griffweite gewesen. Dennoch sieht er es als durchaus möglich an, den Japaner noch einzuholen – auch wenn dieser bereits 13,9 Punkte Vorsprung hat. Wie? „Wenn Kobayashi Fehler macht. Und die macht er hoffentlich.“ Dafür brauche es allerdings richtige Raketensprünge – die „müssen aber von selbst passieren. Ich werde geduldig darauf warten.“ Beim Neujahrsspringen sollte Krafts persönliches Feuerwerk zünden.

„Richtige Raketen müssen von selbst passieren. Ich werde geduldig warten.“

Vierschanzentournee

Das weitere Programm der Tournee

Garmisch-Partenkirchen:

Qualifikation (31. Dezember, 14.00 Uhr)

Hauptbewerb (1. Jänner, 14.00 Uhr)

Innsbruck:

Qualifikation (3. Jänner, 14.00 Uhr)

Hauptbewerb (4. Jänner, 14.00 Uhr)

Bischofshofen:

Qualifikation (5. Jänner, 16.30 Uhr)

Hauptbewerb (6. Jänner, 17.15 Uhr)

ORF1 überträgt alle Springen live.