Die Sehnsucht nach dem Heimsieg

Sport / 02.01.2020 • 18:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die österreichischen Springer um Stefan Kraft wollen auf heimischem Boden gegen die Enttäuschung von Garmisch-Partenkirchen anspringen.gepa
Die österreichischen Springer um Stefan Kraft wollen auf heimischem Boden gegen die Enttäuschung von Garmisch-Partenkirchen anspringen.gepa

ÖSV-Adler wollen beim heimischen Bergisel-Springen „Highlights setzen“.

leutasch Der Sprung ins neue Jahr ist Österreichs Skispringern auch 2020 nicht gelungen. Die entscheidenden Duelle um den Turniersieg finden in der Heimat somit erneut ohne österreichische Beteiligung statt. Dementsprechend haben die ÖSV-Adler beim Bergisel-Springen (Qualifikation ab 14.00 Uhr/ORF1) neue Ziele ins Visier genommen.

Wieder in die Spur finden

Am Innsbrucker Bergisel wollen die österreichischen Springer die durchwachsenen Ergebnisse von Garmisch vergessen machen. Auch Cheftrainer Andreas Felder fordert von seinen Schützlingen wieder volle Konzentration auf das Wesentliche, relativiert das vergangene Springen aber. „Auch wenn die Öffentlichkeit genauso wie die Springer jetzt vielleicht enttäuscht ist: Wir haben nichts gutzumachen, wir müssen schauen, dass wir unsere Sachen wieder erledigen, manche sind in alte Fehler zurückgefallen“, so Felder. Zu diesen Athleten zählt auch Stefan Kraft. Dieser hofft vorrangig darauf, für den Tournee-Endspurt fit zu werden, eine Verkühlung machte ihm zuletzt zu schaffen. Den Tourneesieg musste der 26-Jährige indes erneut abschreiben, zu stark zeigt sich die Konkurrenz. „Kobayashi und Geiger sind echt super in Form, die werden nicht mehr zu biegen sein“, zeigt sich Kraft realistisch. Sein Ziel sei nun, auf der heimischen Schanze für Highlights zu sorgen, so konnte der 17-fache Weltcupsieger noch nie in Österreich gewinnen. „Ich bin schon ein Patriot, so ein Heimsieg wäre schon geil“, schwärmt Kraft.

Der letzte österreichische Berg­isel-Gewinner, Gregor Schlierenzauer, kommt indes in sehr sprunghafter Form zurück in sein Wohnzimmer. Er erwartet dementsprechend auch schweres Springen und gab sich demütig: „Für mich ist es ein Genuss, wenn ich wieder ins Fliegen komme. Das Drumherum nimmt man aber natürlich wahr, es ist zu Hause immer schöner.“ Auch Daniel Huber, als Sechster zuletzt bester Österreicher, freut sich auf das Heimspringen: „Es wird sicher wieder megalaut am Balken. Mir taugt‘s generell dort.“ Eine Aussage, die Tournee-Gesamtführender Ryoyu Kobayashi wohl auch unterschreiben würde: Er gewann das Bergiselspringen im letzten Jahr.

Gegen das Trauma

Auf der ersten Österreich-Station der Tournee platzten in der Vergangenheit schon häufiger die deutschen Träume. Der Zweite der Gesamtwertung, Karl Geiger, zeigt sich davon unbeeindruckt: „Das ist nur eine Schanze. Lassen wir sie mal Schanze sein.“ Dem 26-Jährigen fehlen derzeit nur 6,3 Punkte (etwa dreieinhalb Meter) auf Titelverteidiger Kobayashi. Der Deutsche ist sich seiner starken Form bewusst und weiß über seine Kontrahenten: „Die zaubern alle nicht und kochen auch nur mit Wasser.

„Ich bin schon ein Patriot, so ein Heimsieg beim Bergisel-Springen wäre schon geil.“