Darts-Weltmeister Peter Wright schreibt sein persönliches Märchen

Sport / 02.01.2020 • 18:58 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
„Snakebite“ durfte sich über seinen ersten Weltmeistertitel freuen. vn
„Snakebite“ durfte sich über seinen ersten Weltmeistertitel freuen. vn

london Die Bilder nach dem Finale der Darts-WM waren ungewohnte: Dauersieger Michael van Gerwen applaudierte anerkennend und war „enttäuscht und traurig“, sein so oft besiegter Herausforderer Peter Wright hingegen weinte Freudentränen. „Snakebite“ kürte sich überraschend zum Weltmeister und steht mit 49 Jahren auf dem Gipfel. Durch den ersten Sieg in einem Major-Finale gegen van Gerwen darf er sich nicht nur über die 25 Kilogramm schwere Trophäe, sondern auch über 500.000 Pfund Preisgeld freuen.

Unerwartetes Happy End

Das 7:3 gegen seinen Angstgegner war nicht nur sportlich furios, sondern auch die Krönung einer Geschichte, bei der nicht viele an ein Happy End für den Schotten glaubten. „Ich wurde Clown genannt, aber wer lacht am Ende am besten?“, fragte Wright nach dem Sieg in die Runde. Für die Karriere von Wright wäre der Begriff Achterbahnfahrt wohl eine Untertreibung. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, warf der Schotte als Kind Pfeile auf Bäume, auf die er vorher eine Dartsscheibe gemalt hatte. Trotz seines Talents spielte er lange nur auf regionaler Ebene. Erst seine Frau konnte ihn schließlich davon überzeugen, den Weg in die Weltspitze ernsthaft in Angriff zu nehmen. Sie war es auch, die ihn Ende 2013 von einem geplanten Karriereende abbrachte. Der Titel sei für sie, für seine Kinder und die Familie, die an ihn geglaubt hat. „So viele Menschen haben mich runtergemacht und gesagt, das ist ein Mann für zweite Plätze“, erzählte Wright nach dem größten Triumph seiner Karriere. Er hat das Gegenteil bewiesen.